"Kaltluft-Hangmoor Halltal"

Seltenes Feuchtbiotop


Kurzbeschreibung:
Direkt oberhalb eines Weges zwischen den Herrenhäusern und St. Magdalena liegt ein Kaltluft-Hangmoor. Im randlichen Bereich wird die Biotopfläche von einer Latschen-Einheit mit Laubgehölzen (Birken, Vogelbeeren) sowie einigen Lärchen und Fichten umgeben.

Bedeutung und Beurteilung:
Bei einem ersten Blick auf die Fläche ist man verwundert, warum ausgerechnet hier keine Bäume, Latschen oder sonstige Gehölze wachsen. Bei genauerem und vor allem fachkund-lichem Blick sind die unzähligen Moosarten zu erkennen, die in diesem Bereich wachsen. Besonders Torfmoose (Sphagnum spp.) und das Etagenmoos (Hylocomium splendens) decken neben vielen anderen mit hoher Mächtigkeit. Kniet man sich zur genaueren (botanischen) Betrachtung nieder, spürt man einen kalten Luftstrom. Dieser zwischen den Blöcken austretende Kaltluftzug ist für die Entstehung der organischen Auflage (Torf) verantwortlich, die an bestimmten Stellen bis zu 50 cm erreicht.
 
Steiner (1992) bezeichnet derartige Moortypen als Kondenswassermoore, die bisher nur aus Österreich bekannt sind. Durch Kaltluftaustritte an der Oberfläche von Block-, Grobschutt- und Bergsturzhalden kondensiert Wasser. An solchen Stellen wachsen verschiedene Moose, vor allem Torfmoose; charakteristisch für derartige Kondenswassermoore ist außerdem die Lage auf Hängen um die 33°, wobei sich Torfmächtigkeiten bis 1,5 Meter entwickeln können. Der Kaltluftaustritt zwischen den bis 50 cm großen Blöcken ist auch dafür verantwortlich, daß Fichten und Lärchen die Kümmerform nicht überwinden können. Die zahlreichen, ansonst nur alpin vorkommenden Pflanzen wie z.B. Silberwurz (Dryas octopetala), Haarstiel-Segge (Carex capillaris) und Alpen-Gemskresse (Hutchinsia alpina) unterstreichen die widrigen Umweltbedingungen dieses Lebensraumes. Im gesamten Naturraum Halltal stellt diese Biotopfläche die einzige Ausprägung dieses Moortypes dar, und ist aus diesem Grund absolut schützenswert.

Biotopwert:
Die Moor-Formation gilt als selten und gefährdet - sehr hoch!



 

Rückfragen bitte direkt beim Alpenpark Karwendel oder bei:

DI Dr. Michael Haupolter
Amt der Tiroler Landesregierung, Abt. Umweltschutz
Tel.: + 43 (0) 512 508-3466
michael.haupolter@tirol.gv.at

 

 

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