Rudolphis Trompetenmoos

Das Rudolphis Trompetenmoos

Tayloria rudolphiana | Familie: Splachnaceae

Ein besonders anspruchsvolles Moos mit vielen Vorlieben ist das Rudolphis Trompetenmoos. Es gedeiht beispielsweise nur in sauberer Höhenluft, lediglich am feuchten Alpennordhang und auch nur auf altem Bergahorn. Kein Wunder, dass das Moos heute so selten ist. Dennoch sind solch komplexe Lebensräume noch zu finden und darunter ein besonders schöner im Naturpark Karwendel.

  • Höhe: 2-6 cm
  • Wuchsform: Polsterwuchs
  • Blätter: Verkehrt eiförmig bis spatelförmig
  • Lebensraum: Borke des Berg-Ahorns
  • Gefährdung: Stark gefährdet
  • Besonderheit: In Europa kommt die Art nur in einem eng begrenzten Gebiet in den Alpen vor
Warum ist das Rudolphis Trompetenmoos besonders schützenswert?
  • Schutz: Durch Tiroler Naturschutzverordnung + Anhang II der FFH-Richtlinie, Ergänzung in Erhaltungszielen des Natura2000 Gebietes Karwendel ist angestrebt (5 Punkte)
  • Gefährdung: europaweit stark gefährdet, vom Aussterben bedroht (Rote Liste Österreich)              (4 Punkte)
  • Regionale Relevanz: Hohe regionale Relevanz wegen eines der weltweit größten bekannten Vorkommen am Großen Ahornboden (4 Punkte)
  • Leitbildkonformität: Sog. „Bergahorn-Weiden“ sind als Sonderform der Almwirtschaft in den Nordalpen entstanden und den Almlebensräumen zuzuordnen, welche im Leitbild des Naturparks mittlere Priorität (3 Punkte)
  • Habitatverfügbarkeit: nationaler ungünstiger bis schlechter Zustand, auch am Großen Ahornboden Habitatverfügbarkeit durch die Intensivierung der Landwirtschaft, insbesondere der Güllewirtschaft zusehends eingeschränkt (4 Punkte)
  • Synergie: Artenschutzmaßnahmen für T. rudolphiana würden auch positive Effekte für weitere 6-10 Arten der Auswahlliste u.a. für Rogers Goldhaarmoos mit sich ziehen (2 Punkte)
  • Wirkung Öffentlichkeit: Punktebewertung resultiert aus Befragung (1 Punkt)
  • Datengrundlage: Vorkommen am Großen Ahornboden in einer Doktorarbeit detailliert erhoben, Art in anderen Bereichen des Naturparks jedoch nicht auszuschließen (4 Punkte)
  • Aufwand: Schutz + Nachpflanzung Trägerbäume sowie Düngereduktion entspricht mittlerem Aufwand (3 Punkte)
Radarkarte mit acht Achsen - Schutz, Gefährdung, Relevanz, Leitbild, Habitat, Synergie, Öffentlichkeit und Daten - zeigt die Bewertung für rudolphis trompetenmoos; Datenpunkte sind grün verbunden.

Anders als die meisten Moosarten hat Rudolphis Trompetenmoos ein ungewohnt kleines Verbreitungsgebiet, welches sich als schmales, aber sehr lückiges Band in den nördlichen Alpen der Schweiz, Deutschlands und Österreichs abbildet. Man findet Rudolphis Trompetenmoos fast ausschließlich auf alten Bergahornen in sogenannten „Bergahorn-Weiden“. Mit Vorliebe findet man Rudolphis Trompetenmoos an relativ lichten, dabei luftfeucht bleibenden Standorten in ansonsten kühlen, niederschlagsreichen und auch schneereichen Regionen. Der Große Ahornboden im Zentrum des Naturparks Karwendel ist das prominenteste Beispiel einer sog. „Bergahorn-Weide“. Dort findet sich eines der weltweit größten bekannten Vorkommen der Art.

Eine Karte von Mitteleuropa mit drei roten Quadraten, die Standorte in Österreich markieren und die Verbreitung der Art rudolphis trompetenmoos für den Berichtszeitraum 2013-2018 anzeigen.
Verbreitung von T. rudolphiana (rot) in Mitteleuropa. Datenquelle: ELLMAUER ET AL. 2019, EUROPEAN ENVIRONMENT AGENCY
  • Erhaltung der Bergahorn-Weiden, insbesondere des Großen und Kleinen Ahornbodens
  • Strenger Schutz der Trägerbäume, v.a. der Bergahorne
  • Reduktion der Gülleausbringung in räumlicher Nähe zu den Trägerbäumen
  • Verjüngung von Bergahornen als zukünftige Trägerbäume
  • Natürliche Entwicklung von durch Lawinen geprägten Wäldern mit Bergahorn

24 Besonderheiten im Karwendel

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Naturpark Karwendel