Wege des Holzes – Kulturgeschichte und natürliche Vielfalt

INTERREG-Projekt zur grenzübergreifenden Geschichte und Ökologie der Wege des Holzes

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Projektvorstellung

Thematischer Hintergrund

Die Holznutzung in den Nordalpen war als Praxis meist grenzüberschreitend, die natürliche Artenvielfalt ist es ohnehin. In unserem Projekt wollen wir Besuchern diese Zusammenhänge verdeutlichen und gemeinsam mit anderen Institutionen ein thematisches Netzwerk für naturnahen Tourismus aufbauen.

Bis ins 20. Jahrhundert war die Holznutzung der wichtigste Wirtschaftszweig der Nordalpen, doch heutige Besucher ahnen davon kaum etwas. Die Spuren dieser Geschichte sind oft nur noch für Eingeweihte lesbar. Die beiden grenznahen Standorte in Scharnitz und am Wasmeier Freilichtmuseum sollen mit Museen in ehemaligen Hütten der Holzer diese Kulturgeschichte aufbereiten. Darüber hinaus ist unser Ziel – den Wegen des Holzes folgend – mit bestehenden Institutionen flussabwärts das Thema gemeinsam fortzuspinnen. Sei es der Weg des Holzes als Floß auf der Isar oder als Stützpfeiler („Stempel“) im Salzbergbau der Saline Hall.

Auch der Naturraum hält Besonderheiten diesseits wie jenseits der Staatsgrenze parat. Dies gilt nicht nur für das Grenz-Gebirge und Gebiet Karwendel, sondern setzt sich ebenso im nordöstlich angrenzenden Mangfallgebirge fort, das ebenso als Natura 2000-Gebiet geschützt ist. Neben artenreichen naturnahen Bergwäldern in Bayern wie in Tirol sind es besonders die Flüsse, die einen geradezu sinnbildlich verbindenden Charakter haben. Mit der oberen Isar und dem Rißbach hat das Tiroler Karwendel gleich zwei europaweit bedeutsame Wildfluss-Lebensräume, die sich auf bayerischer Seite – in Abschnitten – fortsetzen.

Projektpartner

Das auf drei Jahre angesetzte Projekt wird durch das grenzüberschreitende Förderprogramm der EU INTERREG Österreich-Bayern 2014-2020 aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung gefördert.

Der Naturpark Karwendel ist hauptverantwortlicher „Lead“-Partner in diesem Projekt und stellt zusammen mit der Gemeinde Scharnitz die beiden Tiroler Partner. Die Olympiaregion Seefeld fungiert dankenswerterweise im Hintergrund als Geldgeber und kommt für den Eigenanteil der Tiroler Seite auf. Auf bayerischer Seite arbeiten wir mit dem Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz sowie dem Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee zusammen.
Außerdem konnten wir bereits im Vorfeld zahlreiche Institutionen für eine weitere Kooperation gewinnen.

Worum geht es genau?

  1. Zunächst wird jeweils in Scharnitz sowie auf der Fläche des Wasmeier Museums eine ehemalige Holzerhütte, in der die Holzarbeiter im Gebiet untergekommen sind, aufgebaut und als Museum ausgebaut. Die Ausstellung wird sich dem Leben der Holzer ebensosehr widmen wie der allgemeinen Geschichte der Holznutzung und ihrem ökologischen Kontext im Bergwald.
  2. Um die nötige Infrastruktur in Scharnitz im Gebiet der „Länd“ aufzubauen wird hierfür zusätzlich ein modernes Naturpark-Infozentrum entstehen.
  3. Das Wissen um die lokalen Besonderheiten der Geschichte gilt es aufzugreifen und eine Grundlage für die Ausstellungen zu erarbeiten. Hierfür wird eine offene Wissensdatenbank geschaffen, die als KarwendelWIKI Hinweise und Wissenswertes versammelt. Wir freuen uns über jeden Hinweis auf diverse Quellen zum Thema!
  4. Im Anschluss an die in Scharnitz und am Schliersee aufgebauten Museen zu Holznutzung und natürlicher Vielfalt sollen dann bestehende Institutionen vernetzt werden und das Thema grenzüberschreitend vertieft werden.

Standort Scharnitz, Tirol

In der ehemaligen „Länd“ im Ortszentrum – heute ein großflächiger Besucherparkplatz – soll ein Museum zur Geschichte der Holznutzung und natürlichen Vielfalt, ein modernes Infozentrum für die zahlreichen Besucher, sowie eine naturnahe Außenanlage mit Spielplatz entstehen.

Die ehemalige Winterstube der Holzer, die als Museumsgebäude dienen wird, stammt aus dem Gleirschtal. Sie wird im Bild links errichtet. Rechts, zur Straße hin, soll das Infozentrum entstehen, während der (zum Teil asphaltierte) Zwischenraum als Spielplatz und naturnaher Begegnungsraum für Einheimische wie Besucher gestaltet wird.

