Geschichte

Bereits 1928 verordnet, ist der Naturpark Karwendel das älteste Schutzgebiet Tirols.

Das Naturschutzgebiet „Alpenpark Karwendel“ feierte 2008 sein 80jähriges Bestehen. Im selben Jahr wurde der dazugehörige Naturparkverein gegründet. Das Karwendel an sich blickt jedoch bereits auf eine weitaus längere Geschichte zurück – seine Grate, Kare, Almen und Flüsse haben viel zu erzählen. Seit der Mensch vor rund 3.000 Jahren mit der Erschließung des Gebiets begann, haben sein Interesse und seine Faszination für diese Gebirgsregion stetig zugenommen.

1922_Frau_am_Ahornboden1

Das Karwendel fasziniert schon seit langem: Ahornboden 1922, Foto aus dem Gemeindearchiv Vomp.

karte_big

Historischer Kartenausschnitt: Quelle: Land Tirol/TIRIS

Namensgebung KARWENDEL

Als in der Au, im oberen Isartal um Scharnitz, ein Germane Namens Kérwentil (Bedeutung: Speerwender) einen Hof besaß, verschaffte es dem Gebiet den Namen Kerwéndelau.
Die Verschiebung der Betonung erklärt sich durch das germanische Dreisilbengesetz. Die vom Hof aus befahrbare Alpe erhielt in Folge den Namen Karwéndl. Während die fachwissenschaftliche Rechtfertigung darunter nur das Karwendeltal bei Scharnitz verstand, wurde dieser Name von der damaligen Bevölkerung auf das gesamte Gebirge zwischen Seefeld und Achensee angewandt. Schlussendlich verwendeten die Tiroler Bauern Peter Anich und Blasius Hueber Karwéndel erstmals als offiziellen Namen für die Kartierung dieser Region im Jahre 1774.

Schließt also so mancher Bewohner oder Besucher auf die Herkunft des Namens auf Grund der unzähligen Kare, die dieses Bergmassiv beherbergt, so ist er damit ein wenig auf dem Holzweg. Zur Gänze ist diese Überlegung jedoch nicht auszuschließen, da auch die Änderung von „Ker-“ zu „Kar-“ einen Grund gehabt haben muss.

WISSENSWERTES & DOWNLOADS

 

Die letzten 80 Jahre im Zeitraffer:

  • 1928 – erfolgte die erste Verordnung zur Unterschutzstellung des Karwendels
  • 1928 – wurde der zentrale Teil des Karwendelgebirges als Banngebiet (Naturschutzgebiet) erklärt. Dieses Schutzgebiet diente damals eher zum Schutze des Eigentums – der touristische Ansturm auf die alpine Bergwelt setzte ein. Bemerkenswert ist aber auch die Tatsache, dass neben dem Schutz der Pflanzen bereits Faunenelemente geschützt wurden und besonders das „Raubwild“ – vor allem der Edelmarder – vor dem Ausrotten bewahrt werden sollte.
  • 1943 – wurde das Gebiet durch den damaligen Reichsstatthalter neu verordnet. In dieser unrühmlichen Zeit des Zweiten Weltkrieges betrachtete man das Schutzgebiet eher als außergewöhnliches Jagdgebiet.
  • 1951 – wurde in einer Karwendelhöhle ein 5.000 Jahre altes Elchskelett gefunden. |
  • 1954 – wurde das Steinöl aus dem Bächental als Arznei anerkannt. | www.steinoel.at
  • 1965 – verschüttete eine riesige Schneelawine die Enger Alm. | www.engalm.at
  • 1967 – wurde der Salzberbau im Halltal eingestellt.
  • 1989 – erfolgten Neuverordnungen, bei denen neue Schutzziele und die jetzige Ausdehnung festgelegt wurden. Die einzelnen Schutzgebiete wurden mit den Verordnungen der Tiroler Landesregierung vom 23. März 1989, LGbl. Nr. 21 – 31 ausgewiesen. Die Alpenpark-Verordnung regelt den Schutz aller wildwachsender Pflanzen und freilebender, nicht jagdbarer Tiere im gesamten Gebiet des Alpenparks Karwendel.
  • 1995 – wurde das Karwendel als Natura 2000 Gebiet gemeldet. | Natura 2000
  • 1997 – eröffnete das erstes Infozentrum in Hinterriß.
  • 1999 – wurden die Herrenhäuser im Halltal durch eine Lawine schwer beschädigt.
  • 2004 – erfolgte der Start zur Renaturierung der Karwendelmoore. | Moorprojekte
  • 2005 – wurde ein Managementplan für den Großen Ahornboden verabschiedet. | Ahornbodenprojekt
  • 2005 – eröffnete die moderne Schaukäserei in der Engalm. | www.engalm.at
  • 2008 – erfolgte die Gründung des Vereins Alpenpark Karwendel. | Vereinsstruktur
  • 2009 – wurde das neue Naturparkhaus in Hinterriß eröffnet.
  • 2009 – der Alpenpark erhält von der Tiroler Landesregierung das Prädikat Naturpark verliehen
  • 2010 – der Alpenpark erhält für sein Engagement in der Umweltbildung den Umweltpreis der Stadt Innsbruck und eine Auszeichnung der UNESCO
  • 2011 – der Alpenpark Karwendel wird vom UNESCO Komitee mit dem Goldenen Nagel ausgezeichnet. Seit August beginnt der Jura am Kuhjoch im Karwendel.
  • 2013 – der Alpenpark Karwendel erhält für die Freiwilligenplattform TEAM KARWENDEL den renommierten Österreichischen Kulturlandschaftspreis.
  • 2014 – Der Alpenpark Karwendel darf den 50.000sten Besucher im Naturparkhaus Hinterriß begrüßen und erhält zwei Auszeichnungen für seine Themenwege
  • 2015 – Der Alpenpark Karwendel verabschiedet mit dem Karwendelprogramm 2020 ein neues Leitbild und präsentiert sich nunmehr unter dem Titel Naturpark Karwendel. Seit November 2015 ist das Naturpark-Management in die sog. „Alte Bastion“ in Hall übersiedelt.

WANDERROUTEN
BERGTOUREN
KARWENDEL TOP 10
NATURFÜHRUNGEN
Region Hall-Wattens
Innsbruck
Achensee
Silberregion Karwendel
Seefeld
Naturjuwele