Frauenschuh

Gelber Frauenschuh

Cypripedium calceolus

Bei Orchideen denken die meisten Menschen an auf Bäumen lebende Pflanzen der Tropen, von denen man sich gezüchtete Exemplare beim Blumenhändler kaufen kann. Aber auch im Karwendel gibt es wildwachsende Orchideen und der Frauenschuh ist ein besonders schönes Exemplar! Den Namen hat er seiner Blütenform zu verdanken.

Ihre Schönheit wird dieser Orchidee leider immer noch zum Verhängnis, wenn Menschen sie pflücken oder ausgraben. Abgesehen davon, dass die Pflanze geschützt ist und dieser Diebstahl an der Natur somit strafbar, ist der Frauenschuh damit zum Tode verurteilt. Er kann nämlich nur in Symbiose mit speziellen Pilzen im Boden von Waldstandorten gedeihen.

Natura 2000-Logo mit zwei fliegenden Vögeln über Bergen, einer Welle und einem Kreis aus Sternen, darunter der Schriftzug "NATURA 2000", der Lebensräume wie die des Trompetenmooses symbolisiert.
  • Beschreibung: Größte heimische Orchideenart mit bis zu 60 cm Wuchshöhe. An den langen Stängeln gibt es in der Regel nur eine namensgebende Blüte, selten zwei.
  • Lebensraum: Lichte Wälder und Berghänge bis etwa 2000 m Seehöhe.
  • Besonderheit: Vermehrung ungeschlechtlich über das Rhizom und geschlechtlich durch die Kesselblumenfalle (wobei Sandbienen Hauptbestäuber sind) und anschließende Windverbreitung der Samen. Der Frauenschuh hat eine enge Symbiose mit Mycorrhiza-Pilzen, welche die Pflanze für viele Jahre ernähren, bevor sie ihr erstes Blatt austreibt. An guten Standorten kann der Frauenschuh mehrere Hundert Jahre alt werden.

Warum ist der Gelbe Frauenschuh schützenswert?

Der Gefährdungsstatus der Frauenschuh Orchidee ist in ganz Europa die Vorwarnstufe. In Österreich ist je nach Bundesland von „nicht gefährdet“ bis „vom Aussterben bedroht“ alles vertreten.

Konkrete Maßnahmen die für den Erhalt dieser Art wichtig sind:

  • Strenger Schutz der Orchidee und Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung
  • Hohe Geldstrafen bei Pflücken oder Ausgraben der Pflanze
  • Abstand zur Pflanze halten, da Bodenverdichtung eine Ausbreitung erschwert
  • Kontrollen durch Wachorgane von bekannten Standorten
  • Regelmäßiges Monitoring
  • Eventuell Auslichtung bei zu starker Beschattung

Weitere Pflanzen im Naturpark Karwendel

Teilen:

Naturpark Karwendel