jahresbericht 2017 web 2seitig

Großer Ahornboden – eine einzigartige Landschaft

500 Rinder weiden zwischen den Ahornbäumen im Herzen des Naturschutzgebietes. Richtung Osten geht es über die Binsalm zur Lamsenjochhütte, nach Westen zur Falkenhütte und dem Panorama der Laliderer Wände.

Der Große Ahornboden ist ein Juwel im Herzen des Karwendel.
Alljährlich bestaunen zahlreiche Besucher*innen diese einzigartige Landschaft, die mehr zu bieten hat, als sich auf den ersten Blick kundtut. Über die Mautstraße erreicht man das wunderschöne Gebiet, das schon seit 150 Jahren Alpinisten und Erholungssuchende anzieht, am einfachsten.

Die Landwirtschaft hat hier eine Geschichte, die bis in die Frühzeit zurückreicht. Auf den Bergahornen leben seltene Moose, die sonst nur in China vorkommen. In den Bäumen leben vom Aussterben bedrohte Vogel- und Fledermausarten. Gesäumt von Felswänden, die Geschichten von tropischen Meeren und Eismassen erzählen, verdichtet sich die Eigenart des Karwendels hier sonderbar.

Wir laden sie ein, den Großen Ahornboden mit all seinen Facetten kennenzulernen!

Rotkehlchen

Die Engalm

Das Almdorf hat eine tausendjährige Geschichte. Von 1460 stammt die älteste uns bekannte Urkunde, die die Nutzung bestätigt, aber die Almwirtschaft reicht viel weiter zurück. Womöglich sogar bis in die Jungsteinzeit, wie aktuelle Forschungen belegen könnten.

Mit den Almflächen der größten Gemeinschaftsalm des Karwendels sind uralte Grundrechte verbunden. Die Bauern aus dem mittleren Tiroler Unterinntal führen die Tradition bis heute fort, und bewirtschaften gemeinsam eine Fläche zweimal so groß wie die Herreninsel im Chiemsee.

In einem Lagerraum mit Betonboden, der an traditionelle Molkereien in der Nähe des Großen Ahornbodens erinnert, stapeln sich große Käselaibe auf Holz- und Metallregalen und werden von einer sanften Deckenbeleuchtung beleuchtet.

Die Käserei am Großen Ahornboden

Gemeinsam wurde von den Bauern auch die Schaukäserei finanziert, die täglich etwa 3.000 bis 4.000 Liter Milch verbuttert und verkäst. Thomas, ein hagerer und umsichtiger Mann, stellt aus der Alm-Milch mit viel Sorgfalt und Liebe seit Jahren eine der besten Käsesorten Tirols her. Im Sommer arbeitet er tagtäglich – in der Früh gleich nach dem Melken und noch einmal am Abend – in der Käserei.

Nahezu der gesamte Käse wird im Laden im Almdorf Eng an die Besucherinnen und Besucher verkauft. Wer also einmal den Almkäse vom Ahornboden kosten möchte, muss wohl selbst dorthin kommen!

Mehr Informationen zur Schaukäserei gibt es hier!

Ein grünes Tal mit vereinzelten Bäumen, darunter der Inventur Bergahornbestand am Großen Ahornboden, wird von einem gewundenen Bachlauf durchzogen und von felsigen Bergen mit Schneeflecken im Hintergrund eingerahmt.
Vor der felsigen Bergkulisse des Großen Ahornbodens steht bei klarem Himmel ein einsamer Baum.
Ein großer Baum mit spärlichem Herbstlaub steht in einem sonnenbeschienenen Feld, umgeben von anderen Bäumen mit gelbem Laub und einem dunstigen blauen Hintergrund - eine inspirierende Szene, die häufig in Forschungsprojekten zur Erforschung der jahreszeitlichen Übergänge in der Natur aufgenommen wird.

