2. Bergtouren von Scharnitz aus

2.1 Pleisenspitze (2569 m, 6 h)

Von der Pleisenhütte (siehe Wandern, 2.5.2) kann man die Pleisenspitze erklimmen (2569 m; Dauer: ca. 2 Stunden).
Besonderheiten: Einziges stärker verkarstetes Gebiet des Karwendels (Karrenfelder, Klüfte, Höhlen), Fundort eines Elches aus der Eiszeit. Nähere Information über Besonderheiten, die Geologie und den Wasserhaushalt des Kalkgebirges, gibt es im Infozentrum Karwendel in Scharnitz. Das Skelett des Elches ist im Alpenzoo Innsbruck zu bewundern.

 

2.2 Seefelder Joch – Seefelder Spitze (2221 m) – Reither Spitze (2096 m) (Rundwanderung, 5 h)

Vom Parkplatz geradeaus ins Hermannstal (Weg Nr. 81) zweigt nach zehn Minuten ein Weg nach links hinauf ab und führt, größtenteils parallel zur Standseilbahn, über Kaltwasser zur Rosshütte. Von der Rosshütte geht es gerade hinauf zur Seilbahn-Bergstation am Seefelder Joch (Weg Nr. 10). Von dort rechts den Grat entlang zur Seefelder Spitze (Weg Nr. 10). Von der Seefelder Spitze Abstieg ins Reither Kar. Querung des Kars zum Reither Sattel (Weg Nr. 10) und von dort nach links Aufstieg zu Reither Spitze (Weg Nr. 10). Abstieg über die Nördlinger Hütte und rechts unterhalb von der Reither Spitze und Härmelekopf querend auf die Skiabfahrt am Hochanger. Dieser großteils folgend hinunter zur Reither Alm (Weg Nr. 10). Abstieg von der Reither Alm wie beschrieben unter Wandern, 2.4.4.

 

2.3 Auf den Brunnstein (2180 m, 5 h)

Vom ehemaligen Scharnitzer Zollamt der Bundesstraße folgend zur Tankstelle beim ehemaligen Deutschen Zollamt. Hier überquert man Straße und Bahnlinie und folgt einem Fahrweg in Richtung Mittenwald. Oberhalb einer Wiese zur Talstation der Materialseilbahn der Brunnsteinhütte, links (nördlich) steil aufwärts, erreicht man den von Mittenwald kommenden Steig und folgt diesem durch den Hochwald zur Brunnsteinhütte (1523 m). Weiter über den Brunnsteinsteig zur Tiroler Hütte (2153 m) und Aufstieg auf die Brunnsteinspitze. Steiler und anstrengender Abstieg über den Brunnsteinkopf (Achtung: Der Einstieg in den Steig ist relativ schwer zu finden). Über Birzlgrat und Adlerkanzel oder auf demselben Weg wie beim Aufstieg wieder nach Scharnitz zurück.

 

2.4 Über „Die Köpfe“ zur Oberbrunnalm (Rundwanderung, 5-6 h)

Vom Infozentrum Karwendel in Scharnitz über die Isarbrücke und weiter bis zur Abzweigung Feldweg. Diesem Weg folgend über den Bahnübergang, direkt danach rechts abbiegen und weiter bis zum letzten Haus vor der Talstation Mühlberglift. Kurz danach links abzweigend beginnt der Anstieg in Serpentinen zur Höhe der Bärenklamm. Durch schattigen Hochwald bis zum Mühlberg-Holzweg über die Lifttrasse. Auf dem ansteigenden Weg gemäß der Markierung nach rechts. Die Schiabfahrt kreuzen und weiter zur Bergstation Mühlberglift. Von dort Aufstieg zum Schnabelegg. Weiter laut Markierung zum Zeindlkopf - in einigen Minuten Entfernung befindet sich ein wunderbarer Aussichtspunkt in das Karwendelpanorama - und Abstieg zur Oberbrunnalm (bewirtschaftet). Noch vor der Alm zweigt links Weg Nr. 56 durch die Kreidensenke ab und führt in Kehren hinauf zum Zunterkopf (man kann auch unterhalb des Kopfes vorbeigehen). Nach dem Abstieg vom Zunterkopf weiter auf Steig Nr. 56 über die Kreidenböden hinunter zur Kreidenbrücke und zurück nach Scharnitz. Von der Oberbrunnalm aus besteht auch die Möglichkeit, der Forststraße folgend durch das Gießenbachtal und die Klamm nach Gießenbach zurückzukehren. Kurz vor Gießenbach rechts abbiegen und der Bahn entlang zurück nach Scharnitz.

