Neueste Bilder

Zaunbau Kleiner Ahornboden Besucherzählung

Archiv

Auf Wiedersehen uns bis zum nächsten Jahr!

Liebe Interessierte und Blog-LeserInnen,

Mit letztem Sonntag ist unsere diesjährige Ranger Saison zu Ende gegangen und nun geht es zurück ins Büro und in die Auswertung unserer gesammelten Daten. Im Gesamten blicken wir zufrieden auf den Sommer und unseren Geländeeinsatz zurück. Es war von Allem etwas dabei: Tierbeobachtungen jeglicher Art, nette KarwendelbesucherInnen, grantige Gesellen, die nur den Berg hoch hetzen, gemütliche Genußmomente, viele “Aha” Erlebnisse bei Leuten die wir mal durch’s Fernglas oder Spektiv haben schauen lassen, Schnee, Regen, Wind und Sonne, Erhebungen, Zählungen, Müll sammeln, natürlich auch das ein oder andere Problem an dem wir noch dran bleiben müssen. Ganz wichtig war uns aber immer, den Menschen die Natur näher zu bringen und sie an unserem Wissen und unserer Begeisterung teilhaben zu lassen.

Danke an all jene, die genauso denken wie wir und bei den anderen wird’ s hoffentlich auch noch werden ;)

Und hier noch ein Paar fotografische Eindrücke……

Bis zum nächsten Jahr auf unserem Blog. Weitere Neuigkeiten zum Alpenpark sind aber nach wie vor ganz normal unter www.karwendel.org nachzulesen.


Tintenstriche

Auf Felsen bzw. Felswänden sind oftmals herunterlaufende Bänder oder Striche zu erkennen. Diese Striche lassen manchmal auch an ausgelaufene Farbe oder Pinselstriche denken. Sie werden auch „Tintenstriche“ genannt und sind Kolonien von Blaualgen (Cyanobakterien). Die wichtigste Voraussetzung für die Ansiedelung der Blaualgen ist Feuchtigkeit – sie benötigen jedoch keinen Humus und siedeln sich sowohl auf Kalk- als auch auf Silikatgestein an. Man findet diese Blaualgen also sehr häufig entlang von Schmelz- oder Regenwasserrinnen mitten im Fels. Die Cyanobakterien sind sehr einfach gebaut und haben beispielsweise keinen Zellkern. Sie bilden fädige oder kugelige Formen und kommen ausschließlich in Massen vor.


Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)

Der Herbst kommt langsam aber sicher und damit endet nicht nur bald die Ranger-Saison, sondern auch die Blütezeit der Blumen im Gebirge. Eine Blume die wir in den letzten Wochen noch beobachten durften ist der Blaue Eisenhut.

Eingie wissenswerte Fakten über den Blauen Eisenhut:

  • gilt als die giftigste Pflanze Mitteleuropas
  • Familie der Hahnenfußgewächse
  • nur Hummeln können die Oberlippe (den Helm) hochdrücken, Eisenhut-Arten kommen daher nur im Verbreitungsgebiet von Hummeln vor
  • einer griechischen Sage nach tropfte der Eisenhut aus der Galle des Kerberos, beim Versuch des Herakles ihn aus der Unterwelt zu bringen, auf den Boden
  • in der Antike galt der Blaue Eisenhut als „pflanzliches Arsen“ und spielte bei einigen Giftmorden, wie beispielsweise jenem am römischen Kaiser Claudius, eine Rolle
  • das Gift des Eisenhut ist das Alkaloid Aconitin, welches zuerst die Nerven erregt und sie dann lähmt; der Tod tritt nach einigen Stunden unter starken Schmerzen durch einen Herzstillstand oder eine Atemlähmung ein; das Gift durchdringt auch die Haut
  • die Pflanze wird auch „Venuswagen“ genannt, da sie ohne den Helm auch an einen Wagen mit zwei vorgespannten Tieren erinnert

Der 3.10.

