Natura 2000 Gebiet Karwendel

Mit dem Schutzgebietsnetz Natura 2000 sollen die natürlichen Lebensräume Europas dauerhaft gesichert werden. Rechtliche Grundlagen des Biotop- und Artenschutzes innerhalb der Europäischen Union sind die Vogelschutzrichtlinie sowie die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, auch FFH-Richtlinie genannt. 

Die beiden Richtlinien verfolgen das gemeinsame Ziel der Sicherung der Artenvielfalt durch Erhaltung der natürlichen Lebensräume und der wildlebenden Tiere und Pflanzen. 

Der Naturpark Karwendel wurde sowohl als Vogelschutzgebiet als auch als FFH-Gebiet ausgewiesen.

Vogelschutz im Naturpark Karwendel

Der Vogelschutz im Naturpark Karwendel beschränkt sich nicht auf gesetzliche Verankerung und die Berücksichtigung in Naturschutzverfahren. Folgende konkrete Maßnahmen und Projekte werden für den Vogelschutz gesetzt:

  • Naturwaldreservate für Waldvogelarten, insbesondere Spechte und Eulen
  • Vogelfreundlicher Waldbau für Waldvogelarten
  • Artenhilfsprogramm Flussuferläufer
  • Almpflegemaßnahmen für Birkhuhn und Ringdrossel
  • Brutplatzschutz für Uhu
  • Flussschutz und -renaturierungen für alle wildflussbewohnenden Vogelarten
  • Schitourenlenkung Schönalmjoch für Raufußhühner insbesondere Schneehuhn

Weitere Informationen

Kurzfassung Ornithologische Grundlagenerhebung im Natura 2000- und Vogelschutzgebiet Karwendel (54seitig, 5,8 MB)
Praxishandbuch  Schutz, Erhalt und Verbesserung der Vogellebensräume im Karwendel – Forstrevier Inntal (80seitig, 13,6 MB)

Vogelschutzgebiet

Auch wenn man beim Karwendel vielleicht zuerst an hoch aufragende Felswände und undurchdringliche Latschendickichte denken mag – der Naturpark ist äußerst reich an unterschiedlichen Lebensräumen und beherbergt 2/3 der Tiroler Brutvogelfauna!

Vor diesem Hintergrund wurde der Naturpark auch als Vogelschutzgebiet im Rahmen des Natura 2000-Netzwerk nominiert und verordnet. In einer mehrjährigen, umfassenden Kartierung konnten wesentliche Grundlagen für das Schutzgebietsmangement und den Vogelschutz erarbeitet werden.

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Bildnachweis: A. Schaefferling

Zielarten im Vogelschutzgebiet Karwendel

Basierend auf dieser Vogelkartierung wurden von den Fachleuten der Abteilung Umweltschutz folgende Arten als Zielarten für das Vogelschutzgebiet Karwendel ausgewählt:

AlpendohleAlpenschneehuhnAlpenseglerAuerhuhnBerglaubsängerBirkhuhnDreizehenspechtFelsenschwalbeFlussuferläuferGrauspechtHaselhuhnMauerläuferRaufußkauz, Ringdrossel
SchneefinkSchwarzspechtSperlingskauzSteinadlerSteinhuhnTrauerschnäpperUhu
Waldschnepfe, WanderfalkeWeißrückenspechtZitronenzeisigZwergschnäpperZippammer
SchellenteGänsesägerWespenbussardWaldkauzBaumpieperBergpieperZaunkönig
Heckenbraunelle, AlpenbraunelleRotkehlchenSteinschmätzerSingdrosselKlappergrasmücke
FitisWintergoldhähnchenWeidenmeiseWaldbaumläuferKolkrabeErlenzeisigBirkenzeisig
Karmingimpel.

Steckbriefe der Zielarten

Hier werden die Zielarten nochmals in einem ausführlichen Steckbrief vorgestellt. Die Informationen stammen aus der oben genannten ornithologischen Grundlagenerhebung aus dem Jahr 2014 und wurden gegebenenfalls durch neue Daten des Brutvogelatlas Tirols (2022) sowie dem Birdlifebericht 2022 aktualisiert. Abkürzungsverzeichnis

14 dieser Vogelarten sind auch prioritäre Arten für unsere Naturschutzarbeit. Bei den 24 Besonderheiten im Karwendel findet ihr weitere Steckbriefe.

Pflanzenschutz

Neben dem Schutz der Fauna ist natürlich auch der Pflanzenschutz wichtig im Naturpark Karwendel! Anhand der Natura 2000 Erhebung möchten wir hier die schützenswerte Flora des Karwendels anhand einiger Steckbriefe näherbringen. 

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Bildnachweis: A. Heufelder

Pflanzensteckbriefe

Es folgt eine Übersicht von Steckbriefen über die vier Natura 2000 Pflanzenarten sowie vier weitere wichtige Rote Liste Arten im Gebiet. Die Logos in den Steckbriefen verraten in welchen Werken (Natura 2000 oder Rote Liste) die jeweilige Pflanze zu finden ist.

Einige dieser Pflanzenarten sind auch prioritäre Arten für unsere Naturschutzarbeit. Bei den 24 Besonderheiten im Karwendel gibt es weitere Informationen.

Naturpark Karwendel