Nur noch selten ist der Flussuferläufer in den Alpen zu sehen. Grund sind die Kiesbänke an natürlichen Wildflüssen, welche immer mehr zu einer Seltenheit werden. Sie stellen seinen bevorzugten Lebensraum dar.
Sein Gefieder ist an der Oberseite graubraun, dunkel gefleckt und weist eine gleichfarbige Strichelung am Kopf und schwächer an Kehle und Brust auf. Am Bauch geht sein Federkleid in ein reines Weiß über, welches sich bis über die Flügelbinde erstreckt (gut erkennbar im Flug). Der Flussuferläufer besitzt bräunlich graue Beine (grün-gelbe Tönung), sowie einen dunklen Schnabel mit gelblicher Basis.
Ein markanter weißer Keil zwischen Flügelbug und Brustseiten, wie auch die hell umrandeten Augen mit dem dunklen Streifen, welcher sich vom Schnabel bis zum Nacken erstreckt, machen ihn von anderen Schnepfenvögeln leicht unterscheidbar.
Sehr charakteristisch für den Flussuferläufer sind das ständige Wippen des hinteren Körperteils und der durch zuckende Flügelschläge dominierte Flug, knapp über der Wasseroberfläche. Dabei stößt er Rufe wie „hididididi“ (im Flug) oder „tui-tui tschip tidledi“ (trillernd Balzgesang) aus.
Wie die meisten Watvögel baut auch der Flussuferläufer kein richtiges Nest sondern scharrt eine kleine Mulde in den Boden in welche er seine Eier legt.
Die Eier sind im Verhältnis zu seinem Gewicht relativ groß graubräunlich bis elfenbeinartig gefärbt und leicht braun gepunktet. Dieses besondere Aussehen dient als Tarnung und macht sie von Steinen schwer unterscheidbar.
Klasse:
Vögel
Ordnung:
Wat-, Möwen-, Alkenvögel
Größe (Körperlänge):
18 - 20,5 cm
Lebenserwartung:
bis zu 10 Jahre
Nahrung:
Insekten, Kleinkrebse, Würmer, Schnecken
Durchschnittliche Reviergröße:
1 km Uferbereich
Brut:
~ 4 Eier (fast immer)
Gewicht der Eier:
~ 12 g / Ei (insgesamt in etwa so viel wie das Weibchen)
Brutverhalten:
Männchen und Weibchen wechseln sich bei der Brut ab
Wanderung:
Zugvögel - Überwinterung: Afrika, Asien, europäische Westküste
Der Flussuferläufer besitzt so gut wie in ganz Europa Vorkommen (Ausnahme: Island), wo er hauptsächlich im Landesinneren, teilweise jedoch auch in Küstenregionen vorzufinden ist.
Als Lebensraum bevorzugt er hauptsächlich steinige Flussufer, Seen und Moore mit vegetationsstarken Schotterinseln um dort seine Eier ausbrüten zu können.
Im Winter zieht der Zugvogel wärmere Gebiete vor und verbringt diese Jahreszeit meist in Afrika (von der Sahara bis Südafrika, manche im Mittelmeerraum) oder Südasien.
Flussuferläufer können schwimmen, sowie tauchen, was jedoch häufiger bei jungen Vögeln beobachtet wird. Ihr Revier beträgt rund einen Kilometer Uferlänge, durch zunehmende Flussuferverbauungen ist er jedoch immer wieder dazu gezwungen ehemalige Brutplätze aufzugeben. In der Folge fehlt der Geschiebenachschub für neue Kiesinseln. Inseln mit zu starker Vegetation sind für ihn jedoch auch nicht mehr nutzbar. Grundsätzlich bewegt der Flussuferläufer sich eher in kleinen Gruppen, ist zur Brutzeit territorial und verteidigt sein Revier.
Die Wildflusslandschaften von Isar und Rißbach bieten dem Flussuferläufer hier die letzten idealen Lebensbedingungen. Von Mitte April bis Anfang August halten sich zwischen der Landesgrenze bei Scharnitz und dem Sylvensteinspeichersee, in der Regel etwa 12-20 Brutpaare auf.
Für gewöhnlich sind sie Ende Mai an der Oberen Isar zur Brut anzutreffen, welche im Schnitt 22 Tage dauert. Ende Juni schlüpfen die Jungen und bereits nach 25 Tagen beginnen sie nach und nach das elterliche Nest zu verlassen. Neben dem Tiroler Lechtal befinden sich im Karwendel die höchstgelegenen Brutvorkommen des Flussuferläufers in Europa.
Der Flussuferläufer ist vom Aussterben bedroht und wird in der roten Liste als „stark gefährdet“ geführt. Bedroht ist seine Art hauptsächlich durch Begradigungen und Verbauungen von Flüssen, mit denen eine Zerstörung seines natürlichen Lebensraums einhergeht.
Jedoch auch durch Schlechtwettereinbrüche und unerwartete Hochwässer werden immer wieder Bruten vernichtet. Verlieren der Flussuferläufer aber ein Gelege durch Hochwasser kommt es meist zu einem Nachgelege. In diesem Fall können die Jungen bis Ende Juli beobachtet werden.
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