….Tag der deutschen Einheit und zudem zeigen sich die Ahornbäume am Großen Ahornboden in ihrer Farbenvielfalt, was so viel bedeutet wie: Morgen wird es mal wieder rund gehen in der Eng.

Wir Ranger packen bereits heute unsere Sachen und fahren Richtung Risstal. Mal sehen wieviele Campierer die Verbotstafeln nicht gelesen haben, welche Autos morgen kreuz und quer in den Wiesen stehen, Hunde ohne Leine, Leute die ganz aus Versehen ihren Müll neben dem Auto haben stehen lassen. Das Wetter könnte einige Leute davon abhalten raus in die Natur zu gehen, ich denke wir haben trotzdem viel zu tun.

An dieser Stelle möchte ich mich aber auch bei all Jenen bedanken, die wissen wie man sich im Miteinander und in der Natur zu verhalten hat!

Und, wer uns treffen möchte, wir sind da! Mit Donnerstag endet dann auch langsam unsere Saison im Gelände….

 


Einfach schön...

Sonnenaufgang auf der Falkenhütte mit dem Röhren der Hirsche im Hintergrund…

Danach gemeinsames Gamsen schauen in der Morgenstimmung…

So lässt es sich arbeiten und die Besucher haben auch viel Freude dabei!


Ausflug ins Rossloch

Am letzten Sonntag hat es uns ans Ende des Hinterautales – ins Rossloch – verschlagen. Von der Kastenalm aus führt ein kleiner Fahrweg hinein ins, im Vergleich zum Hinterautal selbst, einsam und verlassen wirkenden Rossloch. Neben den imposanten Gipfeln und Felswänden, die den Weg säumen, bilden das Bachbett und die Ahornbäume ein wunderschönes Panorama. Für alle Heurschrecken-Liebhaber ist das Rossloch ein Paradies -hier kann man die Vielfalt dieser Art live miterleben. Ein Highlight: das Schnarren und der Anblick der Rotflügligen Schnarrschrecke (Rote Liste Art)!

Auch Hermann von Barth – der “Erschließer des Karwendels”, er soll 88 Gipfel im Karwendel im Sommer 1870 bestiegen haben – hat über das Rossloch geschrieben. Zu seiner Zeit galt das Rossloch schon als “verborgener Winkel des Karwendels”. Nachfolgend seine Schilderungen aus dem Jahre 1875:

„Ich hatte mich nach den Schwierigkeiten, die mir von Seiten des Jagdpersonals bei meinem ersten beabsichtigten Eindringen in diesen verborgensten Winkel des Karwendel- Gebirges entgegengetreten waren, alsbald an den mit der Oberaufsicht über die fürstlich Hohenlohe’sche Jagd im Hinterautale betrauten Herrn Oberförster in Scharnitz gewendet und von diesem auch in zuvorkommendster Weise die Zusicherung erhalten, daß meinen Erforschungsprojekten kein Hindernis im Wege stehen solle und er den Jägern dementsprechende Anweisungen erteilen werde. Doch konnte ich, wie sich bei einer späteren Gelegenheit herausstellte, von großem Glücke sagen, daß die wirkliche Ausführung dieser Projekte auf einen Zeitpunkt traf, wo dem Turnus zufolge gerade der mindest wilde der drei wilden Jäger auf Wacht im Hinterautale war. Bei meiner Ankunft am 14. abends erwartete sein Vorgänger eben seine Ablösung.

