Der Flussuferläufer
Actitis hypoleucos | Familie: Schnepfenvögel (Scolopacidae)
Den kleinen und flinken Watvogel kann mit etwas Glück beim Spaziergang an steinigen Flüssen, Bächen sowie Seen entdeckt werden. Typisch ist das Wippen mit dem Hinterende oder der flache Flug übers Wasser. An Kiesstränden hält der Vogel sich zur Nahrungssuche, aber auch zur Eiablage auf. Also Vorsicht während der Brutzeit, denn die kleinen Eier und Küken des Flussuferläufers sind gut getarnt und in ihren Kiesmulden leicht zu übersehen.
- Ordnung: Regenpfeiferartige
- Größe (Körperlänge): Bis zu 22 cm
- Flügelspannweite: Bis zu 40 cm
- Gewicht: 40-80 gramm
- Nahrung: Insekten, Spinnen, Krebs- und Weichtiere
- Lebensraum: Flüsse, Bäche, Stillgewässer
- Nist-Typ: Bodenbrüter
- Gefährdung: Stark gefährdet
- Besonderheit: Bei Gefahr durch Fressfeinde gibt er sich als verletzten Vogel aus und schleppt sich vor dem Feind her, um von seinem Gelege oder Küken abzulenken.
- Schutz: Durch Tiroler Naturschutzverordnung, Zielart im Naturpark Karwendel (5 Punkte)
- Gefährdung: Stark Gefährdet (Rote Liste Österreich), gefährdet (Rote Liste Tirol) (3 Punkte)
- Regionale Relevanz: Vorkommen im Naturpark am Rißbach und Isar mit nationaler Bedeutung dieser Vorkommen (4 Punkte)
- Leitbildkonformität: Zeigerart dynamischer Alpenflüsse, welche im Leitbild des Naturpark Karwendel mit höchster Priorität eingestuft sind (5 Punkte)
- Habitatverfügbarkeit: Wildflüsse gelten als europaweit sehr gefährdet. Für die Habitate ist eine leichte Verschlechterung wegen Störung der Fortpflanzungshabitate durch Freizeitnutzung zu erwarten (4 Punkte)
- Synergie: Insbesondere von den Besucherlenkungsmaßnahmen würden nur wenige andere Arten direkt profitieren (2 Punkte)
- Wirkung Öffentlichkeit: Punktebewertung resultiert aus Befragung (3 Punkte)
- Datengrundlage: Mehrjährige, ornithologische Grundlagenerhebung zu den Vögeln im Natura2000- und Vogelschutzgebiet Karwendel. Seit 2016 jährliches Monitoring durch unsere Ranger*innen (5 Punkte)
- Aufwand: Maßnahmen im Rahmen mittlerer Besucherlenkung mit mittlerem Aufwand eingestuft (3 Punkte)

Im Naturpark Karwendel kommt der Flussuferläufer überwiegend entlang des Rißbaches im Rißtal und an der Oberen Isar im Hinterautal vor. Die Art ist im Karwendel ausschließlich an Aufweitungsbereiche der größeren Gebirgsflüsse bzw. -bäche gebunden. Die Gewässerbreite und das Vorhandensein geeigneter Schotterbänke haben folglich den stärksten Einfluss auf die Habitateignung.

(Naturschutzgebiete-grün, Ruhegebiete-gelb, Landschaftsschutzgebiete-orange, Nationalpark Hohe Tauern-rot, tirisMaps 2020; Datenquelle: TLMF)
- Der Schutz des alpinen Wildflusssystems Isar, Rißbach und Dürrachstau ist absolut prioritär.
- Bei kleineren Renaturierungen am Rißbach und der Isar ist auf die Habitatpräferenzen von A. hypoleucos Rücksicht zu nehmen.
- Störungsfreihaltung (Weidevieh, Freizeitnutzung) der potenziellen Fortpflanzungsbereiche während der Brutzeit durch Auszäunung und effizienter Besucherlenkung (inkl. Effizienzkontrolle für beide Maßnahmen)
- Etabliertes grenzüberschreitendes Monitoring fortführen