 

2.5 Große Ahrnspitze (6 h)

Am Nordende von Scharnitz hinter dem Zollamt über die Isarbrücke rechts unterhalb der Porta Claudia vorbei an der Flanke des Ahrnsattels hinauf in die Mulde der Hasellahn und weiter in Kehren, stark ansteigend zur unbewirtschafteten Unterstandshütte (Weg Nr. 21). Von dort auf teilweise gesichertem Steig zum Gipfel der Großen Ahrnspitze (Bergerfahrung notwendig). Ungewöhnlich schöne Aussicht. Vom Gipfel geht man vorerst den gleichen Weg zurück und kann dann als Abstieg den Weg Nr. 20 über die Brunst (Bewuchs durch Unachtsamkeit abgebrannt) zum Hohen Sattel wählen. Beachten Sie jedoch, dass es hier bei Schönwetter durch den fehlenden Baumbestand sehr heiß werden kann. Vom hohen Sattel folgt man links dem Nordalpenweg über die Sattelstiege (Weg Nr. 18) hinunter auf die Forststraße, die, am linken Ufer des Gießenbaches entlang, zurück nach Scharnitz führt. Der vom Hohen Sattel zur Ahrnplattenspitze eingezeichnete Weg ist nur wirklich geübten Berggehern zu empfehlen!

 

2.6 Mittenwald Höhenweg – Klettersteig an Leitern und Drahtseilen (6 h)

Von der Bergstation der Karwendelbahn wandern wir nach einem kurzen Abstecher zur Westlichen Karwendelspitze (2537 m). Von dort ist der Weg klar vorgegeben, in immer leichtem Auf und Ab, stets den zahlreichen Versicherungen folgend, über die Südliche Linderspitze und Sulzleklammspitze zur Kirchlspitze und zur Tiroler Hütte. Von dort über den Brunnsteinkopf, den Birzlgrat und die Adlerkanzel zurück nach Scharnitz. Achtung: Der Einstieg in den steilen und anstrengenden Steig ist schwer zu finden!
Eine andere Möglichkeit bei der Tiroler Hütte: weiter zur Brunnsteinhütte, hinab zu den Wiesen am südlichen Ortsende von Mittenwald und auf einem Feldweg nahe der Bundesstraße zur Talstation der Karwendelbahn nach Mittenwald. Dieser Höhenweg ist nichts für Gelegenheitswanderer und Bergunerfahrene! Obwohl er als „leichter“ Klettersteig gehandelt wird, verlangt er unbedingte Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Zudem ist er bei Gewitterneigung unbedingt zu meiden. Klettersteigausrüstung wird empfohlen. Er bietet jedoch eine herrliche Fernsicht in die Stubaier Alpen, das Wettersteingebirge und die Karwendelgipfel.

 

2.7 Sunntigerspitze 2322 m (6 h)

Der Kasten im Hinterautal, 1220 m, ist von Scharnitz aus durch das Hinterautal mit dem Fahrrad (ca. 1 Stunde; Radverleih am Bahnhof Scharnitz) oder mit Taxi Mair (Tel. 05213 5363) erreichbar. Kurz vor der Kastenalm über einen holprigen Karrenweg bis zum Lafatscher Niederleger, dann dem Talverlauf folgend bis zur Kohleralm marschieren. Links über den Weg zur Hallerangeralm. Hinter der Alm auf einem Pfad die steilen Südhänge hinauf bis zum sehenswerten Melzerdenkmal. Weiter auf steilen Serpentinen hinauf zum Westgrat des Sunntiger, auf dessen Südseite der Gipfel rasch und problemlos zu erreichen ist. Abstieg auf dem gleichen Weg, zurück zum Kasten und mit dem Rad wieder nach Scharnitz. Falls man nach der Tour noch durch das gesamte Hinterautal wandern muss oder will, muss mit einer langen und anstrengenden Wanderung rechnen.

 

2.8 Larchetalm – Karwendelhaus (8-9 h)

Vom Infozentrum Karwendel in Scharnitz über den Inrain, bei der Isarbrücke links die Steigung hinauf, vorbei am Gästehaus Helga weiter bis zur Abzweigung Birzlkapelle. Diesem anfangs etwas steilen Weg durch den Wald folgend bis zur Birzlkapelle. Weiter auf dem Fahrweg in Richtung Karwendeltal bis zur Larchetalm (bewirtschaftet). Weiter geht es auf dem leicht ansteigendem Forstweg bis zur Angeralm und auf dem immer steiler werdenden Weg bis zum Karwendelhaus (1771 m, Übernachtungsmöglichkeit). Geht man im Süden das Schlauchkar hinauf, kann man den höchsten Berg des Karwendels - die Birkkarspitze (2749 m) - besteigen. Der letzte Teil der zweieinhalbstündigen Tour ist etwas schwieriger und sollte nur von geübten Wanderern in Angriff genommen werden. Der Rückweg verläuft über den Brendelsteig, der an der Ödkarspitze vorbei zurück zum Karwendelhaus führt (ca. 2,5 Stunden). Die Fereinalm erreicht man, indem man über das Bärenalpl und den Bärensteig wandert. Die Gehzeit dafür beträgt für den teilweise schlecht markierten und manchmal schwierigen Steig vier Stunden. Zur Falkenhütte kommt man, indem man über den Kleinen Ahornboden und vorbei an der Ladizalm den Weg unter der Laliderer Spitze geht. Karwendelhaus - Falkenhütte: ca. 3 Stunden.

