Der Flussuferläufer

(Actitis hypoleucos) | Familie: Schnepfenvögel (Scolopacidae)

Nur noch selten ist der Flussuferläufer in den Alpen zu sehen. Grund sind die immer seltener werdenden Kiesbänke an natürlichen Wildflüssen, die dem Vogel seinen  bevorzugten Lebensraum bereitstellen.

 

QUICK-FACTS

Klasse:
Vögel
Ordnung:
Wat-, Möwen-, Alkenvögel
Größe (Körperlänge):
18 - 20,5 cm
Lebenserwartung:
bis zu 10 Jahre
Nahrung:
Insekten, Kleinkrebse, Würmer, Schnecken
Durchschnittliche Reviergröße:
1 km Uferbereich
Brut:
ca. 4 Eier (fast immer)
Gewicht der Eier:
ca. 12 g/Ei (so schwer wie das Weibchen selbst)
Brutverhalten:
Männchen und Weibchen wechseln sich bei der Brut ab
Wanderung:
Zugvogel Überwinterung: Afrika, Asien, europäische Westküste

Lebensraum und Vorkommen

Der Flussuferläufer besitzt Vorkommen in ganz Europa (Ausnahme: Island), wo er hauptsächlich im Landesinneren, teilweise jedoch auch in Küstenregionen vorzufinden ist.
Als Lebensraum bevorzugt er steinige Flussufer, Seen und Moore mit vegetationsstarken Schotterinseln, wo er auch seine Eier ausbrütet.
Im Winter begibt sich der Zugvogel in wärmere Gebiete und verbringt die kalte Jahreszeit meist in Afrika (Sahara bis Südafrika), teilweise auch im Mittelmeerraum oder Südasien.

 

Besonderheiten

Flussuferläufer können schwimmen und tauchen, was jedoch häufiger bei jungen Vögeln beobachtet wird. Ihr Revier umfasst rund einen Kilometer Uferlänge. Durch zunehmende Flussuferverbauungen sind sie jedoch immer wieder dazu gezwungen, ehemalige Brutplätze aufzugeben. Darüber hinaus führen die Regulierungen zu einem Ausbleiben von Geschiebenachschub und verhindern so die Entstehung neuer Kiesinseln. Solche mit zu starker Vegetation kann der Flussuferläufer ebenfalls nicht mehr nutzen. Grundsätzlich bewegt sich der Vogel eher in kleinen Gruppen, ist zur Brutzeit territorial und verteidigt sein Revier.

 

Bezug Karwendel

Die Wildflusslandschaften von Isar und Rißbach bieten dem Flussuferläufer die letzten idealen Lebensbedingungen. Von Mitte April bis Anfang August halten sich zwischen der Landesgrenze bei Scharnitz und dem Sylvensteinspeichersee in der Regel etwa 12 bis 20 Brutpaare auf.
Für gewöhnlich sind sie Ende Mai an der Oberen Isar zur Brut anzutreffen, die im Schnitt 22 Tage dauert. Ende Juni schlüpfen die Jungen und nach 25 Tagen verlassen sie nach und nach das elterliche Nest. Neben dem Tiroler Lechtal befinden sich im Karwendel die höchstgelegenen Brutvorkommen des Flussuferläufers in Europa.

 

Gefährdung und Schutz

Der Flussuferläufer ist vom Aussterben bedroht und wird in der roten Liste als „stark gefährdet“ geführt. Bedroht ist seine Art hauptsächlich durch Flussbegradigungen und -verbauungen, mit denen eine Zerstörung seines natürlichen Lebensraums einhergeht.
Auch durch Schlechtwettereinbrüche und unerwartete Hochwässer werden immer wieder Bruten vernichtet. Verliert der Flussuferläufer hingegen ein Gelege durch Hochwasser, kommt es meist zu einem Nachgelege. In diesem Fall können die Jungen bis Ende Juli beobachtet werden.

 

 

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