...und ist mit einer Fläche von 727 km² das größte Tiroler Schutzgebiet. Aufgrund seiner klimatischen und topografischen Gegebenheiten verfügt das Karwendel über einen überdurchschnittlich hohen Anteil an natürlichen Lebensräumen wie Urwäldern und Wildflüssen und beherbergt eine außergewöhnlich hohe Artenvielfalt.
Viele typische Tier- und Pflanzenarten der Alpen, wie Steinadler, Flussuferläufer oder die Deutsche Tamariske (Auwaldpflanze) haben hier bedeutende Vorkommen. Aufgrund dieses hohen naturkundlichen Wertes ist das Karwendel auch Teil des europäischen Schutzgebiets-Netzwerks „Natura 2000“, welches sich zum Ziel gesetzt hat das europäische Naturerbe zu erhalten.
Der Alpenpark Karwendel umfasst insgesamt 11 Schutzgebiete
mit verschiedenen Schutzkriterien:
Landschaftsschutzgebiete
Landschaftsschutzgebiete sind Bereiche, in denen die vom Menschen - insbesondere vom Bauern - gepflegte Kulturlandschaft überwiegt. Sie bieten besondere, den Menschen ansprechende Reize, wie beispielsweise das Weidevieh in der Weite der Almen, gemütliche Berghütten oder auch international bekannte Schönheiten wie den Großen Ahornboden im Rißtal.
- Landschaftsschutzgebiet Martinswand-Solstein-Reither Spitz:
Dieses Schutzgebiet umfasst den südwestlichen Teil des Karwendelgebirges. Es erstreckt sich von der Reither Spitze im Westen bis zum Höttinger Graben im Osten und schließt den Südhang der westlichen Nordkette auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Innsbruck sowie der Gemeinden Zirl und Reith ein. Landschaftlich stellt das Gebiet eine bunte Mischung aus einer Urlandschaft mit unzugänglichen Gebirgsbach-Schluchten, Steilhangwäldern aus Föhren und Fichten sowie verschiedenster traditionellen Kulturlandschaftsflächen, wie beispielsweise grasreichen Lärchenwiesen dar. Diese blütenreichen Magerstandorte sind gleichsam in den Sommermonaten, wie während der herbstlichen Blattverfärbung der Lärche besonders eindrucksvoll.
- Landschaftsschutzgebiet Nordkette:
Dieses Schutzgebiet liegt am Südhang der Nordkette auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Innsbruck sowie der Gemeinden Rum, Absam und Thaur. Das Landschaftsschutzgebiet Nordkette stellt das klassische Nahherholungsgebiet von Innsbruck dar, in dem zahlreiche Wege und Steige zu bewirt-schafteten Almen, wie der Rumer Alm, der Thaurer Alm oder der Enzianhütte führen. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass der Alpenpark Karwendel mit dem Wasser der Mühlauer Quellen die Trinkwasserversorgung der Landeshauptstadt sicherstellt.
- Landschaftsschutzgebiet Bärenkopf:
Das Landschaftsschutzgebiet Bärenkopf liegt im südöstlichen Bereich des Karwendelgebirges zwischen der Senke des Achensees im Norden und dem Stanser Joch im Süden. Das Gebiet weist eine zerklüftete Berglandschaft auf. Schroffe Abhänge mit Felsvegetation und Latschenbewuchs wechseln sich mit Kulturlandschaften, Wirtschaftswäldern und Almflächen ab.
- Landschaftsschutzgebiet Falzthurntal-Gerntal:
Das Schutzgebiet liegt am Ostrand des Karwendels und grenzt an den Taleinschnitt des Achensees an. Es umfasst im wesentlichen die Talböden des Falzthurntals (etwa 7 km lang) und des Gerntales, die westlich von Pertisau mühelos auf asphaltierten Mautstraßen erreicht werden können. Dazwischen liegen markante Berge wie der Gütenbergkopf (1665 m) und der Feilkopf (1562 m).
