Kiesbank-Grashüpfer

Der Kiesbank-Grashüpfer

Chorthippus pullus | Familie: Feldheuschrecken (Acrididae)

Der Kiesbank-Grashüpfer kann, wie sein Name schon andeutet, auf den Kiesbänken von Alpenflüssen entdeckt werden.  Auffallend bei der Art sind zwei dunkle Flecken auf den Hinterschenkeln sowie blutrote Hinterschienen, die farblich von der sonst grauen Umgebung der Kiesbänke abheben.

  • Ordnung: Heuschrecken
  • Größe: w: 18-22 mm, m: 12-17 mm
  • Aussehen: Dunkle Grundfarbe, leuchtend blutrote Hinterschienen, zwei dunkle Flecken auf den Hinterschenkeln
  • Nahrung: Kiesbänke der Alpenflüsse und sandige Heidegebiete
  • Lebensraum: Lichte Buchenwälder und Bergmischwälder
  • Gefährdung: Stark gefährdet
  • Besonderheit: Die Hinterschienen sind leuchtend rot
Warum ist der Kiesbank-Grashüpfer besonders schützenswert?
  • Schutz: Durch Tiroler Naturschutzverordnung, Ergänzung in Erhaltungszielen des Natura2000 Gebietes Karwendel ist angestrebt (5 Punkte)
  • Gefährdung: Stark gefährdet (Rote Liste Österreich und Tirol), europaweit gefährdet (3 Punkte)
  • Regionale Relevanz: Große Vorkommen im Naturpark Karwendel von moderater bis regionaler Relevanz (3 Punkte)
  • Leitbildkonformität: Zeigerart dynamischer Alpenflüsse, welche im Leitbild des Naturpark Karwendel mit höchster Priorität eingestuft sind (5 Punkte)
  • Habitatverfügbarkeit: Wildflüsse gelten als europaweit sehr gefährdet, im Karwendel ist jedoch derzeit von einer stabilen Situation für die nächsten Jahre auszugehen (3 Punkte)
  • Synergie: Artenschutzmaßnahmen würden auch positive Effekte für 11-15 Arten der Auswahlliste u.a. für die Deutsche Tamariske, den Kiesbank-Grashüpfer, Türks Dornschrecke, die Koppe und den Flussuferläufer mit sich ziehen (3 Punkte)
  • Wirkung Öffentlichkeit: Punktebewertung resultiert aus Befragung (2 Punkte)
  • Datengrundlage: mehrere spezifische Arbeiten und regelmäßige standardisierte Zählungen durch unsere Naturpark Ranger*innen (5 Punkte)
  • Aufwand: Kleinere wasserbauliche Maßnahmen wurden generell mit einem mittleren Aufwand bewertet (3 Punkte)
Radardiagramm mit Bewertungen von 0 bis 5 für acht Kategorien, die für den kiesbank-grashüpfer relevante Aspekte hervorheben: Schutz, Gefährdung, Relevanz, Leitbild, Habitat, Synergie, Öffentlichkeit, Aufwand und Daten.

Im Naturpark Karwendel kommt der Kiesbank-Grashüpfer im Rißtal entlang des Rißbaches sowie an der oberen Isar vor. Wie die Gefleckte Schnarrschrecke und die Türks Dornschrecke kommt die Art vorzugsweise an Wildflüssen vor. Sonnige, offene, steinige Schotterbänke mit dynamischeren Stellen werden bevorzugt aufgesucht.

Topografische Karte mit grün schattierten Waldgebieten und roten Punkten, die Kiesbank-Grashüpfer-Standorte markieren, die sich hauptsächlich in den nordwestlichen und zentralen Regionen befinden. Der Nordpfeil ist unten rechts eingezeichnet.
Nachweise von C. pullus (rot) in Tirol ab 2000. Kartengrundlage: Tiroler Schutzgebiete (grün),
Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Umweltschutz, tirisMaps; Datenquelle: TLMF
  • Der Schutz des alpinen Wildflusssystems Isar ist absolut prioritär.
  • Bei kleineren Renaturierungen ist auf die Habitatpräferenzen von C. pullus Rücksicht zu nehmen.
  • Etablierung eines grenzüberschreitenden Monitorings für die gesamte Obere Isar

24 Besonderheiten im Karwendel

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Naturpark Karwendel