Scharnitz, am 28. Oktober 2009. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen mit den Österreichischen Bundesforsten gibt der Alpenpark Karwendel und das Land Tirol die Ausweisung von drei neuen Naturwaldreservaten im Vomperloch (Gemeindegebiet Vomp, Absam und Terfens) bekannt. „Diese drei neuen Naturwaldreservate sind aktiver Naturschutz im Rahmen des Alpenparks“, freuen LHSTv. Hannes Gschwentner und Hermann Sonntag vom Alpenpark Karwendel unisono.
Die internationale Bedeutung im Naturschutz gewinnt der Alpenpark Karwendel u.a. durch den Bestand alter, reich strukturierter und vielfältiger Bergwälder. Naturwaldreservate bilden eine gute Möglichkeit diese Wälder und damit gleichzeitig alle Lebensgemeinschaften, die damit verbunden sind, zu schützen. Auf Basis eines zivilrechtlichen Vertrags verpflichtet sich der Eigentümer die forstwirtschaftliche Nutzung zu unterlassen. Die Vertragsdauer beträgt 20 Jahre. Im Alpenpark gibt es unter Berücksichtigung der neuen Flächen 474 ha. Ziel ist es, bis 2013 insgesamt 700 ha der wertvollsten Wälder durch Naturwaldreservate zu sichern.
Da Naturwaldreservate ein freiwilliges Instrument des Naturschutzes darstellen, ist eine gute Zusammenarbeit mit den Eigentümern Grundvoraussetzung. Alle 3 neuen NWR gehören den Österreichischen Bundesforsten. Insgesamt tragen die Österr. Bundesforste mit ihren 389 ha Naturwaldzellen zum aktiven Naturschutz im Alpenpark bei. „Die Bundesforste sind sich der gesellschaftlichen Auftrags bewusst, der weit über die rein wirtschaftlichen Aspekte hinausgeht. Neben unserem Engagement im Moorschutz ist dies ein weiterer Beitrag unsererseits für den Alpenpark Karwendel“, erklärt Egon Fritz, Leiter des Forstbetriebs Oberinntal.
Finanziert werden die Entschädigungen aus den Mitteln des Tiroler Naturschutzfonds, der von der Abteilung Umweltschutz verwaltet wird. Der Naturschutzfonds des Landes Tirol wurde 1990 zur Förderung und Erhaltung der Natur in Tirol ins Leben gerufen. „Es ist unser Ziel, mit diesem Fonds ganz konkrete Naturschutzprojekte wie diese Naturwaldreservate im Alpenpark Karwendel zu unterstützen“, erklärt LHStv. Hannes Gschwentner.
Der Alpenpark Karwendel umfasst beinah das gesamte Karwendelmassiv und ist mit einer Fläche von 727 km² das größte Tiroler Schutzgebiet und der größte Naturpark Österreichs. Aufgrund der klimatischen und topografischen Gegebenheiten verfügt das Karwendel über einen überdurchschnittlich hohen Anteil an natürlichen Lebensräumen wie Urwäldern und Wildflüssen und beherbergt eine hohe Artenvielfalt: Viele typische Tier- und Pflanzenarten der Alpen wie Steinadler, Flussuferläufer oder die Deutsche Tamariske (Auwaldpflanze) haben hier bedeutende Vorkommen. Das Karwendel besitzt aber auch eine 150jährige alpintouristische Geschichte und wird jährlich von ca. 1 Mio. Menschen besucht. Auch klassische Nutzungsformen wie Alm- und Forstwirtschaft, sowie die Jagd spielen eine wichtige Rolle und prägen das Gebiet seit Jahrhunderten.
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