- Landschaftsschutzgebiet Vorberg:
Das Landschaftsschutzgebiet Vorberg liegt am Südrand des Karwendels, an den östlichen Ausläufern der Halltalkette und der Vomperbergkette zwischen Absam und Schwaz. Zahlreiche Wanderwege, Steige und ein Waldlehrpfad, östlich von St. Martin locken viele Wanderer in den Alpenpark Karwendel. Ebenfalls als Nahherholungsgebiet der Landeshauptstadt genützt, bietet das Schutzgebiet zahlreiche, vielfältig ausgeprägte Landschaftsformen, wie beispielsweise schroffe Felsen und markante Wandbildungen (Südwände des Bettelwurfes), Klammen mit Wasserfällen (Fallbach-Wasserfall), die auf familienfreundlichen Wanderwegen zum Ausflug einladen.
Naturschutzgebiete
Naturschutzgebiete dienen vorrangig der Bewahrung der Natur vor schädlichen Einflüssen des Menschen. Sie sind dort ausgewiesen, wo sich die Natur in weitgehend unberührtem Zustand zeigt oder wo seltene Arten und Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen in besonderer Vielfalt vorkommen.
- Naturschutzgebiet Karwendel:
Das "Naturschutzgebiet Karwendel" liegt als größtes Schutzgebiet (543 km²) im Zentrum des Alpenparks Karwendel. Der Naturraum umfasst mehrere bekannte Täler, wie beispielsweise das Karwendeltal oder das Rißtal mit Nebentälern (Vomperloch, Halltal etc.) Das Gebiet wird in den Tallagen von einem großen Waldreichtum geprägt, an den steileren Bergflanken dominieren Schutt- und Latschenfelder. Zudem bilden unberührte Nebentäler mit ungestörter Bachdynamik, Klammen und Wasserfällen abschnittsweise enge Schluchten mit Schluchtwäldern.
- Naturschutzgebiete Martinswand und Fragenstein:
Eine Besonderheit in klimatischer und geografischer Hinsicht nehmen die beiden relativ kleinen Naturschutzgebiete Martinswand (ca. 54 ha) und Fragenstein (ca. 8 ha) im Raume Zirl - Innsbruck ein. Die lokalklimatische ("heiße") Sonderstellung führt zu einer inneralpinen, kontinentalen Trockenvegetation mit wärmeliebenden Gebüschen und Trockenrasen. Diese "Föhnflora" ist durch einige südliche Wärmezeiger gekennzeichnet, die sich anderwärts in Nordtirol kaum finden, und kann zurecht als "Botanisches Eldorado" für Tirol bezeichnet werden. Als botanische Raritäten können unter anderem die Baumarten Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia), Mannaesche (Fraxinus ornus), die Sträucher Blasen- strauch (Colutea arborescens) und Perückenstrauch (Cotinus coggyria), weiters der Violette Dingel (Limodorum abortivum), eine seltene Orchidee und viele weitere angeführt werden.
Ruhegebiete
Ruhegebiete sind eine besondere Schutzgebietsform in Tirol. Sie zeichnen sich durch ihre besondere Ruhe aus und werden speziell für die Erholung des Menschen abseits vom Lärm der Stadt und Industrie geschaffen. Lärmerrezeugende Betriebe, öffentlicher Kraftfahrzeugverkehr sowie Seilbahnen und Lifte sind deshalb innerhalb der Ruhegebiete verboten.
- Ruhegebiet Eppzirl:
Das Ruhegebiet Eppzirl liegt am Westrand des Karwendelgebirges, östlich von Scharnitz und Seefeld. Die Landschaft dieses Ruhegebietes wird vor allem durch die wild zerklüfteten Berge rund um die Eppzirler Alm (Freiungsspitzen), die bewaldeten Vorberge im Mittelabschnitt sowie durch die tief eingeschnittenen Klammen der Hauptbäche bestimmt. Als Auswahl landschaftlich besonders schöner Stellen seien die Karwendel-, Isar- und Gleirschklamm, die Eppzirleralm, der Erlturm und die Erlspitze angeführt.
- Ruhegebiet Achental-West:
Das Ruhegebiet Achental-West erstreckt sich an der Ostflanke des Karwendelgebirges, nördlich von Pertisau. Ein oft abrupter Übergang der Bergflanken unmittelbar in den Achensee schafft besonders bemerkenswerte Lebensgemeinschaften. Lebensräume wie beispielsweise die Schuttkegel Breitgries und Gaisalm am Ufer des Achensees mit besonders angepassten Pflanzengesellschaften (Latschen und Erica). Ansonsten herrscht im Ruhegebiet Achental-West wirkliche Ruhe, da das Gebiet nur schwer zugänglich ist.
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