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Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)

Der Herbst kommt langsam aber sicher und damit endet nicht nur bald die Ranger-Saison, sondern auch die Blütezeit der Blumen im Gebirge. Eine Blume die wir in den letzten Wochen noch beobachten durften ist der Blaue Eisenhut.

Eingie wissenswerte Fakten über den Blauen Eisenhut:

  • gilt als die giftigste Pflanze Mitteleuropas
  • Familie der Hahnenfußgewächse
  • nur Hummeln können die Oberlippe (den Helm) hochdrücken, Eisenhut-Arten kommen daher nur im Verbreitungsgebiet von Hummeln vor
  • einer griechischen Sage nach tropfte der Eisenhut aus der Galle des Kerberos, beim Versuch des Herakles ihn aus der Unterwelt zu bringen, auf den Boden
  • in der Antike galt der Blaue Eisenhut als „pflanzliches Arsen“ und spielte bei einigen Giftmorden, wie beispielsweise jenem am römischen Kaiser Claudius, eine Rolle
  • das Gift des Eisenhut ist das Alkaloid Aconitin, welches zuerst die Nerven erregt und sie dann lähmt; der Tod tritt nach einigen Stunden unter starken Schmerzen durch einen Herzstillstand oder eine Atemlähmung ein; das Gift durchdringt auch die Haut
  • die Pflanze wird auch „Venuswagen“ genannt, da sie ohne den Helm auch an einen Wagen mit zwei vorgespannten Tieren erinnert

Herbstzeitlose

Im Herbst öffnet die Herbstzeitlose ihre Blüten, die an Krokus oder Safran erinnern. Ganz ohne Blätter stehen die schönen Blüten in der Wiese, als hätten sie sich in der Jahreszeit verirrt.

Die stark giftige Herbstzeitlose ist nahezu das einzige Mittel, das wirksam bei akutem Gichtanfall hilft.

Aufgrund der Giftigkeit ist die Anwendung der Herbstzeitlose jedoch sehr heikel und gehört unbedingt in die Hand des Arzt.

Diese schöne Blüten kann man gerade überall im Karwendel betrachten. Also es lohnt sich die Augen offen zu halten!

Herbstzeitlose 1

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Silberwurz - Dryas octopetala

Die Weiße Silberwurz zählt zu den Rosengewächsen und ist der markanteste Typus eines Spalierstrauches. Sie ist sehr genügsam, kann bis zu 100 Jahre alt werden und ihre Jahresringe sind oft nur 0,1 mm breit. Der immergrüne Spalierstrauch erreicht Wuchshöhen zwischen 5 und 15 cm und besitzt niederliegende, verholzte Triebe, die große Flächen überziehen können. Die Blätter sind am Rand eichenähnlich eingekerbt, die Oberseite ist kahl, die Unterseite hingegen weißfilzig behaart.

Im 16. Jahrhundert wurde die Gattung Chamaedrys genannt, was Zwergeiche (vom Griechischen chamei = zwergartig und drys = Eiche) bedeutet. Carl von Linné gab ihr im 19. Jahrhundert den Gattungsnamen Dryas octopetala (= achtblättrig) weil sie meistens acht weiße Blütenblätter besitzt.

Die Pflanze ist  fossil ausgezeichnet erhalten. Die Blüten und Pollen haben in eiszeitlichen Tonablagerungen tausende von Jahren überstanden. Während des Ausklingens der Eiszeit war sie über ganz Europa verbreitet – dies wurde über Pollenanalysen nachgewiesen. Daher wird diese Zeit bzw. dieses Zeitalter auch die Dryas-Zeit, also die Silberwurzzeit, genannt.
Die Weiße Silberwurz bildet heute beispielsweise in Nordschweden zusammen mit verschiedenen Moosen und Flechten die Hauptvegetation der Tundra.

 


Türkenbund-Lilie (Lilium martagon)

  • zählt zu den Liliengewächse
  • kommt vorwiegend in Wäldern in höheren Lagen vor; meist auf kalkreichen, lockeren Böden
  • Blütezeit: Juni-Juli
  • Name wegen der turbanähnlichen Form der Blüten
  • die Blüten des Türkenbund verströmen besonders abends und auch nachts einen schweren, süßen Duft, der vor allem  Schmetterlinge aus der Verwandtschaft der Schwärmer anlockt
  • natürliche Feinde:  Rehe (fressen die Knospen); roter Blattkäfer
  • hat viele Volksnamen, die sich meistens auf die gelbe Zwiebel beziehen: Goldwurz, Goldzwifl, Goldruabn, Goldapfel, Goldilge
  • in der Volksheilkunde wurden die gelben Zwiebeln gegen Hämorrhoiden verwendet
  • füttert man die Kühe mit den gelben Zwiebeln, so soll davon die Butter schön gelb werden
  • im Mittelalter glaubten Alchimisten mit Hilfe der goldfarbenen Zwiebel unedles Metall
    in Gold umwandeln zu können

Eine Woche als Ranger im Einsatz und schon so viel erlebt...

