Eine grüne, niedrig wachsende Pflanze mit dünnen, nadelförmigen Blättern, die als Deutsche Tamariske identifiziert wurde, breitet sich auf sandigem Boden in der Nähe eines Flussufers aus, mit Wasser und Bäumen im Hintergrund.

Die Deutsche Tamariske

Myricaria germanica | Familie: Tamaricaceae

Wenig auffällig und doch so besonders ist die Deutsche Tamariske. Die Pionierpflanze, die auf Flussschotter beheimatet ist und sich bei starker Erosion und regelmäßigem Hochwasser am wohlsten fühlt, zählt zu den bedrohten Pflanzen im Karwendel. Ihre Lebensräume schwinden zusehends.

Merkmale

Die immergrüne Deutsche Tamariske ist ein Strauchgewächs, das an seinen rutenartigen Ästen schmale, anliegende, graugrüne Laubblättchen besitzt. Ihre Blüten bestehen aus fünf weißen Blütenblättern und fünf leicht rosa gefärbten Kronblättern. Zwischen Juni und August steht die Tamariske in Blüte und lockt mit ihrem Nektar bei schönem Wetter Insekten an, welche die Tamariske bestäuben. Die Blüte geschlossen hält sie bei Regenwetter; dann kann es zu einer Selbstbestäubung kommen. Da ihre Samen einen Haarschopf besitzen, werden sie gleichmäßig vom Wind verteilt.

Lebensraum und Vorkommen

Sie ist die einzige europäische Vertreterin der eigentlich auf Asien beschränkten Art. Ihr Lebensraum erstreckt sich in Europa von den Pyrenäen bis Skandinavien und zum Kaspischen Meer. Die Deutsche Tamariske bewohnt Sand- oder Kiesbänke an flussnahen Au-Landschaften, was zur Folge hat, dass sie mittlerweile, genau wie diese, Seltenheitswert besitzt. An neu gebildeten Flussalluvionen siedelt sie sich als eine der ersten Pflanzen an – auf Schotterbänken, die teils stark überflutet werden können, jedoch zeitweilig auch stark austrocknen.

Besonderheiten

Da sich die Deutsche Tamariske gerne an Sonnenplätzen aufhält und zum Gedeihen besonders viel Licht benötigt, stellen andere Sträucher oft eine Konkurrenz für sie dar. Dadurch ist sie indirekt angewiesen auf regelmäßige Störungen – wie Überflutungen, die ihr den nötigen Freiraum sicherstellen.

Deutsche Tamariske im Karwendel

Die Isarauen bieten der Deutschen Tamariske einen der wenigen in den Alpen verbleibenden Lebensräume. Sie ist hier eine botanische Besonderheit. An der oberen Isar, zwischen Mittenwald und Lenggries, ist sie auf ca. 49 km entlang der Isar zu finden. Auch am Rißbach sind einzelne Exemplare nachgewiesen.

Gefährdung und Schutz

Die Deutsche Tamariske wird als „vom Aussterben bedroht“ in der Roten Liste Österreichs geführt. Die Verbauung der Flüsse, vor allem im Alpenraum, führt immer mehr zur Zerstörung ihres natürlichen Lebensraums. Ihre letzten großen Bestände in den Nordalpen sind am Tiroler Lech, am Halblech und an der oberen Isar übriggeblieben.

Naturgucker

12 Besonderheiten im Karwendel

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Naturpark Karwendel