Ein Wanderfalke fliegt im Tiefflug mit ausgebreiteten Flügeln über eine Wiese.

Der Wanderfalke

Falco peregrinus | Familie: Falkenartige (Falconidae)

Der Wanderfalke ist der Gepard der Lüfte! In rasanten Flugmanövern und mit über 320 km/h im Sturzflug jagt er seiner Beute hinterher. Damit zählt er als das schnellste Tier der Welt! Im sogenannten Rüttelflug kann er außerdem in der Luft stehen bleiben, wozu nur wenige Greifvögel fähig sind. In der Mitte des 20. Jahrhunderts wäre die Vogelart fast ausgestorben, was unter anderem auf die Aufnahme von Pestiziden über die Beutetiere zurückzuführen war. Doch der Bestand hat sich glücklicherweise in vielen Gebieten erholen können.

  • Ordnung: Falkenartige
  • Größe (Körperlänge): 35-51 cm
  • Flügelspannweite: 79-114 cm
  • Gewicht: 500-1300 Gramm
  • Nahrung: Fast ausschließlich andere Vögel
  • Lebensraum: Stark variierend, Brut in Waldgebieten und steilen Felswänden
  • Nist-Typ: Großteils Felsenbrüter, teilweise Baumbrüter
  • Gefährdung: Stark gefährdet
  • Besonderheit: Wanderfalken sind die schnellsten Tiere der Welt, im Sturzflug erreichen sie eine Geschwindigkeit von 322 km/h
Warum ist der Wanderfalke besonders schützenswert?
  • Schutz: Durch Tiroler Naturschutzverordnung, Anhang I der Vogelschutzrichtlinie, Zielart im Naturpark Karwendel (5 Punkte)
  • Gefährdung: Nahezu gefährdet (Rote Liste Österreich), Stark Gefährdet (Rote Liste Tirol) (3 Punkte)
  • Regionale Relevanz: Der Bestand im Karwendel ist national bedeutend und auch laut Roter Liste ist Österreich für diese Art stark verantwortlich (4 Punkte)
  • Leitbildkonformität: Der Wanderfalke ist als Felsenbrüter dem Großlebensraum „Fels, Schutt, Gebirge“ zuzuordnen, welcher im Leitbild des Naturparks Karwendel die höchste Priorität hat (5 Punkte)
  • Habitatverfügbarkeit: Stabile Situation, es kommt nur vereinzelt zu einer anthropogen bedingten Degradierung der Habitatqualität (3 Punkte)
  • Synergie: Durch Artenschutzmaßnahmen ergeben sich nur wenige positive Effekte auf andere Arten der Auswahlliste. Profitieren würden unter anderem Felsenschwalben oder Mauerläufer (2 Punkte)
  • Wirkung Öffentlichkeit: Punktebewertung resultiert aus Befragung (4 Punkte)
  • Datengrundlage: Mehrjährige, ornithologische Grundlagenerhebung zu den Vögeln im Natura2000- und Vogelschutzgebiet Karwendel (4 Punkte)
  • Aufwand: Die Artenschutzmaßnahmen „Besucherlenkung groß“ sind aufwendig und verursachen wahrscheinlich hohe Kosten (2 Punkte)
Ein grünes Radardiagramm mit acht Achsen, die mit Schutz, Gefährdung, Relevanz, Leitbild, Habitat, Synergie, Öffentlichkeit und Daten beschriftet sind, zeigt variable Werte für jede Kategorie im Zusammenhang mit dem Wanderfalken an.

Im Naturpark Karwendel wird vor allem das Inntal von Wanderfalken dicht besiedelt. Daneben gibt es Vorkommen im Karwendel-, Riss- und Achental sowie ein weiteres mögliches Vorkommen im Bereich Gleirschtal. Wanderfalken brüten an steilen, störungsarmen bzw. störungsfreien Felspartien und nutzen vogelreiche Nahrungshabitate insbesondere in den großen Tälern des Karwendels. Als Jagdhabitate werden auch Bereiche fernab der Nistfelsen und des Naturparks Karwendel genutzt.

Wanderfalke
Verbreitung von F. peregrinus (türkis) in Tirol. Kartengrundlage: Tiroler Schutzgebiete
(Naturschutzgebiete-grün, Ruhegebiete-gelb, Landschaftsschutzgebiete-orange, Nationalpark Hohe Tauern-rot, tirisMaps 2020; Datenquelle: TLMF)
  • Störungsfreihaltung der Brutfelsen während der Brutzeit (Kletterer)
  • Beobachtung von Balzverhalten an den bekannten und potenziellen Brutfelsen

24 Besonderheiten im Karwendel

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Naturpark Karwendel