Meine erste Woche als Ranger ging vorbei wie im Flug und lässt sich mit folgenden Worten ganz gut beschreiben: vielseitig, informativ, äußerst interessant und abwechslungsreich. Die Vielseitigkeit zeichnet sich für mich vor allem durch die unterschiedlichen Aufgabenbereiche und die verschiedenen Backgrounds des Rangerteams aus.

Unser Tätigkeitsbereich reichte von Dokumentationen im Bereich Fauna und Flora, Besucherzählungen und Gesprächen bis hin zum meditativen Müllsammeln. Des weiteren erfuhren wir von einem Heuschreckenexperten interessante Informationen rund um das Vorkommen und Leben der Heuschrecken im alpinen Raum.

Unsere Entdeckungen und Beobachtungen in der ersten Woche reichten vom Jungadler, dem Schwarzspechtpärchen bis hin zu einzigartigen Pflanzen, wie z.B. die Türkenbundlilie am Weg zur Feilalm.

Es lohnt sich mit offenen Augen und Ohren durch den Alpenpark Karwendel zu wandern!


Gefangen im Frauenschuh

Der Frauenschuh ist eine Orchidee, die unter strengem Naturschutz steht. Sie gilt als Zeigerart und verlässlicher Bioindikator für eine intakte “Wildnis”, d.h. auf intensiv genutzten oder gedüngten Böden kommt sie nicht vor. Bei unserer letzten Wanderung im Halltal haben wir einige wunderschöne Exemplare bestaunen dürfen.

Kennzeichnendes Merkmal ist die schuhförmig aufgeblasene gelbe Lippe, welche von vier rotbraunen Blätter umgeben ist. Die gelbe Lippe stellt für Insekten eine sogenannte “Kesselfalle” dar.

Angelockt von Duft- und Farbstoffen ist ein Entkommen aus der Falle für Insekten nur über einen bestimmten Weg möglich, der die Bestäubung der Blüte gewährleistet. Andere Wege sind ausgeschlossen, da die öligen und glatten Lippen-Innenwände selbst für Insekten nicht begehbar sind.

Hier eine Frauenschuh-Lippe ohne Insekt und einmal mit einer gefangenen Sandbiene im Inneren.


Botanisches vom Lärchenrundweg - Gramai

Die Bilder sind leider nicht die Besten, aber wen es interessiert was momentan in der Gramai (auf dem Weg zum Wasserfall und dann weiter auf dem Lärchenrundweg) so alles blüht…..


Platenigl

…oder Alpenschlüsselblume, Aurikel, Gamsbleaml (Oberbayern) genannt.

Überall waren sie im Mai an den Hängen im Karwendel zu finden und auch jetzt noch. Sei es im Halltal oder links und rechts des Karwendelbaches. Richtig gelbe Platenigls-Wiesen.

Dieses Primelgewächs bevorzugt als Standort Matten, Felsspalten, Schutt und auch Polsterseggenrasen, die sehr kalkhaltig sind. Im Karwendel also beste Bedingungen. Man findet sie in Höhen bis über 2500m ü. NN.


Wälder

Glaube mir, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern; Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst.

Bernhard von Clairvaux


Die Silberdistel (Carlina acaulis)

Momentan an vielen Stellen im Karwendel zu sehen, die Silberdistel.

Der volkstümliche Name Silberdistel bezieht sich auf die glänzenden Hüllblätter. Eberwurz (oder Eberdistel) beruht auf der ehemaligen Verwendung bei Schweinekrankheiten.

Ein weiterer Name ist z.B. die Wetterdistel, da sich die Hüllblätter bei Nacht und bei großer Luftfeutigkeit nach oben schließen. Bei den Almhirten ist die Silberdistel auch unter “Jagerbrot” bekannt. So wurden die Blütenböden früher ähnlich wie Artischocken gegessen.

  • Blütezeit ist von Juli bis September.
  • Körbchenförmiger Blütenstand mit äußeren Hüllblättern (die wie Laubblätter gestaltet sind), inneren Hüllblättern (die oberseits silbrig-weiß und zur Blütezeit bereits abgestorben sind) und den ganz innen liegenden, einige hundert weißlichen bis rötlichen Röhrenblüten (sie machen das eigentliche Blütenkörbchen aus).
  • Die inneren Hüllblätter reflektieren im Unterschied zu den Röhrenblüten auch die UV-Strahlung, wodurch Insekten, die UV-Strahlung wahrnehmen, wissen wo der Nektar zu finden ist. Dieses Merkmal ist bei Korbblütlern der Regelfall.
  • Trockenheitsanpassungen: Dornige Blätter und tief reichende Pfahlwurzeln