Isarursprung – wo die Isar noch eine Tirolerin isch

Bei Moosbänken beginnt die junge Isar leise plätschernd ihren Lauf. Die Musik der Natur in der gewaltigen Felskulisse des Karwendelhauptkamms.

Am Holztor wird abgestiegen. Hinter dem Zaun, der den Isarursprung vor dem Staub der Mountainbikes schützt, lädt ein Bänklein zum Verweilen ein. Junge Birken und Blaubeersträucher, Bergaurikel und der Stängellose Enzian säumen den beschaulichen Ort. Im Hintergrund macht die junge Isar glucksend und plätschernd auf sich aufmerksam.

Der Isarursprung im Hinterautal

Hier nimmt der viertgrößte Fluss Bayerns seinen Anfang. Kaum jemand weiß jedoch, dass der offizielle Isarursprung keine wirkliche Quelle ist, sondern vielmehr der Ort, an dem drei Bäche – Karstquellen aus dem darüberliegenden Schutteinzugsgebiet – aufeinandertreffen. Einheimische nennen den Ort vor der Kastenalm im Hinterautal daher auch „bei den Flüssen“.

Das ganze Hinterautal beeindruckt durch die Gipfelketten, zu deren Besteigung man hier viele Ausgangspunkte findet. Das Hallerangerhaus im Südosten ist eine beliebte Bergsteigerunterkunft. Aber auch die Isar, deren Lauf man stets folgt, löst Bewunderung aus durch die Kräfte, mit denen sie sich ihren Lauf über die Jahre hinweg gegraben hat.

Angesichts des wasserdurchlässigen Karwendelschotters erstaunt es, dass so viele Bäche hier entspringen. Mit 350 Quellen im gesamten Gebiet ist das Karwendel alles andere als wasserarm! Das rührt daher, dass unter dem karstigen Kalkgestein eine Tonschicht weiteres Versickern unmöglich macht und das Wasser am Fuße der Berge wieder hervortreten lässt. Schnell geschieht dieser Prozess aber nicht: mancher Tropfen „reift“ über 15 Jahre im Karwendelfels, bis er wieder an die Erdoberfläche tritt.

Der Wildfluss – ein stark bedrohter Lebensraum

Die obere Isar ist – zusammen mit dem Rißbach – einer der ganz wenigen naturbelassenen Wildflüsse der Alpen. In Tirol kommt sogar durchschnittlich auf alle 800m Wildbach eine Verbauung! Das naturgemäß breite Flussbett bietet zwar keine wirtschaftlich nutzbare Fläche, dafür bieten die Schotterbänke vielen seltenen Arten einen Lebensraum.

Spezialisten wie der Flussuferläufer (s. Foto, P.Buchner, Birdlife), der auf den überflutungsgefährdeten Standorten brütet, Wolfspinnen oder die Deutsche Tamariske (ein in Deutschland und Österreich vom Aussterben bedrohter Wildstrauch) finden hier eine Heimat.

Ein naturbelassenes, breites Flussbett ist auch ein optimaler Hochwasserschutz, wie man z.B. an der Rißbachmündung nach Starkregenereignissen beobachten kann: die Wassermassen können sich hier ausbreiten und langsam abfließen.

Drei Tage braucht ein Wassertropfen vom Isarursprung bis ans Schwarze Meer. Ein Kieselstein reist an einem verlängerten Wochenende bis nach Mittenwald. Ein Kajakboot benötigt dafür nur einen halben Tag.

Wegbeschreibung

Den Isarursprung erkundet man idealerweise auf einer gemütlichen Fahrradtour! Die nahegelegene Kastenalm lädt zur Einkehr ein.

Mehr Informationen

Öffentliche Anreise

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen Sie Scharnitz sehr bequem und umweltfreundlich von Tirol genauso wie von Bayern aus. Die Zugstrecke der ÖBB/DB zwischen München-Garmisch-Innsbruck verkehrt hier regelmäßig, Sommer wie Winter. Vom Bahnhof sind es wenige Minuten an der Durchgangsstraße nach Süden, bevor links der Weg Richtung Karwendeltäler abzweigt.

PKW
Mit dem Auto passiert man das Grenzdorf Scharnitz auf der Bundesstraße zwischen Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck. Parkmöglichkeiten gibt es auf dem Großen Parkplatz in der „Länd“: von Tirol kommend vor der Isar rechts abbiegen, von Bayern aus nach der Isar links.

In der näheren Umgebung gibt es sehenswerte Besucherzentren!

Der Isarursprung liegt in der Nähe eines weiteren TOP 10-Platzes des Karwendels!

Die TOP 10 stellen eine Auswahl der schönsten Plätze im Naturpark Karwendel dar. Ein Besuch lohnt sich allemal!

Wander- und Bergtouren von Scharnitz aus.

Scharnitz hat nicht zu Unrecht den Namen „Tor zum Karwendel“. Hier öffnen sich nach Westen die drei großen Karwendeltäler, das Karwendeltal im Nordwesten, das Hinterautal im Westen und das Gleirschtal im Südwesten. Dazwischen ragen die höchsten Bergketten imposant in die Höhe und laden zu abenteuerlichen Bergtouren ein. Aber auch die Wildflüsse in den Tälern locken mit ihrer urtümlichen Dynamik. Obendrein finden sich idyllische Almen und artenreiche Bergwälder – soweit das Auge reicht. Egal ob ein – oder mehrtägig: die einzigartige Natur des Karwendel lässt sich ideal von Scharnitz aus erwandern!

Wandertouren mit öffentlicher Anreise

Ob Überschreitungen oder kleine Spaziergänge – mit Bus und Bahn ist man nicht nur naturfreundlich unterwegs, sondern kann abwechslungsreichere Touren unternehmen als mit dem Auto!

Hier gehts zu unserem Wander- und Öffiführer.

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Entdecken Sie die natürliche Vielfalt des Karwendels mit neuen Augen!

An der Seite unserer professionellen NaturparkführerInnen gibt es über Besonderheiten am Wegesrand genauso viel zu Staunen wie über die großen Zusammenhänge im Gebirge. Neben den standardmäßig aufgeführten Naturführungen in der Umgebung von Scharnitz finden Sie hier unser gesamtes Angebot. Darüber hinaus veranstalten wir auch gerne individuelle Führungen – auch für mehrere Tage, bis hin zur Karwendel Durchquerung in einer Woche.

Auskünfte zu den Übernachtungsmöglichkeiten erhalten sie beim zuständigen Tourismusverband Olympiaregion Seefeld.

TOP 10 im Karwendel

Region Hall-Wattens
Innsbruck
Achensee
Silberregion Karwendel
Seefeld
Naturjuwele