Türks Dornschrecke

Die Türks Dornschrecke

Tetrix tuerki | Familie: Dornschrecken (Tetrigidae)

Die Türks Dornschrecke ist eine kleine und gut getarnte Heuschreckenart. Umso besonderer, wenn man sie entdeckt, denn die Dornschrecke ist in ihrem fast gesamten Areal durch den Verbau von Wildflüssen in ihrem Bestand bedroht. Die Vorkommen im Naturpark Karwendel sind auf die dortigen Relikte dynamischer Alpenflüsse zurückzuführen. Der Erhalt der Wildflüsse und damit des Lebensraumes dieser und weiterer Arten ist im Leitbild des Naturparks daher mit höchster Priorität eingestuft.

  • Ordnung: Heuschrecken
  • Größe: w: 9-11 mm, m: 8-9 mm
  • Aussehen: Einfarbig graubraun, nach hinten dornförmig zulaufend
  • Nahrung: Moose, angeschwemmte abgestorbene Pflanzenreste
  • Lebensraum: Unverbaute Auen von Wildflüssen
  • Gefährdung: Stark gefährdet
  • Besonderheit: Die Art kommt in drei unterschiedlichen Formen vor. Nur die langflügeligen Individuen besitzen voll ausgebildete Hinterflügel und sind damit flugfähig.
Warum ist die Türks Dornschrecke besonders schützenswert?
  • Schutz: Durch Tiroler Naturschutzverordnung, Ergänzung in Erhaltungszielen des Natura2000 Gebietes Karwendel ist angestrebt (5 Punkte)
  • Gefährdung: Stark gefährdet (Rote Liste Österreich und Tirol), europaweit gefährdet (3 Punkte)
  • Regionale Relevanz: Tirol ist mit 63 % der rezenten Nachweise das bedeutendste gegenwärtige Verbreitungsgebiet der Art in Österreich (4 Punkte)
  • Leitbildkonformität: Zeigerart dynamischer Alpenflüsse, welche im Leitbild des Naturpark Karwendel mit höchster Priorität eingestuft sind (5 Punkte)
  • Habitatverfügbarkeit: Wildflüsse gelten als europaweit sehr gefährdet, im Karwendel ist jedoch derzeit von einer stabilen Situation für die nächsten Jahre auszugehen (3 Punkte)
  • Synergie: Artenschutzmaßnahmen würden auch positive Effekte für 11-15 Arten der Auswahlliste u.a. für die Deutsche Tamariske, den Kiesbank-Grashüpfer, Türks Dornschrecke, die Koppe und den Flussuferläufer mit sich ziehen (3 Punkte)
  • Wirkung Öffentlichkeit: Punktebewertung resultiert aus Befragung (2 Punkte)
  • Datengrundlage: Mehrere spezifische Arbeiten und regelmäßige standardisierte Zählungen durch unsere Naturpark Ranger*innen (4 Punkte)
  • Aufwand: Kleinere wasserbauliche Maßnahmen wurden generell mit einem mittleren Aufwand bewertet (3 Punkte)
Ein Spinnendiagramm mit acht Achsen, beschriftet mit Schutz, Gefährdung, Relevanz, Leitbild, Habitat, Synergie, Öffentlichkeit und Daten, mit Werten von 1 bis 5 für die türkische Dornschrecke.

Die Türks Dornschrecke ist im Rißtal vor allem im mittleren sowie oberen Bereich nachgewiesen und in einem kleinen Teilabschnitt der Oberen Isar. Die Art bevorzugt Schotterbänke, die von schmalen Rinnsalen mit Feinsediment und großen Steinen durchsetzt sind. Stehende Wasseransammlungen sind ein wesentlicher Lebensraumfaktor.

Karte von Tirol, Österreich, mit rot gepunkteten Gebieten, hauptsächlich im Nordwesten. Grüne Flächen kennzeichnen Wälder oder Parkanlagen, in denen die Türken-Dornschrecke vorkommt. Die Namen der Städte und Gemeinden sind auf der Karte gekennzeichnet.
Nachweise von T. tuerki (rot) in Tirol ab 2000. Kartengrundlage: Tiroler Schutzgebiete (grün), Amt
der Tiroler Landesregierung, Abteilung Umweltschutz, tirisMaps; Datenquelle: TLMF
  • Der Schutz des alpinen Wildflusssystems Isar ist absolut prioritär.
  • Bei kleineren Renaturierungen am Rißbach und der Isar ist auf die Habitatpräferenzen der Türks Dornschrecke Rücksicht zu nehmen.
  • Etablierung eines grenzüberschreitenden Monitorings für die gesamte Obere Isar

24 Besonderheiten im Karwendel

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Naturpark Karwendel