 |

Naturkunde> Zoologie
|
| Steinadler |
|
Der Steinadler ist heute - nach jahrhundertelanger Verfolgung - wieder im gesamten Alpenraum verbreitet. Durch strenge Schutzbestimmungen, insbesondere das Verbot der Bejagung, haben sich die Bestände erholt.  |
Die Adlerzahlen in den Alpen werden gegenwärtig wieder durch natürliche Faktoren bestimmt. Die wichtigsten sind Schnee und Lawinen. |
| |
Steinadler
(Aquila chrysaetos)
Steinadler schreiten sehr früh im Jahr zur Brut. Schon im Februar sieht man die großen Vögel regelmäßig mit Nistmaterial zu ihren alten Horsten fliegen, um im Winter entstandene Fehler auszubessern. Jedes Paar verfügt über etwa 7 bis 10 Horste, die abwechselnd immer wieder genutzt werden. Die meisten Nistplätze im Karwendel liegen an geschützten Felswänden, sehr selten kommen auch Baumhorste vor.
Mit der Ablage des ersten Eies im März beginnen die Altvögel sofort zu brüten, wobei sie sich regelmäßig abwechseln. Nach etwas mehr als 40 Tagen schlüpfen die Jungadler. Nun wird es für die Altvögel schwierig: für ihr starkes Wachstum benötigen die Nestlinge sehr viel Energie.
|
Wichtigste Nahrungsquelle ist zu dieser Jahreszeit unter Lawinen getötetes oder im Tiefschnee abgestürztes Fallwild. Da die Steinadler von diesem Futter abhängig sind, bedeutet ein schneereicher Winter mit vielen Lawinen einen gedeckten Tisch für ihre Jungen.
Nach schneearmen Wintern kann es dagegen vorkommen, dass die Vögel überhaupt nicht mit dem Brüten beginnen oder aber die Jungen im Nest verhungern. Nur unter günstigsten Bedingungen überleben alle der 2 - 3 Nestlinge. Oft werden auch kleinere Junge von ihren Eltern oder den Nestgeschwistern getötet, damit wenigstens ein Nachkomme überleben kann. |
 |
| |
| Abhängigkeit der Steinadler von Lawinenopfern |
| Die im Rahmen einer jahrtausendelangen Entwicklung entstandene Abhängigkeit der Steinadler von Lawinenopfern zeigt, wie sehr diese Tiere an ein Leben im Gebirge angepasst sind. Der Winter regelt hier die Bestände, indem die Zahl der Nachkommenschaft jedes Jahr schwankt.
Folgen mehrere schneereiche Winter - und damit erfolgreiche Adlerbruten - hintereinander, treten andere Mechanismen der Bestandesregulation in Kraft, wobei es je nach Region große Unterschiede gibt. Überschüssige Jungadler aus dem Karwendel wandern zumeist ab. Sie suchen nach unbesetzten Revieren und legen dabei Entfernungen von bis zu 500 km zurück. |
In anderen Gebieten der Alpen wurde beobachtet, dass Jungadler auf der Suche nach einem zukünftigen Revier von erwachsenen Adlern getötet wurden, da sie in deren Territorium eingedrungen waren.
 |
|