
Der zierliche Schotterkönig braucht nicht nur alpine Wildflüsse wie den Rißbach oder die Isar, sondern v.a. auch Ruhe während seiner Brutzeit von Mai bis Juli – diese Ruhe wollen wir ihm im Alpenpark Karwendel gewähren und deshalb werden die Brutgebiete am Rißbach abgezäunt um Störungen durch (Nutz-)tier und Mensch zu minimieren. So sichern wir gemeinsam das Überleben dieser faszinierenden Art!

1995 wurde die erste systematische Erhebung der Flussuferläufervorkommen am Rißbach durchgeführt. Darauf aufbauend fand 1996 ein umfassendes Monitoring mit Unterstützung zahlreicher Studenten der Universität Innsbruck statt. Begleitend dazu wurden die Gäste und Einheimischen über die Lebensweise und Schutzwürdigkeit des Flussuferläufers informiert. Die Abzäunung der Brutreviere erfolgte seit vielen Jahren durch Helmuth Berchtold, der sich liebevoll um „seine Vögel“ kümmert.
Die Rote Liste Österreich stuft den Flussuferläufer als "stark gefährdet" ein, in der Begründung heißt es:
"Der dramatische Lebensraumverlust durch Flussregulierungen scheint weitgehend gestoppt, punktuell werden durch Renaturierung auch neue Brutplätze geschaffen. Derzeit besteht jedoch ein stark zunehmender negativer Einfluss im Gefolge der Inanspruchnahme naturnaher Fließstrecken durch verschiedene Formen der Freizeitnutzung, vor allem die starke Zunahme der Angelfischerei und weiters des Boots- und Badebetriebs; durch diese Störungsquellen wird vor allem der Fortpflanzungserfolg beeinträchtigt [...]. Handlungsbedarf (!): Einführung zeitlich-räumlicher Nutzungsbeschränkungen für Angelfischerei und andere Freizeitnutzungen. Erhaltung naturnaher Fließstrecken. Flussrenaturierung. Monitoring." (2005, S.99)
In den Jahren 2009 und 2010 fand im Zusammenarbeit mit Birdlife und dem Landesbund für Vogelschutz eine Kartierung am Rißbach statt und die Maßnahmen zur
Bewusstseinbildung wurden weiter umgesetzt. Im Sommer 2011 gelang
unseren Rangern ein sensationeller Fund im Hinterautal. Erstmals wurde dort ein Brutvorkommen festgestellt.
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Mit dem Sommer 2013 beginnt ein weiteres Artenschutzprojekt für den Flussuferläufer. Der Alpenpark Karwendel hat ein dreijähriges Schutzprogramm erarbeitet, das systematisch und ganzheitlich den Schutz dieser sensiblen Art gewährleisten soll. Die Brutgebiete obere Isar und Rissbach sollen umfassend in allen möglichen Revieren erhalten werden. Der Flussuferläufer ist zwar die Hauptsache, aber auch die Bewusstseinsbildung der Besucher ist ein wichtiger Punkt für uns.
Um die Wahrscheinlichkeit sowohl der Revierbesetzung als auch des Bruterfolgs zu erhöhen, haben wir diverse Maßnahmen geplant:
- Langfristige und regelmäßige Kontrollen des Brutvorkommens durch Naturpark-Ranger und Freiwillige des Team Karwendel.
- Zum Schutz vor Betretung durch Weidevieh und Menschen: Einzäunung der besonders sensiblen Gebiete während der Brutzeit vom 15. April bis 15. August.

- Besucherlenkung und Bewusstseinsbildung durch Informationstafeln an den Zäunen, im Naturparkhaus und an den Zugängen zu den Karwendeltälern.
Infos, Beobachtungen und Karte
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29.05.2013
Veranstaltungsort: Informationsbüro Pertisau (Bushaltestelle Pertisau Info)
Jeden Mittwoch (08. Mai bis 23.Oktober):
Spannende Entdeckungsreise in die Tier- und Pflanzenwelt ...
Verein Alpenpark Karwendel
Lendgasse 10a, A-6060 Hall in Tirol, Austria
Tel.: +43 (0)5245-28914
E-Mail: info@karwendel.org
