"Frauenschuh- Biotop Bettelwurfeck"

Fläche mit schützenswerten Pflanzen

Standortstyp: Hochstauden-Legbuchengebüsch


Kurzbeschreibung:

Direkt nach der Brücke über den Halltalbach auf dem Weg zur Bettelwurf Hütte befindet sich diese wenige 100 Quadratmeter große Biotopfläche. Diese wird einerseits durch den Weg nach Südosten, vom Halltalbach nach Süden, und von der in nördlicher Richtung anschließenden Schutt- und Latschenfläche begrenzt.

Bedeutung und Beurteilung:
Auf einem stark wechselnden Kleinmosaik, das immer wieder von Einschüttungen aus der angrenzenden Schuttfläche und von Felsstücken geprägt ist, wachsen in geschützten Mulden kleinflächig gehäuft der Frauenschuh (Cypripedium calceolus). Dieser ist laut Naturschutzverordnung der Tiroler Landesregierung 1975 eine vollkommen geschützte Pflanzenart. In der Roten Liste der Pflanzenarten Österreichs wird sie als gefährdet eingestuft.
Abgesehen vom gesetzlichen Schutz und der Gefährdung ist diese bei uns recht seltene Pflanze durch ihre gelb-bräunlichen Blüten ästhetisch sehr ansprechend. Mit bis zu 8 cm Länge sind sie eine der größten heimischen Blüten und stellen für Insekten eine "Kesselfalle" dar, die nur über die Narbe und den anschließenden klebrigen Pollenmassen verlassen werden kann. Als Lebensraum bevorzugt der Frauenschuh lichte bis halbschattige Wälder in colliner bis obermontaner Gebirgslage auf basenreichem, kalkhaltigem Untergrund.

Neben dem Frauenschuh gedeihen noch andere geschützte und gefährdete Pflanzen wie zum Beispiel Sumpfwurz (Epipactis sp.), Türkenbund-Lilie (Lilium martagon), Großes Zweiblatt (Listera ovata), Eibe (Taxus baccata) etc. in der Biotopfläche. Alles in allem stellt diese Fläche einen artenreichen und gut strukturierten Lebensraum dar, der sich aus einer Vielzahl von Vertretern verschiedener Pflanzengesellschaften wie Legbuchen-Wäldern, Latschen-Gebüschen usw. zusammensetzt.

Biotopwert:
Die Vielfalt des Standortes - bezüglich Bestandesaufbau, Schichtung, Kleinstruktur- und Artenreichtum - steht neben der Bedeutung für den Schutz gefährdeter Pflanzenarten im Mittelpunkt des Bewertungsschemas, welches der kleinen Fläche aber auch aufgrund der Naturnähe einen hohen Biotopwert bescheinigt.



 

Rückfragen bitte direkt beim Alpenpark Karwendel oder bei:

DI Dr. Michael Haupolter
Amt der Tiroler Landesregierung, Abt. Umweltschutz
Tel.: + 43 (0) 512 508-3466
michael.haupolter@tirol.gv.at

 

 

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