Nahaufnahme eines scharlachroten Plattkäfers, eines roten Käfers mit länglichem Körper und schwarzen Beinen und Fühlern, der auf einem Stück Holz steht.

Der Scharlachrote Plattkäfer

Cucujus cinnaberinus | Familie: Plattkäfer (Cucujidae)

Der Scharlachrote Plattkäfer ist durch seine rote Färbung ein besonders auffälliger Vertreter der holzbesiedelnden Käferarten. Der Käfer bevorzugt feuchte Waldlebensräume. Dort sucht er sich vorzugsweise Weichholzarten zur Eiablage unter der Rinde. Sind die Eier geschlüpft, so lebt die Larve des Käfers unter der Rinde von Totholz. Dafür benötigt es eine ausreichende Durchfeuchtung des Holzes. Die ausgewachsenen Käfer sind meistens versteckt und nur sehr schwierig zu finden.

  • Ordnung: Käfer
  • Größe: 11-15 mm
  • Aussehen: Rote Grundfärbung, schwarze Beine, abgeplatteter Kopf
  • Nahrung: Insekten
  • Lebensraum: Auwälder
  • Gefährdung: Nahezu gefährdet
  • Besonderheit: Bevorzugt Lebensräume mit einer hohen Luftfeuchtigkeit
Warum ist der Scharlachrote Plattkäfer besonders schützenswert?
  • Schutz: Durch Tiroler Naturschutzverordnung, Anhänge II und IV der FFH-Richtlinie, in Erhaltungszielen des Natura2000 Gebietes Karwendel (5 Punkte)
  • Gefährdung: Vom Aussterben bedroht (Rote Liste Deutschland), Nahezu gefährdet in Österreich und der EU (4 Punkte)
  • Regionale Relevanz: In Tirol sind die Vorkommen großteils auf Karwendel und Rofan beschränkt. Daraus ergibt sich eine hohe Regionale Relevanz (4 Punkte)
  • Leitbildkonformität: Zeigerart totholzreicher Auwälder und Bergmischwälder, welche im Leitbild des Naturpark Karwendel mit höchster Priorität eingestuft sind (5 Punkte)
  • Habitatverfügbarkeit: Stabile Habitatqualität, Störungen durch menschliche Freizeitnutzung spielen für die Art keine Rolle (3 Punkte)
  • Synergie: Aufgrund des sehr speziellen Lebensraums profitieren nur 6 – 10 Arten der gesamten Auswahlliste wie beispielsweise der Sperlingskauz, der Alpenbock oder das Auerhuhn (2 Punkte)
  • Wirkung Öffentlichkeit: Punktebewertung resultiert aus Befragung (1 Punkt)
  • Datengrundlage: Für den Naturpark Karwendel fehlen spezifische Untersuchungen. Die vorliegenden Daten sind v.a. Zufallsfunde von Mitarbeiter*innen des TLMF (2 Punkte)
  • Aufwand: Notwendige waldbauliche Maßnahmen wie das Stehenlassen von Totholz etc. werden mit einem mittleren Aufwand eingestuft  (3 Punkte)
Das Radardiagramm mit acht beschrifteten Achsen (Schutz, Gefährdung, Relevanz, Leitbild, Habitat, Synergie, Öffentlichkeit, Daten, Aufwand) visualisiert Daten für den scharlachroten Plattkäfer, wobei die Werte durch grüne Linien verbunden sind.

In Österreich befinden sich die wichtigsten Vorkommen des Scharlachroten Plattkäfers in den noch erhaltenen Auwäldern entlang großer Flüsse in Ostösterreich. Im Frühling 1996 gelang der Erstnachweis für Nordtirol im Naturpark Karwendel. Ein Vorkommen im Rißtal ist belegt. Der Käfer kommt bevorzugt in totholzreichen Auwäldern des Tieflandes, aber auch in anderen feuchteren Waldgesellschaften und Bergmischwäldern vor.

Die Karte zeigt eine Region mit bergigem Gelände, grün schattierten Parks oder Wäldern und sieben roten Punkten im Norden - mögliche Sichtungen des scharlachroten Plattkäfers, die zur Untersuchung markiert sind.
Nachweis von C. cinnaberinus (rot) in Tirol ab 2000. Kartengrundlage: Tiroler Schutzgebiete
(grün), Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Umweltschutz, tirisMaps; Datenquelle: TLMF
  • Erhaltung und Wiederentwicklung naturnaher Feuchtwälder und zusätzlich Erhöhung des Alt- und Totholzanteils
  • Zulassen der ungestörten Entwicklung von Alt- und Totholzelementen in Wirtschaftswäldern zumindest auf Teilflächen durch Totalschutz oder Auswahl von Anwärterbäumen (Laubbäume wie Rotbuche, Bergahorn) entlang von Bächen
  • Belassen von berindetem, stärkerem Laubtotholz beim Holzeinschlag
  • Entfernung von Baumbeständen und Totholz bei Hochwasser- oder Dammsicherungsmaßnahmen nur bei akuter Gefährdung von Anlagen
  • Grundlagenerhebung für C. cinnaberinus im Naturpark Karwendel

24 Besonderheiten im Karwendel

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Naturpark Karwendel