Das artenreiche Karwendelgebirge beherbergt mehr als 800 Schmetterlingsarten. Eine besondere unter diesen, stellt der Alpenflechtenbär dar.
Die Raupe
Die Raupe des Gelben Alpen-Flechtenbären ist braun-grau-schwarz gefärbt und besitzt einen hellgelben Streifen auf dem Rücken. Ihr Körper ist mit grauschwarzen, behaarten Warzen besetzt. Unter Steinen fertigt sie sich Gespinste, kommt jedoch auch an warmen Wintertagen zuweilen zum Vorschein um zu fressen. Ab Ende März beginnen sich die Raupen meist zu verpuppen. In sehr hohen Lagen kommt es jedoch auch vor, dass Raupen sogar zwei- bis dreimal überwintern bevor sie sich verpuppen.
Die Puppe
Seine Puppe zeigt sich mittelbraun und stumpf. Die Raupe verpuppt sich unter Steinen mit Hilfe von Haaren, Steinchen und Pflanzenteilen.
Der Falter
Die Vorderflügel des Falters weisen eine dottergelbe bis gelborange Färbung an der Oberseite auf, während die Hinterflügel eher hellgelb und an den Rändern schwarz gepunktet sind. Die Zeichnung der Vorderflügel kann unterschiedlich aussehen, entweder mit drei schwarzen Punktereihen oder mit drei, teils miteinander verbundenen, Streifen und Saumpunkten. Zwar ist der Alpen-Flechtenbär ein eher kleiner, am Tag fliegender Nachtfalter, doch variiert seine Größe von Exemplar zu Exemplar.
Die Fühler beider Geschlechter sind fadenförmig, die des Männchens besitzen zusätzlich Wimpern (mit freiem Auge nicht erkennbar).
Der Gelbe Alpen-Flechtenbär fliegt von Anfang April bis Anfang September und dann am liebsten in der warmen Vormittagssonne, wenn es noch nicht zu heiß ist. Meist hält er nach frisch geschlüpften Weibchen Ausschau, welche oft lockend neben ihrer Puppenhülle anzutreffen sind. Kurz nach der Kopulation legt das Weibchen die Eier auf Steinen ab.
Klasse:
Insekten
Ordnung:
Schmetterlinge (Lepidoptera)
Größe:
eher kleiner Falter (variiert stark)
Nahrung (Raupen):
Flechten
Lebensraum:
steinige, sonnige Wiesen und Felsen, auch innerhalb von Waldlichtungen (bis über 3000 m)
Gelege:
Eier ~ 0,8 mm, glänzend honigbraune Oberfläche
Überwinterung:
als Raupe
Der Gelbe Alpen-Flechtenbär ist ausschließlich im Alpenraum vorzufinden. Dort kommt er vereinzelt in den französischen, norditalienischen und österreichischen Alpen, jedoch zum größten Teil in der Schweiz vor. Man findet ihn in allen erdenklichen Höhenlagen und sogar in über 3000 m Seehöhe kann er sich noch entwickeln. Ist auch sein Verbreitungsgebiet nicht sehr groß, wo man ihn findet sind meist sehr große Populationen vorhanden.
Bevorzug hält sich der Gelbe Alpen-Flechtenbär in steinigen und felsigen Gebieten auf, unter den Steinen findet er Schutz und nachts die von der Sonne gespeicherte Wärme.
Außergewöhnlich ist, dass die Art der Musterung seiner Flügel von der Höhenlage abhängig ist in welcher das Exemplar lebt. Bis zu 1200 m Seehöhe sind beinahe alle punktiert, zwischen 1700 und 1800 m sind beide Ausprägungen zu gleichen Teilen anzutreffen und über 2000 m weisen beinahe alle eine gestreifte Musterung auf.
Das Karwendel ist eines der wenigen Gebiete in Österreich in denen der Alpen-Flechtenbär vorkommt. Seine Bevorzugung von alpinen, steinigen und felsigen Habitaten kommt diesem Gebiet zu Gute. Die im Karwendel reichlich vorkommenden Schutt- und Felsfluren sind somit öfters vom Alpen-Flechtenbär besiedelt.
Dort wo er vorkommt können seine Populationen sehr große Ausmaße annehmen. Der Gelbe Alpen-Flechtenbär wird daher insgesamt nicht als „gefährdet“ eingestuft. Allerdings sind bereits viele Populationen in den Tallagen verschwunden.
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