Steinadler

Der Steinadler

Aquila chrysaetos | Familie: Habichtartige (Accipitridae)

Majestätisch gleitet er über Kämme und Gipfel und lässt sich dabei von so manchem Beobachter bewundern. Aus großer Höhe ist es dem Steinadler ein Leichtes den Boden nach Beutetieren abzusuchen, zumal er mit seinen hervorragenden, sprichwörtlichen „Adleraugen“ ein Schneehuhn auf eine Distanz von bis zu drei Kilometern erkennen kann. Sein ausgeprägtes Sehvermögen und seine besondere körperliche Ausstattung machen ihn zum perfekten Jäger im hochalpinen Gelände.

  • Ordnung: Greifvögel
  • Größe (Körperlänge): 80-93 cm
  • Flügelspannweite: w: 220-230 cm, m: ca. 200 cm
  • Gewicht: w: ca. 5 kg, m: ca. 3,7 kg
  • Höchstflug-Geschwindigkeit: Bis zu 125 hm/h
  • Nahrung: Beutetiere (Murmeltier, Schneehase, Rotfuchs, Birk- und Schneehuhn), im Winter auch Fallwild
  • Lebensraum: Felsen- und Waldgebiete
  • Nist-Typ: Felsenbrüter, Baumbrüter
  • Gefährdung: Ungefährdet
  • Besonderheit: Ein lawinenreicher Winter bedeutet für den Steinadler einen „gedeckten Tisch“ im Frühjahr. Unzähliges in Lawinen zu Tode gekommenes Fallwild sichert so den Adlerbestand und sorgt für ein üppiges Nahrungsangebot.
Warum ist der Steinadler besonders schützenswert?
  • Schutz: Schutz durch Tiroler Naturschutzverordnung, Vogelschutz-Richtline Anhang I der EU, Zielart im Naturpark Karwendel (5 Punkte)
  • Gefährdung: Ungefährdet (2 Punkte)
  • Regionale Relevanz: Das Vorkommen im Naturpark Karwendel gilt als national bedeutend und Österreich ist für diese Art stark verantwortlich (4 Punkte)
  • Leitbildkonformität: Die Art ist dem höchst priorisiertem Großlebensraum „Fels, Schutt, Gebirge“ zuzuordnen (5 Punkte)
  • Habitatverfügbarkeit: Man geht von einer tendenziell stabilen Habitatverfügbarkeit aus (3 Punkte)
  • Synergie: Insbesondere von den Besucherlenkungsmaßnahmen für den Steinadler würden nur wenige andere Arten der Auswahlliste, wie beispielsweise Felsenschwalben oder Mauerläufer profitieren (2 Punkte)
  • Wirkung Öffentlichkeit: Punktebewertung resultiert aus Befragung (5 Punkte)
  • Datengrundlage: Mehrjährige, ornithologische Grundlagenerhebung zu den Vögeln im Natura2000- und Vogelschutzgebiet Karwendel (4 Punkte)
  • Aufwand: Große Besucherlenkungs-Maßnahmen wurden generell mit einem hohen Aufwand und hohen Kosten eingestuft (2 Punkte)
Das Radardiagramm mit acht Achsen, die mit Schutz, Gefährdung, Relevanz, Leitbild, Habitat, Synergie, Öffentlichkeit, Daten und Aufwand beschriftet sind, zeigt steinadler-Daten durch eine grüne Linie verbunden.

Generell bewohnt er Bergregionen und Hochlandwälder und ist auf der gesamten Nordhalbkugel, hauptsächlich in der gemäßigten Klimazone, verbreitet. Mit 1,7 bis 2,3 Paare pro 100 km² ist das Karwendel flächendeckend vom Steinadler besiedelt und weist zurzeit eine der höchsten im Alpenraum existierenden kleinflächigen Adlerdichten auf. Steinadler brüten meist an steilen Felsen, in selteneren Fällen werden im Alpenraum auch Baumhorste genutzt. Als Jagdhabitate werden auch Bereiche fernab der Horstfelsen genutzt.

Eine topografische Karte zeigt Regionen in Österreich und Italien mit überlagerten Farbzonen und blauen, gelben, roten und rosa Punkten, die Steinadlerstandorte markieren.
Verbreitung von A. chrysaetos (türkis) in Tirol. Kartengrundlage: Tiroler Schutzgebiete
(Naturschutzgebiete-grün, Ruhegebiete-gelb, Landschaftsschutzgebiete-orange, Nationalpark Hohe Tauern-rot, tirisMaps 2020; Datenquelle: TLMF)
  • Störungsfreihaltung der Horstumgebung während der Brutzeit und Erhalt einer ausreichend
    großen Nahrungsgrundlage
  • Effektive Verhinderung von illegaler Verfolgung (inkl. Vergrämung) und ein generelles,
    landesweites Verbot von Bleimunition
  • Beobachtung von Reviermarkierungsflügen, Brutablöse bzw. brütenden Weibchen an drei
    Terminen zwischen Mitte Februar und Anfang Mai. Bruterfolgskontrollen zwischen Mitte Juli
    und Anfang August sind eine sinnvolle Ergänzung

24 Besonderheiten im Karwendel

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Naturpark Karwendel