Schneehuhn (Foto: Otto Leiner)

Das Alpenschneehuhn

Lagopus muta | Familie: Fasanenartige (Phasianidae)

Das Alpenschneehuhn ist ein echter Spezialist für die teilweise extremen Bedingungen im Alpenraum. Vor dem Winter wechselt es in ein weißes und wärmeres Federkleid. Damit ist das Alpenschneehuhn immer bestens getarnt und selbst beim Vernehmen seiner knarrenden Rufe nur schwierig zu entdecken.

  • Ordnung: Hühnervögel
  • Größe (Körperlänge): 25-28 cm
  • Flügelspannweite: 40 cm
  • Gewicht: 110 Gramm
  • Nahrung: Insekten und deren Entwicklungsstadien, Pflanzenteile
  • Lebensraum: Strukturreiche Landschaften oberhalb der Baumgrenze
  • Nist-Typ: Bodenbrüter
  • Gefährdung: Ungefährdet
  • Besonderheit: Das Alpenschneehuhn ist perfekt an die extremen Bedingungen der Berge angepasst: die Mauser verläuft z.B. in kleinen Schritten, damit niemals die Gefahr des Erfrierens besteht
Warum ist das Alpenschneehuhn besonders schützenswert?
  • Schutz: Anhang II und III der Vogelschutzrichtlinie,  Zielart im Naturpark Karwendel (5 Punkte)
  • Gefährdung: ungefährdet (Rote Liste Österreich und Tirol), in Europa nahezu gefährdet (2 Punkte)
  • Regionale Relevanz: Vorkommen im Naturpark Karwendel national bedeutend und Österreich ist für diese Art stark verantwortlich (4 Punkte)
  • Leitbildkonformität: Charakterart des Großlebensraumes „Fels, Schutt, Gebirge“, welcher im Leitbild des Naturparks Karwendel die höchste Priorität hat (5 Punkte)
  • Habitatverfügbarkeit: Der Lebensraum ist durch klimatische Veränderungen sowie durch andere anthropogene Einflüsse stark gefährdet (5 Punkte)
  • Synergie: Artenschutzmaßnahmen ergeben nur wenige positive Effekte auf weitere Arten der Auswahlliste. Profitieren würden zum Beispiel das Steinhuhn, die Alpendohle oder der Schneefink (1 Punkt)
  • Wirkung Öffentlichkeit: Punktebewertung resultiert aus Befragung (4 Punkte)
  • Datengrundlage: Mehrjährige, ornithologische Grundlagenerhebung zu den Vögeln im Natura2000- und Vogelschutzgebiet Karwendel (4 Punkte), Masterarbeit zu einer Alpenschneehuhnpopulation am Hafelekar 2021;
  • Aufwand: Die für das Alpenschneehuhn benötigten, großen Besucherlenkungsmaßnahmen sind mit hohen Kosten und hohem Aufwand verbunden (2 Punkte)
Radarkarte mit acht Achsen, beschriftet mit Schutz, Gefährdung, Relevanz, Leitbild, Habitat, Synergie, Öffentlichkeit und Daten; Datenpunkte zum Alpenschneehuhn sind durch eine grüne Linie verbunden.

Das Alpenschneehuhn hat im Karwendel einen deutlichen Verbreitungsschwerpunkt im Kettenkarwendel und in der Sonnjoch-Gruppe. Die Art besiedelt im Karwendel die alpine Region zwischen 1.700 und 2.700 m, wobei es zwischen 2.000 und 2.250 m Seehöhe am häufigsten anzutreffen ist. Dort besiedelt es am liebsten alpine Rasen mit schwachem Bodenrelief, bevorzugt assoziiert mit Schneefeldern. Nach unten begrenzen Wald und vor allem Latschenflächen das Vorkommen, nach oben gehen die alpinen Rasen sehr rasch in Fels und gerölldominierte Bereiche über, die kein geeignetes Habitat darstellen. Geringere Neigungen werden bevorzugt, doch können auch sehr steile Bereiche genutzt werden, ebene Bereiche werden jedoch gemieden.

Karte der Regionen Tirols, Österreich, mit cyan, gelb und grün hervorgehobenen Gebieten, in denen das Alpenschneehuhn heimisch ist. Die Grenzen und die benachbarten Regionen Bayern, Salzburg, Südtirol und Kärnten sind deutlich dargestellt.
Verbreitung von L. muta (türkis) in Tirol. Kartengrundlage: Tiroler Schutzgebiete
(Naturschutzgebiete-grün, Ruhegebiete-gelb, Landschaftsschutzgebiete-orange, Nationalpark Hohe Tauern-rot, tirisMaps 2020; Datenquelle: TLMF)
  • Schutz und Erhalt der Lebensräume, Freihaltung von Störquellen (z.B. Skitechnische Erschließungen)
  • Die Folgen des anthropogen verursachten Klimawandels müssen auf internationaler Ebene bekämpft werden
  • Störung durch Besucherlenkungsmaßnahmen minimieren

24 Besonderheiten im Karwendel

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Naturpark Karwendel