Der Große Ahornboden

Wahrscheinlich ist es dem Rissbach zu verdanken, dass in der Eng heute über 2.200 Ahornbäume gen Himmel wachsen. Jahrhundertelang überschwemmte der Bach Jahr für Jahr den Almboden. Mit den Wassermassen brachte er auch den sandigen und kargen Untergrund, der einen idealen Nährboden für den Ahorn darstellt, Tannen und Fichten hingegen nicht begünstigt. Viele Ahornbäume in der Eng stammen aus dem 17. Jahrhundert. Damals – in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges – konnten hier einige junge Ahornbäume aufkommen, da das Vieh womöglich aufgrund der Angst vor Plünderungen oder wegen einer Hungersnot (denn Tirol blieb vom Krieg weitgehend verschont) nicht mehr in die Eng getrieben wurde. Die Keimlinge wurden nicht mehr abgegrast und konnten zu den knorrigen Bäumen wachsen, die uns heute bezaubern.

Einen detaillierteren Einblick in die besondere Mischung aus Natur und Kultur am Ahornboden gibt der eigens eingerichtete Naturlehrpfad, der vom Großparkplatz zu den Hütten der Engalm hinüberführt (siehe unten, bei „mehr Informationen“).

Mehr Informationen über den beeindruckenden Bergahorn finden Sie außerdem hier!

Wenn Sie es ganz genau wissen wollen, dann können Sie in der umfangreichen Schilderung Großer Ahornboden. Eine Landschaft erzählt Ihre Geschichte von unseren Autoren Hermann Sonntag und Franz Straubinger blättern (erschienen 2014 im Berenkamp Verlag). Neben teils bisher unveröffentlichtem Bildmaterial gibt es hier auch Einblicke in die Geologie, Botanik und die frühen Anfänge von Almwirtschaft und Alpintourismus. Mehr zum Buch gibt es hier.

Drei Personen stehen um einen Baum auf einer Wiese mit gelben Blumen, vor dem Hintergrund von Bergen mit Schneeflecken - eine friedliche Szene in der Nähe der Zaunreparaturen Ahornboden.
Ein älterer Mann mit roter Mütze und Brille befestigt mit einem Hammer eine Holzkonstruktion im Freien, umgeben von Bäumen, während er an den Zaunreparaturen Ahornboden arbeitet.

Naturschutz in Vergangenheit und Gegenwart

Der Naturpark Karwendel ist schon seit 1928 Naturschutzgebiet – das älteste Tirols! Ein Jahr zuvor, 1927, wurden bereits die einzelnen Bergahorne am Großen Ahornboden zu Naturdenkmälern erklärt.

Bereits in den 1950ern hat man erkannt, dass diese Landschaft ohne Schutz zu verschwinden droht, da die Bäume ihre Altersgrenze erreichen und unter dem anhaltenden Weidedruck keine Jungbäume mehr aufkommen können. Wir haben uns dem Schutz des Großen Ahornboden verschrieben!

Wenn Sie sich mit unserem TEAM KARWENDEL selbst tatkräftig für die Bergahorne engagieren möchten, können Sie sich hier informieren.

Eine Gruppe von Menschen mit Rucksäcken und Ferngläsern beobachtet die Brutvögel im Karwendel durch ein Spektiv in einer grasbewachsenen, baumbestandenen Berglandschaft.

Naturführung Ahornboden – Ein Landschaftsjuwel im Einklang mit der Natur kennenlernen

Den Großen Ahornboden ganz aus nächster Nähe kennenlernen – mit unseren geprüften Naturparkführern ist das möglich! Gestartet wird mit einer Besichtigung unseres Naturparkhauses Hinterriß, dann geht es hinein in dieses geradezu magische, ehrfurchtgebietende Berg-Tal, wo es nicht nur Erstaunliches über die urigen Ahornbäume zu entdecken gibt, sondern auch die Vielfalt der Natur im Enger Grund oder auf der wunderschön gelegenen Binsalm (1.502 m, siehe Foto).

Für nähere Infos: beachten Sie bitte unsere detaillierte Tourbeschreibung!

Öffentliche Anreise

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen Sie den Großen Ahornboden bequem und umweltfreundlich von Bayern aus. Per BRB von München nach Lenggries, von dort fährt im Sommer regelmäßig ein Bergsteigerbus in die Eng und zurück.

