Zwei Menschen stehen auf einem felsigen Pfad im Karwendel und halten eine Karte in der Hand. Im Hintergrund sind unter einem klaren Himmel bewaldete Hügel und schroffe Gipfel zu sehen.

Naturschutzplan auf der Alm: Erfolgreiche Bilanz im Naturpark Karwendel

19.08.2026 | Naturschutz

Zwischen 2022 und 2026 haben sich insgesamt 14 Almen im Naturpark Karwendel am Naturschutzplan Alm beteiligt. Damit konnte das erfolgreiche Instrument des Vertragsnaturschutzes erneut auf eine breite Basis gestellt und gemeinsam mit den Almbewirtschafter*innen zahlreiche Maßnahmen für den Erhalt der wertvollen Kulturlandschaft umgesetzt werden.

Mit insgesamt 101 Almen prägen die Almflächen den Naturpark Karwendel maßgeblich. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der geschützten Kulturlandschaft und beherbergen eine hohe Vielfalt an Lebensräumen und Arten. Der Naturschutzplan Alm verbindet dabei die Anforderungen der Bewirtschaftung mit den Schutzzielen des Naturparks.

Naturschutz und Almwirtschaft gemeinsam gedacht

Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf dem sogenannten Schwenden. Dabei werden verbuschte und zunehmend zugewachsene Almflächen durch das Entfernen von Zwergsträuchern und Stauden wieder geöffnet. So entstehen lichte, strukturreiche Flächen, die unter anderem für das Birkhuhn wichtige Lebensräume darstellen.

Auch die Pflege und Aufwertung von Almflächen durch das Entfernen von Steinen spielt eine Rolle. Lesesteinhaufen und Lesesteinmauern bieten wertvolle Kleinlebensräume und schaffen trockene, wärmebegünstigte Standorte für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Besonderes Augenmerk gilt außerdem sensiblen Feuchtlebensräumen. Um diese vor Vertritt durch Weidevieh zu schützen, werden Feuchtflächen gezielt ausgezäunt. Damit können wertvolle und empfindliche Biotope auf den Almen erhalten und geschützt werden.

Almwirtschaft vor neuen Herausforderungen

Gleichzeitig steht die Almwirtschaft selbst vor wachsenden Herausforderungen. Trockenperioden und ausbleibende Niederschläge führen auf vielen Almen zu Wassermangel und einem geringeren Futterangebot. Damit wird es schwieriger, die Tiere ausreichend zu versorgen und die traditionelle Bewirtschaftung der Almflächen aufrechtzuerhalten.

Umso wichtiger ist es, Naturschutz und Almwirtschaft gemeinsam zu denken und Maßnahmen an die jeweiligen Bedingungen vor Ort anzupassen. „Der ,Naturschutzplan Alm‘ leistet einen wertvollen Beitrag zur Bewahrung der Artenvielfalt und sichert unsere Almlandschaften als einzigartiges Kulturerbe. Besonders erfreulich ist das konstruktive Miteinander zwischen Naturparken und der Almwirtschaft – gemeinsam setzen sie sich dafür ein, dass diese vielfältigen Lebensräume auch kommenden Generationen erhalten bleiben“, erklärt Naturschutzlandesrat René Zumtobel.

Zusammenarbeit als wichtiger Erfolgsfaktor

Die Umsetzung der Maßnahmen stellt für die Almbewirtschafterinnen teilweise eine personelle Herausforderung dar. Deshalb organisiert der Naturpark auf mehreren teilnehmenden Almen zusätzliche Freiwilligeneinsätze. Mitglieder des Team Karwendel sowie junge Freiwillige im Rahmen von AV-Umweltbaustellen unterstützen die Almbewirtschafterinnen bei der Pflege der Flächen.

„Das Engagement der Freiwilligen ist unglaublich. Nach einem Wochenende bei der Almpflege bekommt man einen ganz neuen Einblick darin, wie viel harte und mühsame Arbeit hinter dem Erhalt unserer Almen steckt“, sagt Marina Hausberger, stellvertretende Geschäftsführerin des Naturpark Karwendel, die die Maßnahmen koordinierte.

„Mit dem Naturschutzplan konnten wir Maßnahmen umsetzen, die sowohl der Artenvielfalt als auch der nachhaltigen Nutzung der Alm zugutekommen. Die gute Zusammenarbeit mit dem Naturpark hat gezeigt, dass praktikable Lösungen entstehen, wenn Naturschutz und Landwirtschaft gemeinsam an einem Strang ziehen. Über die gepflegte Naturlandschaft und die offen gehaltenen Almflächen freuen sich nicht nur viele Tier- und Pflanzenarten, auch Wanderinnen und Wanderer profitieren davon, weil dadurch an manchen Stellen wieder beeindruckende Ausblicke auf die Bergwelt und hinunter ins Tal möglich werden“, meint Josef Kuen, Landwirt der Achselkopfalm in Innsbruck.

Die Beteiligung von 14 Almen zwischen 2022 und 2026 zeigt deutlich, dass der Naturschutzplan Alm im Naturpark Karwendel auf großes Interesse stößt. Die Erfahrungen bestätigen: Wenn Naturschutz und Almwirtschaft gemeinsam geplant und umgesetzt werden, profitieren sowohl die Bewirtschafter*innen als auch die wertvollen Lebensräume und die Artenvielfalt im Naturpark Karwendel.

Rückfragehinweis:

Marina Hausberger, Stv. GF Naturpark Karwendel

Mobil: +43 664 1254587

E-Mail: marina.hausberger@karwendel.org

Drei Menschen stehen auf einem grasbewachsenen, felsigen Hang im Herzen des Karwendels, in Wanderkleidung und umgeben von Kiefern und majestätischen Bergen unter einem teilweise bewölkten Himmel.
Begehung und Besichtigung der Almflächen auf der Achselkopfalm in Innsbruck mit dem Landwirt Josef Kuen und der Schutzgebietsbetreuung des Naturparks. © Susanne Aigner
Eine Gruppe von Menschen erklimmt den steilen, grasbewachsenen Hang in der Nähe der Achselkopfalm, von dessen Bäumen aus man ein Flusstal und die darunter liegende, von Bergen umgebene Stadt überblickt.
Freiwillige des TEAM Karwendel bei der Pflege Almpflege auf der Achselkopfalm.
© Magdalena Haidegger
Mehrere Personen nehmen an der Almpflege auf einem grasbewachsenen Hang bei der Lalidersalm teil und räumen Äste ab, während im Hintergrund Berge und Bäume zu sehen sind.
„Viele Hände schnelles Ende“, Freiwillige helfen den Landwirten auf der Lalidersalm beim Latschen-Schwenden.
 © Marina Hausberger
Zwei Menschen stehen auf einem felsigen Pfad im Karwendel und halten eine Karte in der Hand. Im Hintergrund sind unter einem klaren Himmel bewaldete Hügel und schroffe Gipfel zu sehen.
Kontrolle der Maßnahmenflächen auf der Anger-Hochalm mit dem Landwirt Andreas Scheiring und der Almexpertin Susanne Aigner.
© Magdalena Haidegger

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Naturpark Karwendel