
Kurzbeschreibung:
Vom Hochmahdkopf Richtung Westen zum Haller Zunterkopf stockt nordseitig ein Lärchwiesenwald in einer mittleren Seehöhe von 1700 Meter. Dieser wird nur durch einige Blößen, die durch Nutzungen bzw. Windwürfe entstanden sind, teilweise unterbrochen.
Bedeutung und Beurteilung:
Diese Fläche stellt, wie der Leitbiotoptyp schon sagt, neben dem Lärchenwiesenwald Ißjöchl die einzige Waldfläche mit historischer, landwirtschaftlicher Nutzung dar. Der Name "Hochmahdkopf" bezieht sich auf die Mahd in früherer Zeit. Das geerntete Heu wurde in weiterer Folge zu Ballen zusammengebunden und auf der Südseite des Hochmahdkopf zu Tal geworfen. Die Arbeit und das Risiko, Heuballen durch Beschädigung zu verliehen, stand ganz offensichtlich dem Gewinn einiger kg Heu gegenüber. Die Reste dieser historischen Nutzung sind noch heute in Form dieses Lärchwiesenwaldes existent, dessen Ende jedoch absehbar ist. In ca. 200 bis 300 Jahren dürfte die großteils im Altholz befindliche Lärchenbaumschicht von der derzeit vorhandenen flächigen Fichten-Verjüngung durchwachsen sein. Diese Tendenz wurde auch durch eine forstwirtschaftliche Nutzung unterstützt, wo bei einer Schadholznutzung (dieser Bereich wurde aus der Biotopfläche ausgenommen!) Fichten kultiviert und mit Verbißschutz (verstreichen, Schafwolle) versehen wurden. Pflegemaßnahmen wären für längere Erhaltung zwar notwendig, scheinen für diesen relativ abgeschiedenen Bestand unrealistisch.

Kommentar:
Lärchwiesenwälder sind durch selektive Plenterung der anderen Baumarten
wie Fichte sowie durch Mahd/Beweidung entstanden. Dieser "Kunstzustand"
ist heute von wirtschaftlicher Bedeutungslosigkeit - wie in diesem
Falle - und kann somit nur mehr sehr schwer bzw. überhaupt nicht mehr
aufrechterhalten werden.
DI Dr. Michael Haupolter
Amt der Tiroler Landesregierung, Abt. Umweltschutz
Tel.: + 43 (0) 512 508-3466
michael.haupolter@tirol.gv.at
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