Im Naturpark Karwendel gibt es nicht nur eine Fülle von verschiedenen Waldtypen, sondern teilweise auch sehr alte Waldbestände, die naturschutzfachlich einen ausgesprochen hohen Wert besitzen.
Vielfalt auf allen Ebenen
In den Höhlen der alten Bäume finden nicht nur zahlreiche Spechtarten wie der Weißrückenspecht ideale Lebensräume, sondern eine gesamte Lebensgemeinschaft mit unzähligen Käferarten etc. sind an alte Wälder gebunden. Es ist erklärtes Ziel des Naturparks diese alten Waldbestände zu erhalten. Dafür werden gemeinsam mit Grundbesitzern und Nutzungsberechtigten sog. Naturwaldreservate und -zellen eingerichtet. Naturwaldreservate sind urwaldartige Waldteile, die für die natürliche Entwicklung des Ökosystems Wald bestimmt sind und in denen jede unmittelbare Beeinflussung unterbleibt. Sie sind ein Beitrag zur Erhaltung und natürlichen Entwicklung der biologischen Vielfalt und dienen der Forschung, der Lehre und der Bildung. Bisher gibt es im Naturpark Karwendel schon 534,74 ha an Naturwaldreservaten [Stand: März 2025] – es sollen weitere folgen!
Entschädigung
Der Waldeigentümer verpflichtet sich alle eigenen Nutzungen (mit Ausnahme der Bejagung) zu unterlassen und wird für den wirtschaftlichen Entgang und den Betreuungsaufwand gerecht entschädigt. Es wird ein zivilrechtlicher Vertrag abgeschlossen, der die Eigentumsverhältnisse nicht berührt.
Es handelt sich um einen Biotopkomplex aus verschiedenen z.T. eibenreichen Karbonat-Fichten-Tannen-Buchenwäldern, sehr seltenen natürlichen subalpinen Karbonat-Lärchenwäldern, Ulmen- Ahornwälder sowie Erlen und Latschengebüsch.
Der stufige und mit zunehmender Seehöhe immer lichter werdende Bestand weist die für den subalpinen Fichtenwald und den Karbonat- Lärchen- Zirbenwald charakteristische Rottenstruktur auf.
Als Besonderheit der Baumschicht, in der neben den Hauptbaumarten Lärchen und Bergahorne beigemischt sind, ist das gehäufte Vorkommen der Eibe (Taxus baccata) zu erwähnen.
Der Strukturreichtum (plenterartig), das Vorhandensein von reichlich Totholz (17% des Gesamtvorrates) in allen Stadien der Zersetzung, das Fehlen von Nutzungsspuren und die schlechte Bringbarkeit des kleinen Waldkomplexes lassen eine vom Menschen weitgehend unbeeinflußte Bestandesgeschichte vermuten.
Das Naturwaldreservat umfasst eibenreiche Karbonat-Fichten-Tannen-Buchen-Wälder und kiefernreiche Steilhangbestockungen an den steilen Einhängen zum Vomperbach. Bemerkenswert sind zahlreiche alte Eiben.
Laubmischwald aus Bergahorn, Esche, Ulme und Buche mit Vorkommen des seltenen Hirschzungenfarns (Phyllitis scolopendrium) und der Mondviole (Lunaria redivia).
Das tiefsubalpine Biotop stellt einen mittelbevorrateten, noch gut geschloßenen, südostexponierten Fichten-Tannen-Buchenbestand auf einer Braunlehm-Rendsina in einer Höhenlage zwischen 1340 und 1460 m dar.
Laubmischwald aus Buche, Bergulme und Bergahorn mit Vorkommen der seltenen Mondviole (Lunaria redivia) in einem Graben westlich der Tortalalm auf 1310 m Seehöhe.
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