An der Planung des Außengeländes war die Volksschule Scharnitz maßgeblich beteiligt, auch die Umsetzung soll in weiten Stücken mit Freiwilligen erfolgen.

Während der Bau der Holzerhütte für Herbst 2017 geplant ist, soll das Gesamtgelände im Frühjahr 2018 umgestaltet und das Infozentrum 2018/19 gebaut werden.

 

Im Hintergrund der Webcam-Aufnahmen ist mittig der Hohe Gleirsch zu erkennen, von dem aus rechts das Gleirschtal abzweigt. Durch die Gleirschklamm wurde damals das Holz getriftet und hier, am ehemaligen Ländsee angelandet.

Ost-Nordseite

Standort Schliersee, Bayern

Das Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee ist bekannt für sein „altbayerisches Dorf“, doch nun soll es um ein Gebäude aus jüngerer Zeit ergänzt werden. Die historische Winterstube der Holzer aus dem Mangfallgebirge datiert ins 19. Jahrhundert zurück. Sie soll Balken für Balken und Nagel für Nagel abgetragen und auf dem Gelände des Freilichtmuseums wieder aufgebaut werden.

Dort wird sie wie die anderen Gebäude auch zunächst selbst wirken und die Besucher einladen, die Historie gewissermaßen von ihrer Patina abzulesen und, besonders im ehemaligen Trockenraum, einzuatmen. Darüber hinaus wird aber auch hier eine Ausstellung über die Kulturgeschichte der Holznutzung, sowie über die beeindruckende Artenvielfalt im nahegelegenen Natura 2000-Schutzgebiet Mangfallgebirge entstehen.

Da die Hütte dann bereits integriert ist in die Infrastruktur des Freilichtmuseums, sollen Naturführungen und Wanderwege die Umgebung thematisch erschließen: um auch hier den Besuchern die grenzübergreifenden Geschichten von Kultur und Natur gleichermaßen nahe zu bringen.

Erste Fachtagung für ein Netzwerk der Wege des Holzes

Am 19./20. Oktober 2017 fand die erste Fachtagung zum Projekt statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der verschiedenen Institutionen (von Museen, Kuturvereinen, Tourismusverbänden, Umweltbildungseinrichtungen, Forst und mehr) konnten dabei am erstenTag von einer Studie des Museumspädagogischen Zentrums München über die grenzübergreifende Geschichte der Holznutzung im Gebiet hören. Auch eine Zielgruppenanalyse für die geplanten Museen, durchgeführt durch die Edinger Tourismusberatung, wurde vorgestellt. Schließlich ging es auch ums Kennenlernen der vielen verschiedenen Personen und Institutionen – sowie freilich um die Projektvorstellung und die Besichtigung unserer Baustelle in der Länd.

Am zweiten Tag widmeten sich die TeilnehmerInnen in einem Workshop den Grundlagen für ein zukunftsfähiges Netzwerk der „Wege des Holzes“, die Ideen sprudelten geradezu!

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für Ihre Offenheit und ihr Engagement und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit!

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Eckdaten zum Projekt

  • Voller Projekttitel: „Wege des Holzes – Kulturgeschichte und natürliche Vielfalt“
  • Förderprogramm: INTERREG V-A Österreich-Bayern 2014-2020, Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE)
  • Projektlaufzeit: Oktober 2016 bis Oktober 2019
  • Projektumfang: 1,7 Mio €, davon 75% Förderung
  • Projektpartner Tirol: Naturpark Karwendel (Leadpartner), Gemeinde Scharnitz
  • Projektpartner Bayern: Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee
  • Geplante Projektinhalte:
    • Abtragen und Wiederaufbau von historischen Holzerhütten auf bayerischer und Tiroler Seite.
    • Einbeziehung des Außengeländes.
    • Durchführung von 2 Fachtagungen „Didaktische Aufbereitung des Themas Waldökosysteme/Holznutzung“ im (Vor-)Alpenraum
    • Zielgruppenspezifische Bewerbung einschlägiger Angebote

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Kontakt

Franz Straubinger, M.A.
Projektleiter Wissen & Forschung
H: +49 1578 6065498
E: Franz.Straubinger@karwendel.org

Mithilfe erwünscht!

Sie haben ein paar alte Postkarten von Scharnitz im Keller, kannten noch persönlich die Holzarbeiter in der Region, beschäftigen sich wissenschaftlich mit Forst- und Flößereigeschichte oder der Ökologie von Bergwald und Wildfluss oder kennen jemanden, der uns hier weiterhelfen kann und will? Freilich berücksichtigen wir Urheberrechte und veröffentlichen erhaltenes Material nur mit ausdrücklicher Erlaubnis. Wir freuen uns über jeden Hinweis!

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