Eine Gruppe von Menschen verfolgt in einem modernen Raum mit großen Fenstern, durch die man Bäume und Berge sehen kann, eine Präsentation über die Lebensweise des Bartgeiers und erfährt dabei mehr über das laufende Wiederansiedlungsprojekt sowie die Bedeutung der Überwachung dieser majestätischen Vögel.

Einer der faszinierendsten Greifvögel der Alpen kehrt in seine ursprünglichen Lebensräume zurück

17.09.2026 | Veranstaltungen

Was macht den Bartgeier aus und wie hat sich die Wiederansiedlung des Bartgeiers in den Alpen entwickelt?

In einem kurzweiligen und eindrucksvoll bebilderten Vortrag hat Elisabeth Weninger, Bartgeierkoordinatorin von Tirol, die Welt des Bartgeiers auf besondere Weise erlebbar gemacht. Zuerst hat sie alle BesucherInnen aufgeklärt, dass der Bartgeier eigentlich weiß ist und seine bekannte rötliche Färbung erst durch Baden in eisenoxidhaltigem Schlamm erhält. Dass der Bartgeier Knochen bis zu 30cm Länge essen kann, seine Magensäure einen PH Wert von 0,7 hat, er auch “Geier des Lichts” genannt wird und die Eiablage mitten im Hochwinter geschieht…waren weitere spannende Details über diesen Vogel.

1913 wurde der letzte Bartgeier im Aostatal geschossen, anschließend war dieser wunderbare Vogel in den Alpen verschwunden. Die erste Ansiedlungsversuche, welche allerdings scheiterten, erfolgten 1973 mit importierten Vögeln aus Afghanistan. 5 Jahre später initiierte Hans Frey das Bartgeierprojekt, eines der längsten Artenschutzprojekte seither. 1986 erfolgten schließlich die ersten erfolgreichen Auswilderungen von jungen, gezüchteten Bartgeiern. Seither gab es im Alpenraum über 280 Freilassungen, seit 1997 auch viele Freilandbruten.

Momentan sind in Nordtirol 7 Brutpaare. Im Karwendel brüten die Bartgeier zwar noch nicht, schauen in den letzten Jahren aber immer häufiger vorbei. Wer einen Bartgeier zu Gesicht bekommt darf sich jedenfalls freuen. Am Besten wäre es diese Sichtung dann auch mit der Koordinationstelle (bartgeier@tirol.gv.at) zu teilen, erinnert Elisabeth alle BesucherInnen. Am 10.10.2026 finden auch die internationelen Bartgeiertage statt, hier werden über den gesamten Alpenbogen die Augen offen gehalten. Wer sich dafür interessiert mitzumachen, kann sich unter der oben genannten Emailadresse bis zum 07.10.26 melden.

Vielen Dank Fr. Elisabeth Weninger, BSc., für diese informativen und spannende Einblicke!

Weiter geht es mit der Vortragsreihe im Naturpark-Infozentrum Scharnitz mit dem interaktiven Vortrag “Multivisionsschau Moore” am 01.10.2026. Infos dazu sind auf unserer Veranstaltungsseite zu finden!

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Naturpark Karwendel