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Beobachten durch das Fernglas_Prantl Blick vom Stanser Joch_Prantl

Archiv

Unsere diesjährige Ranger Saison im Rückblick

128 Tage im Gelände und 25 Übernachtungen im Gebiet

1350 direkte Gespräche mit KarwendelbesucherInnen und lokalen Akteuren

151 alte Schutzgebiets-Kennzeichnungstafeln abmontiert und 95 neue Schilder im Auftrag des Landes Tirol aufgestellt

103 Erhebungen zu naturkundlichen Themen

11 750 Liter Müll gesammelt, davon 10 500 Liter bei der großen Müllaktion am Hafelekar

69 Erhebungen zu “Problemthemen” im Gebiet

6 Exklusiv-Führungen mit den Rangern unterwegs

2 Besucherzählungen

Und noch Vieles mehr…….

Vorallem aber auch wunderbare Momente und Eindrücke…



An dieser Stelle möchten wir uns für dieses Jahr verabschieden, zumindest was die Geländearbeit und die Neuigkeiten im Blog anbelangt. Natürlich bleiben wir noch daran, die erhobenen Daten auszuwerten, Gespräche mit Partnern und den verschiedenen Nutzergruppen zu führen und entsprechende Planungen für’s nächste Jahr zu machen.

Wir sagen herzlichen Dank zu all jenen, die unsere Arbeit unterstützen und wertschätzen. Hoffentlich bis zum nächsten Jahr!

Alles Liebe von den Rangern

Sina, Steffi, Wastl und Benni

P.S. Ab nächsten Mai/Juni findet ihr dann auch wieder allerlei Neues auf unserem Ranger Blog. Vergesst also nicht vorbei zu schauen!


Schneehuhn - Lagopus mutus

Das Schneehuhn kann man im Karwendel oft antreffen, aber selten bekommt man es zu Gesicht. Das Gefieder des Schneehuhns ist an die wechselnden Bedingungen im Hochgebirge bestens angepasst. Im Gegensatz zu anderen Vogelarten, die nur 1-2 mal im Jahr ihr Federkleid wechseln, haben Schneehühner 3 Mauserstadien: weiß im Winter, braun-schwarz im Sommer und weiß-braun-schwarz meliert im Herbst und Frühjahr. So ist ganzjährig eine perfekte Tarnung garantiert. Zudem haben die weißen Federn Lufteinschlüsse, die als Kälteisolator wirken. Bei allen Raufußhühnern ist das Federkleid bemerkenswert dicht und schwer, es kann bis zu 20% des Körpergewichtes ausmachen.

Die Füße sind bei allen Raufußhühnern befiedert. Neben stiftförmigen Federchen an den Zehen haben Schneehühner zusätzlich im Winter verlängerte Federn, die den Zehenballen umhüllen und den Schneeschuheffekt verstärken. In der Balz sind bei allen männlichen Raufußhühnern die nackten, knallrot gefärbten und stark geschwollenen Hautstreifen über den Augen sichtbar.

Wir haben kürzlich einige Schneehühner in der Nähe der Pfeishütte beobachten dürfen……


Sonnenuntergang im Karwendel


Capra Ibex - Der Steinbock

In früheren Zeiten wurde dem Steinbock wundersame Heilkraft nachgesagt. Er galt als “wandelnde Apotheke”. Blut, Hörner und Verdauungsderivate fanden Verwendung gegen allerlei Krankheiten. Deshalb wurde der Steinbock beinahe ausgerottet (1712 in den Zillertaler Alpen der letzte Österreichs). Nur etwa 60 Tiere überlebten im Gran Paradiso unter dem Schutz des Königs von Italien. Von der Schweiz ausgehend, wurden Anfang des 20. Jh. mit nachgezüchteten Tieren Wiederansiedelungen durchgeführt. Inzwischen leben in den Alpen wieder ca 35.000 Steinböcke. Auch im Karwendel wurden einige Tiere ausgewildert unter anderem hier am Sonnjoch, wo sich die Population sehr gut fühlt und ein reger Zuwachs beobachtet werden kann. Der Steinbock erobert sich seinen Lebensraum wieder zurück. Auf den ersten Bildern sieht man das Rudel der Böcke, das sich bis Mitte Oktober allein, ohne Frauen, vergnügt. Erst ab Mitte Oktober vereinen sich die Gruppen der Böcke mit denen der Gei?en und es kommt zu gewaltige Rangkämpfen. Der Stärkste gewinnt und wird sein Erbgut weitergeben können. auf den letzten Bildern sieht man die Gei?en, die weitaus kleinere Hörner haben.

P.S.: Die ersten Bilder wurden im Alpenzoo geknipst :) , von dort nämlich kommen einige Exemplare her, die im Karwendel ausgewildert wurden.


Artenvielfalt: Kleiner Eichenbock (Cerambyx scopolii)

Innerhalb der Käfer (Coleoptera), welche mit über 350.000 beschriebener Arten die größte Insektengruppe darstellen, gibt es unter anderem die Familie der Bockkäfer (Cerambycidae). Sie kommt auch noch auf immerhin ca. 26.000 Arten, wovon einige auch bei uns heimisch sind. Als auffälligstes Merkmal sind deren lange, meist gebogene Fühler zu nennen, die mit ihrem segmentalen Aufbau durchaus an die Hörner eines Steinbockes erinnern. Wir haben bei einem unserer Einsätze im August (erst jetzt sind die Bilder wieder aufgetaucht) einen kleinen Eichenbock auf einer Straße vor den Autos retten können, zum Dank posierte er geduldig für einige Photos.

Interessante Facts:

  • Die Fühler der Männchen sind länger als deren Körper, die der Weibchen haben Körperlänge: wir haben demnach ein Männchen vor die Linse bekommen.
  • Die Larven werden unter die Rinde verschiedener Laubbäume (u.a. Eichen, Rotbuchen) gelegt, im Laufe der Zeit wandern sie weiter ins Holz. Die Entwicklung der Larve bis zum adulten Käfer dauert ca. 2 Jahre.
  • Die adulten Tiere kommen auf blühenden Bäumen und Sträucher (z.B. Holunder) vor und ernähren sich von deren Pollen.