Fischerei am Rissbach
Der Rissbach liegt in einem wunderbaren Naturpark. Die Natur soll so bleiben wie sie ist, unberührt und vollkommen. Warum also Fischbesatz?
Nachhaltige Fischerei
Fischerei ohne Besatz
Durch Martin Schoissengeier, den ehemaligen Fischereipächter am Rissbach, hat sich in Bezug auf Nachhaltige Fischerei am Rissbach viel Positives getan. In Zusammenarbeit mit Andreas Haas von den Österreichischen Bundesforsten wurde an einem möglichst natürlichen Fischbestand abseits von Besatz gearbeitet. Trotz fischereilicher Nutzung und Entnahme ist es das klar definierte Ziel, einen selbstreproduzierenden Stamm von Bachforellen und Saiblingen zu erhalten und die regionale Genetik der Fische zu schützen.

Eine genaue Erfassung der Fänge durch hejfish hilft dabei, den Aufbau der Population den Ergebnissen einer Analysebefischung durch die ÖBF gegenüberzustellen. Das Ergebnis: Trotz des schwierigen Lebensraumes erhalten wir einen Naturfischbestand mit perfektem Populationsaufbau.
Erfahren Sie mehr und angeln Sie selbst: Seit 2022 bietet Andreas Ganslmaier als zertifizierter EFFA-Guide Kurse und Guidings für Fliegenfischer an. Mehr dazu unter https://alpine-flyfishing.de/ oder auf www.bundesforste.at

Bachforellen im Rissbach
Der Rissbach lebt. Viel Geschiebe und wildes Wasser verlangen den Bachforellen einiges ab. Sie haben wenig Zeit sich für den Winter vorzubereiten und Eier für den Fortbestand der Art zu produzieren. Die Forellen und Bachsaiblinge reproduzieren selbst in den perfekten Strukturen des Rissbaches. Verschiedene Forellenstämme finden wir in den Seitentälern und kleinen Quellbächen. Der Rissbach ist auf Grund der ökonomischen Lebensweise der Bewohner nicht einfach zu befischen, da die Tiere keine Umwege für ihr Fressen machen. Es gibt keine Besatzfische und somit nur die gut ausgeprägten Instinkte der Naturforellen, die sich seit ewig den rauhen Bedingungen angepasst haben. Natürlich kommt neben der Bachforelle die Koppe und eine große Anzahl kleiner Organismen und Bachbewohner vor, die die Nahrungsgrundlage für die heimischen Fischstämme bilden.Foto: R. KlingerFoto: M. Schoissengeier
Rissbach
Einer der letzten unverbauten Wildflüsse Tirols
Der Rissbach schlängelt sich über 30km durch die Landschaft des Karwendels und verbindet gewissermaßen Tirol mit Bayern. Sein Ursprung liegt unter anderem im Enger Grund, auf etwa 1200m, wo mehrere Quellbäche zusammenfließen. Erst ab den Hagelhütten wird er Rißbach genannt. Nördlich von Hinterriß überschreitet er die Landesgrenze und mündet bei Vorderriß in die Isar. Ganz unbeeinflusst durch die menschliche Hand ist er nicht: Kurz vor der Mündung wird Wasser zum Kraftwerk Niedernach abgeleitet. Im Gesamten verfügt er aber über alle Eigenschaften eines Wildflusses. Ein Fluss von unglaublicher Schönheit und Dynamik.

Bei seiner Mündung in die Isar hat das Flussbett des Rissbachs eine Breite von über 300m. Aber auch im Naturpark Karwendel, auf Tiroler Seite, ist es stellenweise sehr breit und der Rissbach schlängelt sich in einem verästelten System aus Flussarmen und Schotterinseln durch sein Flussbett. Am Rande befinden sich oft Altarme, die keinen Anschluss mehr zum Hauptflussbett aufweisen oder weitere kleine Stillgewässer.

Elektrobefischung Rissbach 2017/2022
Alles für die Fisch – neue Zeiten am Rissbach
Die Elektrobefischung dient der flächendeckenden Erhebung des Fischbestandes zur Feststellung der Artenzusammensetzung und des Altersaufbaues der vorhandenen Fischarten sowie zur Dokumentation der Fischbiomassen im Längsverlauf. Diese Daten, in Kombination mit modernsten Methoden (eDNA-Analyse), sind die Grundlage für die zukünftige Bewirtschaftung im Fischereirevier und sollen dafür sorgen, dass wir nicht nur lebendige Schotterbänke, sondern auch natürliche Fischbestände bekommen. Diese Untersuchungen werden alle 5 Jahre durchgeführt, um auch zu beobachten wie sich der autoktone Fischbestand im Rissbach verändert. Die Ergebnisse zeigen einen deutichen Zuwachs aller natürlich vorkommenden Fischarten und deuten nicht darauf hin, dass ein Besatz nötig sei.
Für genauere Ergebnisse wenden sie sich bitte an: sebastian.pilloni@karwendel.orgFotos: S.Pilloni


Elektrobefischung Obere Isar
Im Sommer 2024 wurden auch an der Oberen Isar Untersuchungen durchgeführt. Es wurde untersucht, ob es auch hier autochtone Bachforellen Vorkommen gibt. Die E-Befischung und genetische Untersuchungen wurden vom SNSB – Zoologische Staatssammlung München unter der Führung von Dr. Ulrich Schliewen durchgeführt. Wir warten schon gespannt auf die Ergebnisse!
Für genauere Ergebnisse wenden sie sich bitte an: sebastian.pilloni@karwendel.org


















