Ein Steinadler steht mit ausgebreiteten Flügeln auf einem Felsvorsprung und bereitet sich vor der Kulisse schroffer Berge auf den Flug vor - ein eindrucksvolles Beispiel für erfolgreiches Naturparkmanagement zum Schutz majestätischer Wildtiere.

Steinadler kennen keine Grenzen

Ziel des Projekts ist die Sicherung des Steinadlerbestands durch einheitliche, grenzüberschreitende Datengrundlagen und daraus abgeleitete Schutzmaßnahmen. Durch ein gemeinsames Monitoring der bayerischen und Tiroler Reviere sollen bestehende Wissenslücken geschlossen, die geringe Produktivität der bayerischen Population besser verstanden und Störungen an Brutplätzen reduziert werden. Das Projekt verbindet historische und aktuelle Daten, entwickelt abgestimmte Schutz- und Besucherlenkungsmaßnahmen und fördert die Zusammenarbeit von Behörden, Naturschutz, Tourismus und Bergsport, um die Steinadlerpopulation im Karwendel langfristig zu stabilisieren.

Aktuelle Meldungen zum Projekt

  • 16.12.2025 – Genehmigung des Förderprojekts
  • 20.01.2026 – Erstes Abstimmungstreffen mit den Projektpartnern Bayerisches Landesamt für Umwelt Vogelschutzwarte und Naturpark Karwendel
  • 01.02.2026 – Projektstart
  • 04.08.2026 – Zweites Abstimmungstreffen mit den Projektpartnern Bayerisches Landesamt für Umwelt Vogelschutzwarte und Naturpark Karwendel

Hintergrund

Auf bayerischer Seite werden die rund 50 Steinadlerreviere seit den 1990er-Jahren jährlich vom LfU, dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V. sowie der Nationalparkverwaltung Berchtesgaden kontrolliert – mit maßgeblicher Unterstützung ehrenamtlicher Revierbetreuender. Von
den aktuell 52 besetzten Revieren (Stand 2024) liegen 11 grenzüberschreitend zu Österreich. In
diesen Grenzrevieren bestehen jedoch erhebliche Wissenslücken: Häufig werden nur Bruten auf
bayerischer Seite dokumentiert, während Vorkommen und Bruterfolge auf Tiroler Seite unklar bleiben. Auch die exakte Ausdehnung der Reviere, mögliche Verschiebungen der Territorien oder Neugründungen sind nicht systematisch erfasst.

Zwei große Vögel, vermutlich Steinadler, gleiten anmutig über eine bergige Landschaft, in der unter einem dunstigen blauen Himmel Bäume und ferne Täler zu sehen sind.
M. Schinner

Die bayerische Population weist mit durchschnittlich nur 0,3 flüggen Jungvögeln pro Revier und Jahr
eine vergleichsweise geringe Produktivität auf. Die Ursachen sind unklar. Direkte illegale Verfolgung
ist weitgehend auszuschließen, und durch den Umstieg auf bleifreie Jagd in den Bayerischen Staatsforsten seit 2022 ist auch das Risiko durch Bleivergiftung reduziert. Ein systematischer Vergleich mit den angrenzenden Tiroler Revieren könnte entscheidende Hinweise auf gemeinsame oder unterschiedliche Gefährdungsfaktoren geben und dabei helfen, sogenannte Source- und Sink- Gebiete zu identifizieren.

Das Projekt verbindet die langjährige Monitoring-Expertise der bayerischen Seite mit den bisher
lückenhaften Daten auf Tiroler Seite. Durch den Transfer von Methoden, die gemeinsame Erfassung
grenzüberschreitender Reviere und eine abgestimmte Schutzstrategie entsteht erstmals ein
einheitliches Bild der Steinadlerpopulation im Karwendelgebirge welches sich über bayerisches und
tiroler Territorium erstreckt. Dabei werden vorhandene historische Daten (u.a. Landmann & Mayrhofer 2001) mit aktuellen Erhebungen verknüpft und durch eine koordinierte Besucherlenkung ergänzt.


Ziel des Projekts ist die Sicherung des Steinadlerbestands durch einheitliche, grenzüberschreitende
Datengrundlagen und daraus abgeleitete Schutzmaßnahmen. Erwartet wird:

-eine bessere Kenntnis der Populationsdynamik,

-eine Reduktion von Störungen an Brutplätzen durch gezielte Besucherlenkung,

-ein Beitrag zur Stabilisierung und Erhöhung der Reproduktionserfolge,

-sowie eine nachhaltige Balance zwischen Naturschutz und naturverträglichem Tourismus.

Eckdaten zum Interregprojekt “Steinadler”

Projektzeitraum: 01.02.2026 – 30.06.2027

Projektart: EZWK Mittelprojekt

Projektumfang: € 74.994,00 bei einer Förderquote von 75%

Beteiligte Projektpartner: Naturpark Karwendel (Leadpartner), Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU)

Ein großer brauner Steinadler schwebt mit weit ausgebreiteten Flügeln vor einem strahlend blauen Himmel.
M. Schinner

Kontakt

Naturpark Karwendel
Iris Trikha, MSc
Unterer Stadtplatz 19, 6060 Hall in Tirol
T: +43 68181117717
E: iris.trikha@karwendel.org
I: www.karwendel.org

Eine Frau mit langen braunen Haaren, die eine kastanienbraune Kletterjacke mit weißem Reißverschluss trägt, steht vor einem schlichten, neutralen Hintergrund und lächelt leicht.
Interreg Bayern-Österreich Logo

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Naturpark Karwendel