Engbus der Silberregion Karwendel

Der Bus fährt im Sommer 1x wöchentlich (immer Mittwochs).
Start im Inntal ist Kolsass. Außerdem stehen die Orte Pill, Schwaz, Vomp, Stans, Jenbach und Wiesing auf dem Abfahrtsplan. Die letzten Halte, bevor man die Grenze nach Deutschland überquert, sind Eben und Achenkirch am Achensee. Im Rißtal angekommen: Der Bus stoppt auf dem Weg in die Eng, direkt am Naturparkhaus. Die Rückfahrt erfolgt entlang der selbigen Haltepunkte.
Mehr Informationen zu Abfahrtszeiten, Anmeldung und Ticketinformationen hier.

PKW

Mit dem Auto erreicht man den Großen Ahornboden über die Mautstraße von Wallgau (Garmisch/Oberinntal) kommend oder über den Sylvensteinspeicher von München und vom Achensee und Unterinntal aus.

Mautstraße Hinterriß – Eng

Geöffnet von Mai bis Ende Oktober (bei Wintereinbruch entsprechend früher). Alle weiteren Infos können hier nachgelesen werden.

Im Winter ist die Straße in die Eng geschlossen, für langlaufende Naturfreunde gibt es aber eine Classic-Loipe von Hinterriß bis in die Eng. Für nähere Infos wenden Sie sich an das Gasthaus Post in Hinterriß.

In der näheren Umgebung gibt es sehenswerte Besucherzentren!

Hinterriß liegt in der Nähe von weiteren TOP 10-Plätzen des Karwendels!

Die TOP 10 stellen eine Auswahl der schönsten Plätze im Naturpark Karwendel dar. Ein Besuch lohnt sich allemal!

Wander- und Bergtouren von Hinterriß aus

Der Große Ahornboden liegt im Herzen des von Hinterriß aus zugänglichen Karwendels. Hier, zwischen den Laliderer Wänden, den höchsten Wänden der Nordalpen und den sanfteren Voralpen ist das Gebiet der Falkengruppe, des Großen und Kleinen Ahornbodens und zahlreicher gut zugänglicher Alpenvereinshütten. Ein wahres Wander-Eldorado! Hier gehts zu den Wandertipps!

Wandertouren mit öffentlicher Anreise

Ob Überschreitungen oder kleine Spaziergänge – mit Bus und Bahn ist man nicht nur naturfreundlich unterwegs, sondern kann abwechslungsreichere Touren unternehmen als mit dem Auto!

Hier gehts zu unserem Wander- und Öffiführer.

Entdecken Sie die natürliche Vielfalt des Karwendels mit neuen Augen!

An der Seite unserer professionellen NaturparkführerInnen gibt es über Besonderheiten am Wegesrand genauso viel zu Staunen wie über die großen Zusammenhänge im Gebirge. Neben den standardmäßig aufgeführten Naturführungen in der Umgebung  finden Sie hier unser gesamtes Angebot. Darüber hinaus veranstalten wir auch gerne individuelle Führungen – auch für mehrere Tage, bis hin zur Karwendel Durchquerung in einer Woche.

Eine Gruppe von Menschen steht auf einer Holzbrücke in einem felsigen Außenbereich. Eine Person in Grün zeigt nach vorne, während die anderen in die gleiche Richtung blicken, als ob sie nach neuen Downloads oder Abenteuern jenseits des Horizonts suchen.

Auskünfte zu den Übernachtungsmöglichkeiten erhalten sie beim zuständigen Tourismusverband Silberregion Karwendel.

Weitere Top 10 im Karwendel

Logo mit dem Text „Silberregion Karwendel“ in fetter und kursiver Schrift, daneben eine schlichte rote Zeichnung von drei Berggipfeln.
Das Bild zeigt den Schriftzug "INNS' BRUCK" in großen, fetten, roten Großbuchstaben auf weißem Hintergrund, der an die Beschilderung bei berühmten Innsbrucker Sehenswürdigkeiten wie der Martinswand erinnert.

Teilen:

Naturpark Karwendel