Ich vollführte am nächsten Tage die Ersteigung der Kaltwasserkarspitze in finsterem Gewölke und rasendem Schneesturm, am 16. August bei kaum besserem Wetter den leichten Besuch des Moserkarspitzes. Früh am Nachmittage kehrte ich von diesem zurück, und nun – da die Witterungsaspekten etwas günstiger sich zeigten – erklärte ich dem inzwischen neu angekommenen Jäger rundweg, daß ich jetzt ins Roßloch gehe; die bezüglichen Weisungen werde er von seinem Vorgesetzten bereits erhalten haben – wenn er übrigens hinsichtlich der Einrichtung meiner Wanderung besondere Wünsche hege, so wolle ich solche gern berücksichtigen. Mit etwas süßsauerem Gesichte sagte er mir dann, wenn es denn sein müsse, so solle ich wenigstens zu allererst geradeswegs nach der ,,Stang”‘ (dem Grubenkarspitze) gehen und von dort aus gegen ,,das Sonnenjoch” (die Sonnenspitzen) herüber; so würden dann doch nur die Gemsen, die ich auf meinem ersten Wege aufsprengen würde, aus dem Revier hinausgejagt, in umgekehrter Richtung aber alles. Aber ,,erlauben hätt’ er’s nit sollen, der Herr Oberförster, es rennt doch alles davon”.

So machte ich mich denn gegen Abend auf, um noch das kleine Birschhäuschen am Ende des Tales, unmittelbar am Fuße der zirkusförmig zu dem Hügelplateau in der Hochregion des Roßlochs aufstrebenden Wände zu erreichen. In fast feierlicher Stimmung wanderte ich den schmalen, mitunter kaum kenntlichen Pfad dahin, der in diese verschlossene, von niemandem fast betretene und gekannte Felsenwelt mich führen sollte. Über die Wiesenfläche der Kasten-Alpe, dann durch hohes Krummkieferngebüsche führte mich der Pfad am rechten Ufer des Roßkarbaches entlang; am Eingange des eigentlichen Tales rücken ,die dasselbe beiderseits einschränkenden Felsenwälle – der Ausläufer der Sonnenspitzen von links, der Suntiger von rechts – hart aneinander, der schmale Zwischenraum bildet einen hügelig unebenen Boden, mächtige Schuttmassen, welche von beiden Seiten sich herabgießen, versperren die Talsohle, und von einem Bache in derselben ist nichts mehr zu hören, noch zu sehen; er sucht sich seinen Weg tief unter dem überdeckenden, rauhen Getrümmer, in welchem auch die von den benachbarten Wänden herunterstürzenden Wasserstrahlen spürlos verschwinden.“

(Hermann von Barth, ursprünglich im Alpenfreund 1875 veröffentlicht; abgedruckt in den Gesammelten Schriften des Freiherrn Hermann von Barth, München, 1926, S. 789 ff.)


Almsommer im Karwendel


Schöne Mittagspause - Tourentipp

…in der Nähe des Satteljochs welches ein bissl oberhalb der Plumsjochhütte liegt.

In gemütlichem Tempo sind wir in ca. 1 1/4 Stunden vom Risstal Richtung Plumsjochhütte (ca. 600 hm) geradelt, danach dann in ca. 40Minuten (300 hm) zu Fuss hinauf zum Satteljoch. Wie man unschwer erkennen kann hat man hier einen traumhaften Ausblick auf das Naturdenkmal “Großer Ahornboden” in der Eng.

Es ist auch möglich vom Gerntal (Achensee) aus auf das Satteljoch zu wandern. Man kann entweder mit dem Auto (Mautstraße!) oder mit dem Rad zur Gernalm fahren. Von dort aus sind es ca. 760 hm zu Fuss.

Eine weitere Möglichkeit ist es das Satteljoch in eine Rundtour einzubauen:

Start am Parkplatz P9 im Risstal -  zu Fuss Richtung Plumsjochhütte – Weiter auf’s Satteljoch – Abstieg über den Hasentalalm-Hochleger, Mittelleger und Niederleger zum Parkplatz P8 (Hagelhütten) im Risstal. Man sollte dafür ungefähr 4 Stunden einrechnen (13km, ca. 860 hm). Die Tour ist mittelschwer.