 

2.9 Nördlinger Hütte – Freiungen Höhenweg – Solsteinhaus (6-8 h)

Vom Sträßchen zur Maximilianshütte links hinauf zur Reither Alm (Weg Nr. 84). Hinter der Almhütte links durch den Wald, vorbei am nun stillgelegten Meinhardstollen über den Hochanger. Unterhalb des Härmelekopfes und der Reither Spitze vorbei auf Weg Nr. 10 zur Nördlinger Hütte. Von der Reither Alm kann man auch rechts, an einer Schürfstelle des Ichthyolwerkes vorbei, über einen Graben steil hinauf zur Nördlinger Hütte gehen (Weg Nr. 84). Wer sich diesen Anstieg ersparen will, kann auch mit der Rosshüttenbahn bis zum Härmele fahren und von dort zur Nördlinger Hütte wandern. Von der Nördlinger Hütte gibt es eine Abstiegsmöglichkeit über das Schartlehnerhaus am Westabhang des Rauchenkopfes nach Reith (Weg Nr. 11, Gehzeit ca. 2,5 Stunden), im Aufstieg von Reith (ca. 3,5 Stunden). Von der Nördlinger Hütte weiter in östlicher Richtung durch die Südabstürze der Reither Spitze zum Ursprungsattel (Weg Nr. 17) und von dort nach rechts durch Schluchten und Schrofen – Freiungen Höhenweg (meist sehr nahe der Grathöhe) bis unterhalb des Erlturms und schließlich auf Steig Nr. 16 hinunter zum Solsteinhaus.
Diese Route erfordert Ausdauer und Bergerfahrung. Vom Ursprungsattel kann man links hinunter (Weg Nr. 74) durch das Wimmertal in das Eppzirler Tal zu Weg Nr. 15 (2,5 Stunden von der Nördlinger Hütte) oder auf dem Sattel unterhalb des Ursprungsattels nach rechts abbiegen und auf Weg Nr. 17 hinunter zur Eppzirler Alm (45 Minuten vom Ursprungsattel). Vom Ursprungsattel zuerst auf Weg Nr. 17 und dann am Sattel südlich des Suntigköpfls nach rechts (Weg Nr. 74) in halber Höhe des Talkessels hinüberqueren zum Anstieg auf die Eppzirler Scharte. Auf Weg Nr. 16 verbleibend erfolgt der Abstieg zum Solsteinhaus. Vom Solsteinhaus auf dürftigem Steig über die Südflanke zum aussichtsreichen Gipfel der Erlspitze (Weg Nr. 98). Bergerfahrung erforderlich (Gehzeit ca. 1,5 Stunden). Abstieg vom Solsteinhaus auf Weg Nr. 16, vorbei an der Solnalm, durch das Brunnental nach Hochzirl (Bahnstation, ca. 1,5 Stunden). Von dort mit der Eisenbahn retour nach Seefeld, Scharnitz oder hinunter in die Schlucht des Schlossbachtales und jenseits wieder hinauf nach Leithen (Weg Nr. 14a). Auf Weg Nr. 14 ist eine Rückkehr über Reith zum Römerweg Nr. 6 und damit nach Seefeld und Scharnitz möglich.

 

2.10 Aufstieg auf den Hohen Gleiersch (2492 m) „Run and Bike“ (8 h mit Rad)

Scharnitz (964 m) - Gleierschhöhe (1069 m) - Gleierschtal - Amtsäge (1196 m) - Gleierscher Riegelkar - Hoher Gleiersch (2492 m) - Sagkopf - Amtsäge - Scharnitz (964 m). Der Hausberg von Scharnitz bietet herrliche Ausblicke über alle Gipfel und Täler des westlichen Karwendels. Eine andere Variante ist, Bergradeln und Bergsteigen miteinander zu kombinieren und so bis zur Amtsäge mit dem Fahrrad zu radeln. So spart man sich eine nicht unbeträchtliche Gehzeit. Vor der Kirche links einbiegen und bis zum Gasthof Wiesenhof radeln. Dem Forstweg durch das Hinterautal bis zur Gleierschhöhe folgen. Bei der Abzweigung rechts halten und auf den „Krapfen“, weiter bis zur Amtsäge radeln. Dort das Rad abstellen und über einen Steig auf den Hohen Gleiersch. Retour den gleichen Weg. Eine anstrengende und anspruchsvolle Tour (mittelschwierig).

 

 

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