Die Koppe
Cottius gobio | Familie: Groppen (Cottidae)
Bei genauem Hinsehen finden wir die Koppe in klaren Bächen, in denen sich auch gerne Forellen-Populationen tummeln. Doch meist wird sie trotz ihrer Anwesenheit nicht entdeckt, weil sie sich unter Steinen verbirgt. Mit ihren bodennahen Schwimmbewegungen und ihrer guten Tarnung ist sie selbst in Bewegung kaum wahrzunehmen.
Die Koppe ist ein recht kleiner, unauffälliger Süßwasserfisch mit einer glatten, schuppenlosen Haut.
Ihr großer Kopf und vor allem das breite Maul haben ihr im Volksmund den Namen „Bullenkopf“ verliehen. Diese lassen sie zudem trotz ihrer geringen Größe imposant wirken. Die Koppe besitzt zwei recht große, fächerähnliche Brustflossen, zwei Rückenflossen und ist grau bis hellbraun gefärbt sowie dunkel marmoriert.
Obwohl sie keine Schwimmblase besitzt und außerdem eine sehr schlechte Schwimmerin ist hat sie sich perfekt an ihren Lebensraum angepasst. Tagsüber versteckt sie sich unter Steinen und ist von diesen, Dank ihrer Tarnung, kaum zu unterscheiden. Erst in der Dämmerung, wenn sie sich auf Nahrungssuche macht, kann man die Koppe ruckartig über den Boden huschen sehen.
Mit Ende der Laichzeit legt das Weibchen die Eier unter Steinen ab, anschließend übernimmt das Männchen die Bewachung des Geleges. Nach dem Schlüpfen werden die kleinen Koppen mit der Strömung flussabwärts getrieben und kehren erst als Jungfische zurück.
- Klasse: Fische
- Ordnung: Panzerwangen
- Größe: 10 – 15 cm
- Alter: bis 8 Jahre
- Nahrung: Insektenlarven, Bachflohkrebse, Fischlaich, Jungfische
- Lebensraum: saubere, sauerstoffreiche Gebirgsbäche, teilweise Seen
- Laichzeit: Februar – Mai
- Laich: 100-300 Eier
- Verbreitung: großteils Europa
Lebensraum und Vorkommen
Die Koppe ist in den meisten Teilen Europas verbreitet. Ihr bevorzugter Lebensraum sind sehr saubere, sauerstoffreiche und ökologisch intakte Fließgewässer – selten auch Seen – mit steinigem Untergrund. Außerdem können ihre Habitate bis auf 2000m Seehöhe reichen.
Besonderheiten
Dank ihrer Empfindlichkeit gegenüber verunreinigten Gewässern, ist eine intakte Koppen-Population gleichzeitig sicherer Indikator für einen natürlichen und ökologisch wertvollen Lebensraum. Wurde sie früher gerne als Laichräuber bezeichnet, so ist dieses Vorurteil heute längst dementiert. In Wahrheit ist sie selbst als Nahrungsquelle für die Salmoniden (Familie der Lachsfische) von großer Bedeutung.
Die Koppe im Karwendel
Trotz der eher extremen Bedingung von stark abfallenden Flüssen und wenigen Flachstellen, konnten gute Koppenbestände in der Oberen Isar und dem Rißbach im Karwendel nachgewiesen werden. Aufgrund ihres gefährdeten Status ist sie eine der Zielarten im neuen Managementplan “Alpine Wildflüsse im Naturpark Karwendel“, welcher im Rahmen des Interregprojekts Gebirgsflüsse erstellt wird.
Gefährdung und Schutz
Die Bestände sind zweifellos gefährdet, daher ist die Koppe auch in den FFH-Richtlinien zu finden und zählt in Österreich sowie in Deutschland zu den gefährdeten Tierarten. Der Koppe machen neben der Verunreinigung ihrer Habitate vor allem die Verbauung von Flüssen und Errichtung von Kraftwerken das Leben schwer. Da sie ohnehin nicht für ihre Schwimmfähigkeit berühmt ist, werden diese Hindernisse für die Koppe unüberwindbar und halten sie von der Wanderung in die Laichgewässer ab.













