Der Rothirsch, die größte heimische Säugetierart - fälschlich auch der „König der Wälder“ genannt - wurde bei uns eher in die dichten Wälder zurückgedrängt, als dass er dort seinen Ursprung hätte. Betrachten lässt sich das scheue Wild für gewöhnlich eher selten, dafür ist sein „Klangkonzert“ zur Brunftzeit kaum überhörbar.
Die Stirnknochen die sich später zum Geweih des männlichen Hirsches entwickeln, bilden durch die Verzweigung an den Enden eine regelrechte Krone. In der Brunftzeit dient es dem Kampf gegen Konkurrenten und wird jedes Jahr im Frühling wieder abgeworfen. Der Rothirsch besitzt ein rotbraunes Fell mit einem weißen Fleck unterhalb des Schwanzes. Generell sind die Männchen deutlich größer als die Hirschkühe.
Klasse:
Säugetiere
Ordnung:
Paarhufer, Wiederkäuer
Kopf - Rumpf - Länge:
1,6 m - 2,5 m
Rückenhöhe:
1 - 1,5 m
Gewicht:
w 70 - 150 kg
m 100 - 250 kg
Gewicht Geweih (m):
~ 6 kg
Höchstalter:
15 - 20 Jahre
Nahrung:
Gräser, Kräuter, Früchte, Knospen, Triebe, Rinde
Brunftzeit:
Mitte September - Mitte Oktober
Tragezeit:
~ 34 Wochen (beinahe 8 Monate)
Anzahl der Jungen:
ein Kalb, selten zwei
Lebensraum:
Laub- und Mischwälder mit offenen Flächen
Die ruhige Zeit während der Sommermonate ist vorüber, wenn Mitte September die Brunft beginnt. Die Hirsche bekämpfen sich mit Hilfe ihrer Geweihe, verschaffen sich mit ihrem durchdringendem „Röhren“ Aufmerksamkeit und gehen auf Eroberung eines Brunftrudels. Erst im Mai wird das Kalb geboren und bleibt so lange bei der Mutter bis das Nächste kommt. Während sich die Weibchen auch danach dem Rudel anschließen, suchen die männlichen Hirsche gleichgeschlechtliche Rudel auf.
Der Rothirsch ist meist in Laub- und Mischwäldern zu finden, obgleich sein „unpraktisch“ großes Geweih darauf hindeutet, dass flussnahe Auwälder ursprünglich die besten Bedingungen für ihn boten. Mittlerweile bewohnt er auch Bergwälder, was jedoch eine starke Befütterung in den Wintermonaten voraussetzt. Sein natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die gesamte Nordhalbkugel, teilweise wurde er aber auch auf der Südhalbkugel in bestimmten Gebieten angesiedelt. Beispielsweise in Argentinien, Australien oder Neuseeland.
Da der Rothirsch schon auf eine lange Periode von Bejagung und Störung durch den Menschen zurückblickt, hat er sich im Laufe der Zeit zur nachtaktiven Art entwickelt. Erst in der Dämmerung kommt er zur Äsung aus seinen Verstecken.
In Mitteleuropa sind seine natürlichen Prädatoren (Wolf, Bär und Luchs) weitgehend ausgestorben, was die Regulierung des Bestands durch Jagd zur Folge hatte. Folglich ist das Rotwild keiner direkten Gefährdung ausgesetzt. Im weiteren Sinne ist jedoch sehr wohl die zunehmende Verinselung seiner Lebensräume Grund für die stärkere Bejagung und zugleich den Rückgang seiner Art.
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