Der Uhu
Bubo bubo | Familie: Eigentliche Eulen (Strigidae)
Der Uhu ist unsere größte europäische Eulenart. Besonders markant sind seine Federohren – diese dienen allerdings nicht dem Hören, sondern dazu, seine Stimmung auszudrücken. Nachts jagt er durch offene und halboffene Landschaften. An der Spitze der Nahrungskette hat er kaum natürliche Feinde.
- Ordnung: Eulen
- Größe (Körperlänge): 50-70 cm
- Flügelspannweite: 150-180 cm
- Gewicht: 1,5-4 Kilo
- Nahrung: Säuger und Vögel
- Lebensraum: Abwechslungsreiche Mischung aus Feldern, Hecken, Wäldern und Gewässern
- Nist-Typ: Vielseitig, v.a. Felsenbrüter
- Gefährdung: Ungefährdet
- Besonderheit: Sein auffälligstes Merkmal sind die befiederten Ohren
- Schutz: Schutz durch Tiroler Naturschutzverordnung, Anhang I der Vogelschutzrichtlinie, Zielart im Naturpark Karwendel (5 Punkte)
- Gefährdung: Nahezu gefährdet (Rote Liste Tirol), in Europa, EU und Österreich ungefährdet (2 Punkte)
- Regionale Relevanz: Vorkommen im Naturpark Karwendel national bedeutend und Österreich ist für diese Art stark verantwortlich (4 Punkte)
- Leitbildkonformität: Charakterart des Großlebensraumes „Fels, Schutt, Gebirge“, welcher im Leitbild des Naturparks Karwendel die höchste Priorität hat (5 Punkte)
- Habitatverfügbarkeit: Stabile Situation für die nächsten Jahre und es kommt nur vereinzelt zu einer anthropogen bedingten Degradierung der Habitatqualität (3 Punkte)
- Synergie: Durch Artenschutzmaßnahmen ergeben sich nur wenige positive Effekte auf weitere Arten der Auswahlliste. Profitieren würden zum Beispiel Felsenschwalben, Mauerläufer oder Wanderfalken (2 Punkte)
- Wirkung Öffentlichkeit: Punktebewertung resultiert aus Befragung (4 Punkte)
- Datengrundlage: Mehrjährige, ornithologische Grundlagenerhebung zu den Vögeln im Natura2000- und Vogelschutzgebiet Karwendel (4 Punkte), Bachelorarbeit Uhu Bestandsaufnahme im Naturpark Karwendel 2024;
- Aufwand: Die Artenschutzmaßnahmen sind aufwendig und verursachen hohe Kosten, da es sich um große Besucherlenkungsmaßnahmen handelt (2 Punkte)

Vermutlich ist der Uhu im gesamten Gebiet des Karwendels verbreitet. Auf der Südabdachung zwischen Zirl und Kranebitten, sowie im vorderen Hinterautal, geht man jedoch von einer deutlich dichteren Besiedelung als im restlichen Vogelschutzgebiet aus. Der Uhu benötigt störungsarme bzw. störungsfreie, südexponierte Felspartien in Talnähe als Brutfelsen und produktive, teilweise durch menschliche Einwirkung verbesserte, Nahrungshabitate. Uhus brüten an Felsen und sind besonders in Nestnähe sehr störungsempfindlich. Wohl auch deshalb nutzen die Uhus des Vogelschutzgebiets Karwendel die vom Klettertourismus nicht beeinträchtigten Steinbrüche (Martinsbühel, Meilbrunnen). Des Weiteren scheinen größere Gewässer (Inn, Isar) auch im Karwendel zumindest teilweise ein wichtiges Habitatmerkmal darzustellen.

(Naturschutzgebiete-grün, Ruhegebiete-gelb, Landschaftsschutzgebiete-orange, Nationalpark Hohe Tauern-rot, tirisMaps 2020; Datenquelle: TLMF)
- Schutz und Erhalt der Brutfelsen in guter Qualität und die Aufrechterhaltung günstiger Nahrungsversorgung in der Nähe der Horststandorte
- Störungsfreihaltung der Brutfelsen (Kletterer, Wanderer, Besucherlenkung)
- Nicht bis zum unmittelbaren Rand bekannter Brutfelsen nutzen und auf Zäunungen verzichten (Forstwirtschaft)
- Beobachtung der Bestände und des Bruterfolgs unter Berücksichtigung von allfälligen Veränderungen (Monitoring)













