"Bergahorn-Ulmenwäldchen beim Berndt-Denkmal"

Seltene Waldgesellschaft

Standortstyp: Ulmen-Ahornwald


Kurzbeschreibung:
Auf ca. halbem Weg zwischen St. Magdalena und den Herrenhäusern befindet sich direkt neben dem Weg ein kleines Denkmal zu Ehren von Ing. Berndt. Direkt oberhalb vom Denkmal zieht sich eine Rinne bis zum Grat des Kartellerjöchls. Im unteren Bereich dieser Rinne hat sich ein Bergahorn-Ulmenwald ausgebildet. Die Exposition desselben ist Süd, die mittlere Hangneigung 50 %. Die Biotopfläche wird nach Süden von der Straße zu den Herrenhäusern, nach Norden von Felsen und der zuvor erwähnten Rinne begrenzt.

Bedeutung und Beurteilung:
Die Lage dieses Bergahorn-Ulmenwäldchens stellt einen typischen Akkumulationsstandort dar. Die Bodenmächtigkeit beträgt teilweise bis zu 2 Metern. In diesem sowohl von (Sicker-)Wasser als auch von Lawinen geprägten Lebensraum herrscht ein Überangebot von Nährstoffen, da diese permanent in die Biotopfläche eingebracht werden. Dieser Nährstoffreichtum drückt sich auch in der Vegetation aus. Es dominieren typische Hochstaudenpflanzen wie Hain-Greiskraut (Senecio nemorensis agg.), Wald-Ziest (Stachys sylvatica), Berg-Distel (Carduus personata), Weiße Pestwurz (Petasites albus) und Behaarter Kälberkropf (Chaerophyllum hirsutum). Nadelbäume fallen bedingt durch den Lawineneinfluß großteils aus, nur Laubgehölze, allen voran Bergahorn und Bergulme, vermögen diesen standzuhalten.
Besonders erwähnenswert ist die Ulmenverjüngung, die - im Vergleich mit ähnlichen Flächen in anderen Naturräumen des Alpenparks Karwendel - besonders gut in der Strauchschicht ausgeprägt ist und in der unteren Schicht bis 30 cm leider vollkommen fehlt. Diese Fläche ist darüberhinaus der einzige Standortstyp dieser Ausprägung im ganzen Naturraum Halltal und stellt somit eine lokale Seltenheit dar.

Biotopwert:
In Anbetracht des Sonderstandortes und des vergleichsweise untypischen Bestandesbildes (für montane Bergmischwälder) sind Naturnähe-Kriterien wie "Massenanreicherung" nur bedingt schlüssig und werden z.T. von "Bestandesgeschichte" kompensiert. Weiters sorgen die Seltenheit des Vegetationstyps einerseits, der lockere, vom Gelände strukturierte Aufbau und der Artenreichtum für den hohen Biotopwert.



 

Rückfragen bitte direkt beim Alpenpark Karwendel oder bei:

DI Dr. Michael Haupolter
Amt der Tiroler Landesregierung, Abt. Umweltschutz
Tel.: +43 (0) 512 508-3466
michael.haupolter@tirol.gv.at

 

 

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