Nach dem einstimmigen Beschluss der Tiroler Landesregierung und der Veröffentlichung im Boten von Tirol wird der Alpenpark Karwendel der fünfte Tiroler Naturpark. „Das Land Tirol hat die Möglichkeit das Prädikat Naturpark an besondere Schutzgebiete zu verleihen. Der Alpenpark Karwendel hat aufgrund seiner naturkundlichen Ausstattung, aber auch aufgrund der Zielsetzungen des Vereins und der inhaltlichen Arbeit das Prädikat „Naturpark“ zweifelsohne verdient“, freut sich Naturschutzreferent LHStv Hannes Gschwentner. „Diese Auszeichnung ist für uns eine Bestätigung für unsere bisherige Arbeit, aber vor allem eine große Motivation für die zukünftigen Projekte im Karwendel“, erklärt Walter Lechthaler, Obmann des Vereins Alpenpark Karwendel und weist dabei auf die bereits getätigten Projekte im Jahr 2009 hin.
Das Prädikat Naturpark bedingt mehrere Vorteile für die zukünftige Arbeit. „Neben der Möglichkeit unterschiedliche Förderungen zu nutzen, sind auch die engere Zusammenarbeit mit den anderen Tiroler Naturparks und die starke Vertretung durch den Verband der Naturpark Österreichs wesentliche Vorteile“, erläutert Lechthaler, die Gründe für die Bewerbung. Der Alpenpark wird zukünftig als „Alpenpark Karwendel – größter Naturpark Österreichs“ nach außen auftreten.
Im Zuge der Verleihung wurde auch der Jahresbericht 2009 übermittelt, der die wichtigsten Projekte in den Bereichen Naturschutz, Besuchermanagement und Umweltbildung zusammenfasst. „Wir konnten in allen 3 thematischen Schwerpunkten erste Akzente setzen. Beispiele dafür sind neue Naturwaldreservate, die Eröffnung des neuen Naturparkhauses in Hinterriß oder das umfangreiche Schulprogramm.“, erläutert Hermann Sonntag, Geschäftsführer des Vereins.
Der Alpenpark Karwendel umfasst beinah das gesamte Karwendelmassiv und ist mit einer Fläche von 727 km² das größte Tiroler Schutzgebiet und der größte Naturpark Österreichs. Aufgrund der klimatischen und topografischen Gegebenheiten verfügt das Karwendel über einen überdurchschnittlich hohen Anteil an natürlichen Lebensräumen wie Urwäldern und Wildflüssen und beherbergt eine hohe Artenvielfalt: Viele typische Tier- und Pflanzenarten der Alpen wie Steinadler, Flussuferläufer oder die Deutsche Tamariske (Auwaldpflanze) haben hier bedeutende Vorkommen. Das Karwendel besitzt aber auch eine 150jährige alpintouristische Geschichte und wird jährlich von ca. 1 Mio. Menschen besucht. Auch klassische Nutzungsformen wie Alm- und Forstwirtschaft, sowie die Jagd spielen eine wichtige Rolle und prägen das Gebiet seit Jahrhunderten.
Hermann Sonntag, 0664-2041015, hermann.sonntag@karwendel.org
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