Müll am Berg

Bei unserem Einsatz im Risstal ist uns wiedermal klar geworden wie ärgerlich das Thema Müll eigentlich ist. Herumliegender Müll ist überall ein Ärgernis, im Gebirge dauert es jedoch viel länger, wenn überhaupt, bis er verrottet.

Abfälle und ihre Verrottungsdauer:

 

  • Bananen- und Orangenschalen: 3-12 Monate
    organische Abfälle, wie Obstschalen, werden von Bakterien und Bodenlebewesen abgebaut; wegen der tieferen Temperaturen im Gebirge sind deren Aktivitäten verlangsamt
  • WC-Papier: 3-12 Monate
    verschmutzt nicht nur die Landschaft, sondern ist auch für zahlreiche Tierarten giftig
  • Zigarettenstummel: 1-5 Jahre
    verschmutzen Boden und Wasser; Ein Zigarttenstummel kann bis zu 1000 l Wasser verunreinigen!
  • Plastik und andere Kunststoffe: 100-1000 Jahre
    der Boden wird verschmutzt und Tiere können sich verletzten bzw. ist das Fressen der Plastikteile giftig
  • Alu und Weißblech: verrottet kaum ganz
    der Boden wird verschmutzt und Tiere können sich verletzten

 

Bitte hinterlasst daher keine Abfälle!!
Und warum eigentlich  nicht auch mal störenden Müll von anderen mitnehmen – in einem Platiksackerl oder Ähnlichem lässt sich leicht mal das ein oder andere Teil mitnehmen und im Tal entsorgen!


Das Kasermandl - gesichtet auf der Stallenalm

Das eigenartige Kasermandl zählt zu den bekanntesten Sagengestalten Tirols. Zahlreiche Almen „rühmen“ sich als herbst- bzw. winterliche Wohnstätte dieser verdammten Seele zu dienen.

Im Kern verbirgt sich im Kasermandl eine traurige Geschichte. Zu Lebzeiten nämlich soll es als Senner (Kaser) gearbeitet haben, aber mit dem „Almnutzen“ (also den dort hergestellten Produkten) nicht sonderlich sorgsam umgegangen sein – so verwendete es etwa die Butterkugeln schlicht und einfach zum Kegeln. Die Strafe konnte da natürlich nicht ausbleiben – der nichtsnutzige Senner wurde dazu verdammt, nach seinem Tode jährlich die Almhütten unsicher zu machen. Es hüte sich also der herbstliche Wanderer vor der Begegnung mit so einem Schalk!

Das Kasermandl hat seinen Auftritt ab dem Zeitpunkt des Almabtriebes, wenn die Hütten also verschlossen und verlassen werden. Gewöhnlich muss es dann den ganzen Winter dort oben bleiben und geht erst wieder, wenn der Almauftrieb beginnt. Mancherorts ist das Strafmaß allerdings geringer ausgefallen: Das Kasermandl darf schon zu Martini wieder herunter. Dieser Abzug von der Alm mitsamt geisterhaften Tieren wurde gerade im Unterland (in der Gegend von Kufstein und Kitzbühel) gerne als „Almererfahren“ nachgestellt. Junge Burschen verkleideten sich als Tiere und Kasermandl, zogen lärmend in die Dörfer und rußten jeden, dem sie begegneten oder trieben sonstigen Unfug.

Dieses Brauchtum ist leider ausgestorben – ganz im Gegensatz zum Kasermandl, dem man immer noch begegnen kann. Ist man Manns bzw. Frau genug, so kann man es sogar erlösen. Bietet es nämlich dem Wanderer ein Mus an, dann sollte man es auch essen. Was allerdings eine gewisse Überwindung erfordert, da es stark mit Dreck und Tierkot vermischt ist! Schafft man das allerdings, dann hat man wahrlich eine gute Tat vollbracht – die geschundene Seele des Kasermandls darf sich endlich aus dem Staub machen und ruhigeren Beschäftigungen nachgehen. Wanderer, höre es wohl! (zit. www.tirol.at, 2012)