Der Steinadler

(Aquila chrysaetos) | Familie: Habichtartig (Accipitridae) | Gattung: Echter Adler (Aquila)

Majestätisch gleitet er über Kämme und Gipfel und lässt sich dabei von so manchem Beobachter bewundern. Aus großer Höhe ist es dem Steinadler ein Leichtes, den Boden nach Beutetieren abzusuchen, zumal er mit seinen hervorragenden, sprichwörtlichen „Adleraugen“ ein Schneehuhn auf eine Distanz von bis zu drei Kilometern erkennen kann. Sein ausgeprägtes Sehvermögen und seine besondere körperliche Ausstattung machen ihn zum perfekten Jäger im hochalpinen Gelände.

 

QUICK-FACTS

Klasse: Vögel
Ordnung: Greifvögel
Größe (Körperlänge): 80 - 93 cm
Gewicht:
w: ca. 5 kg
m: ca. 3,7 kg
Flügelspannweite:
w: 220 - 230 cm
m: ca. 200 cm
Höchstflug-geschwindigkeit:
bis zu 125 km/h
max. Lebenserwartung in der Wildnis:
35 Jahre
max. Lebenserwartung in Gefangenschaft:
50 Jahre
Nahrung:
Beutetiere (Murmeltier, Schneehase, Rotfuchs, Birk- und Schneehuhn, im Winter auch Fallwild)
Durchschnittliche Reviergröße:
30 - 150 km²
Paarungsverhalten:
lebenslange Einehe
Brut: 2 - 3 Eier

Lebensraum und Vorkommen

Der Steinadler baut seinen Horst in der Regel in unzugänglichen Felswänden, selten auf alten Baumriesen. Generell bewohnt er Bergregionen und Hochlandwälder und ist auf der gesamten Nordhalbkugel, hauptsächlich in der gemäßigten Klimazone, verbreitet.
Heute beträgt der Steinadlerbestand in den Alpen ca. 1.300 Brutpaare, wovon rund 350 in Österreich zu finden sind.

 

Besonderheiten

Macht auch der „Weiße Tod" so manchem Lebewesen das Leben in den Alpen schwer, so bedeutet ein lawinenreicher Winter für den Steinadler einen „gedeckten Tisch“ im Frühjahr. Unzähliges in Lawinen zu Tode gekommenes Fallwild sichert so den Adlerbestand und sorgt für ein üppiges Nahrungsangebot.
Eine weitere Besonderheit des Steinadlers stellt sein jahreszeitlich frühes Brutverhalten dar. Bereits im März legt das Weibchen zwei bis drei Eier, die höchstens 45 Tage lang ausgebrütet werden. Meist überleben nur ein oder zwei der geschlüpften Jungen, die nach ihrer Geburt bis zu 80 Tage im elterlichen Nest verbleiben. Danach brechen sie zur Suche nach einem eigenen Revier auf.

 

Bezug Karwendel

Das Karwendel beheimatet insgesamt 21 Brutpaare, wovon 14 auf der Tiroler Seite leben. Viele dieser stabilen Reviere haben eine lange Tradition in der Region und bestehen bereits seit Jahrzehnten. Erste Brutbelege im Karwendel gibt es aus der Zeit zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Das Gebiet bietet dem Steinadler also schon seit langem die benötigten Lebensumstände wie natürlich Offenflächen oberhalb der Waldgrenze oder hohe Gebirgsketten.
Mit 1,7 bis 2,3 Paaren pro 100 km² ist das Karwendel flächendeckend vom Steinadler besiedelt und weist zurzeit eine der höchsten im Alpenraum existierenden kleinflächigen Adlerdichten auf.

 

Gefährdung und Schutz

Jahrhundertelang wurde in Europa Jagd auf den „König der Lüfte“ gemacht. Der Steinadler war beinahe ausgerottet, als man ihn 1952 unter Schutz stellte. Seither ist sein Abschuss in den Alpen gesetzlich verboten. In Europa wird der Steinadler als „potenziell gefährdet“ eingestuft und ist in der „EU-Vogelschutzrichtlinie“ aufgeführt.
Während seine Art in der Vergangenheit hauptsächlich durch die direkte Bejagung gefährdet war, sind es heute Störungen am Horst (Hubschrauber, Flugsportler, Kletterer, etc.), die dem Steinadler teilweise erheblich zu schaffen machen. Insgesamt hat sich der Adlerbestand durch die bewusste unter Schutzstellung und Pflege erholt und ist wieder alpenweit heimisch geworden.

 

 

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