Invasive Alien Plants in Protected Mountain Summer Pastures
Drivers of Invasion Risk in the Austrian Alps
Gebietsfremde invasive Pflanzenarten (IAPS) dringen zunehmend in Almgebiete der
österreichischen Alpen ein. Diese Entwicklung betrifft selbst Naturschutzgebiete, wo sie
besonders wertvolle, artenreiche Kulturlandschaften potenziell gefährden. Diese Studie
untersuchte 260 Standorte in drei großen Schutzgebieten (Naturpark Karwendel sowie die
Salzburger und Tiroler Teile des Nationalparks Hohe Tauern), um den IAPS-Reichtum, die 2
Auftretenshäufigkeit und Bedeckung zu quantifizieren sowie die wichtigsten Umwelt- und
Managementfaktoren für das Invasionsrisiko zu identifizieren. Unter Verwendung eines
standardisierten T-förmigen Layouts der Untersuchungsflächen nach dem ‚MIREN-Road
Survey Protocol‘ und logistischer Regression wurde das Vorkommen von Neophyten mit
Distanz zu Wirtschaftswegen, Beweidungsintensität, Vegetationstyp, Klima und
geochemischen Bedingungen in Beziehung gesetzt. Fünf verschiedene IAPS wurden in den
Untersuchungsflächen nachgewiesen (Juncus tenuis, Matricaria discoidea, Erigeron annuus,
Solidago canadensis, Galinsoga quadriradiata) mit einem Gesamtanteil von 7,7% befallenen
Flächen, jedoch deutlichen Unterschieden zwischen Regionen, Höhenstufen, Straßendistanz
und meist niedrigen Bedeckungsgraden in den betroffenen Flächen. Direkt an Straßen
angrenzende Flächen zeigten deutlich die höchsten Invasionsgrade, wobei die
Wahrscheinlichkeit für IAPS-Vorkommen stark mit zunehmender Straßenentfernung abnahm –
dies bestätigt Wirtschaftswege als zentrale Ausbreitungskorridore. Trittschäden erhöhten
signifikant die Invasionswahrscheinlichkeit, während Kotdichte und Vegetationstyp selbst nicht
signifikant waren, was darauf hindeutet, dass Störungsintensität wichtiger ist als biotische
Resistenz. Klimatische Bedingungen modulierten das Invasionsrisiko zusätzlich: längere
Vegetationsperioden und relativ trockene Sommer waren mit höherem IAPS-Vorkommen
assoziiert, während die Exposition keinen nachweisbaren Effekt hatte – dies unterstreicht das
Klima als wichtigen, aber nicht exklusiven Filter. Insgesamt zeigen unsere Ergebnisse, dass der
Invasionsdruck in alpinen Weidesystemen noch moderat, aber nicht zu vernachlässigen ist und
eng mit menschlicher Infrastruktur, Störungen und klimatischen Bedingungen verknüpft bleibt.
Schutzmaßnahmen sollten daher auf Prävention und Früherkennung entlang von Straßen
fokussieren, Präventionskonzepte in die Planung neuer Entwicklungsprojekte integrieren und
weniger intensive, störungsbewusste landwirtschaftliche Praktiken in Zusammenarbeit mit
Landwirten und Parkverwaltungen fördern.
Details
Autor: Daniel Pilz
Titel: Invasive Alien Plants in Protected Mountain Summer Pastures – Drivers of Invasion Risk in the Austrian Alps
Themenschwerpunkt: Neophyten, Almen, Schutzgebiete
Geografischer Schwerpunkt: Karwendel, Nationalpark Hohe Tauern
Datum: 2026
Hochschule: Universität Innsbruck
Art der Arbeit: Masterarbeit
Umfang: 26 Seiten

