Zu finden ist der Weißrückenspecht meist in urwaldartigem Totholzgebiet, nahe am Wasser. Von anderen Spechtarten oft schwer zu unterscheiden, ist er in Europa immer seltener zu sehen.

Weibchen und Männchen sehen sich sehr ähnlich. Einziges Unterscheidungsmerkmal ist der rote Scheitel des Männchens, der im Nacken ins Schwarze übergeht. Das Weibchen hingegen besitzt einen durchgängig schwarzen Scheitel.
Der Rücken des Weißrückenspechts zeigt sich schwarz, im unteren Teil rein weiß bis grauweiß gefärbt. Er besitzt einen Bartstreif, der sich vom Schnabelansatz zu den Kopfseiten zieht und im Nacken endet. Der Stirnbereich ist leicht gelblich gefärbt, die Kopfseiten bis auf den Bartstreif weiß. Unterhalb des Schwanzes ist das Gefieder leicht rosa, während die Flügel schwarz gefärbt und mit weißen Querbändern versehen sind. Die Bauchseite weist eine rötliche Färbung auf.
Rufe wie „kjück“ oder „kjück-kjück“ lassen auf die Stimme eines Weißrückenspechts schließen. Obwohl er die meiste Zeit des Tages für die Nahrungssuche aufwendet und dabei selten zu sehen ist, macht er durch die trommelnden Laute auf sich aufmerksam. Die Paarungszeit beginnt bereits im Februar und kann bis Ende Juni dauern. Wie alle Spechte ist auch diese Art ein Höhlenbrüter und benötigt für das Aushöhlen der ca. 20 cm breiten Bruthöhle drei bis vier Wochen (je nach Holzart).
Klasse:
Vögel
Ordnung:
Spechtvögel
Größe (Körperlänge):
25 - 28 cm
Gewicht:
105 - 115 g
Flügelspannweite:
40 - 45 cm
Lebenserwartung:
4 - 5 Jahre
Nahrung:
Insekten, Käfer, Larven, Samen, Körner, Beeren, Haselnüsse, etc.
Reviergröße:
1 - 2 km² (oder mehr)
Paarungsverhalten:
Monogame Einehe (mehrere Jahre oder ein Leben lang)
Brut:
3 - 5 Eier (beide Eltern brüten)
Brutzeit:
14 - 16 Tage
Der Weißrückenspecht ist vor allem in unberührten und nicht beeinflussten, lichten Laub- und Mischwäldern mit einem hohen Totholzanteil zu finden. Sein Lebensraum schwindet aber zusehends. Auf dem europäischen Kontinent ist der Specht hauptsächlich in Osteuropa, Skandinavien und den Alpen vorzufinden und darüber hinaus auch in vielen Teilen Eurasiens heimisch.
Da sich der Weißrückenspecht hauptsächlich von Insekten und Larven wie dem Borkenkäfer ernährt, spielt er eine wichtige Rolle in der Schädlingsbekämpfung. Ebenso dienen seine zurückgelassenen Bruthöhlen Vögeln und Säugern als Unterschlupf. Daraus lässt sich schließen, dass ein Weißrückenspecht-Vorkommen auf ein intaktes Ökosystem hinweist.
In den naturnahen Waldbereichen des Karwendels brütet der Weißrückenspecht an so mancher Stelle. Man nimmt an, dass seine Population im Karwendel mehr als 1 % des gesamten Bestandes in den österreichischen Alpen ausmacht. Jedoch sind auch die hier noch vorhandenen Totholzbestände durch die Forstwirtschaft gefährdet und der natürliche Lebensraum somit bedroht. Zukünftige Maßnahmen sollen den Erhalt dieser Gebiete verstärkt fördern.
Während der Weißrückenspecht vor allem in Europa wegen zunehmend schwindender Lebensräume immer seltener anzutreffen ist, ist er in weiten Teilen Asiens noch keiner Gefährdung ausgesetzt. Auf der Roten Liste der IUCN wird er daher als „nicht gefährdet“ eingestuft.
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